Wenn man erst einmal eine Kamera samt Objektiv hat, kommt als nächstes eine passende Tasche und dann ein (hoffentlich) ordentliches Stativ. Irgendwann merkt man aber, dass man mit dem vorhandenen Licht alleine nicht mehr auskommt und der Ausklappblitz der Kamera nicht wirklich hilfreich ist. Ein Blitzgerät muss her! Eine erstaunlich gute und preiswerte – nein billige – Alternative ist der Neewer NW-565 EX, den ich mir kürzlich bestellt und genauer angesehen habe. Meine Erfahrungen mit dem Neewer NW565EX möchte ich euch in diesem Test zeigen.

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Die Kamerahersteller bieten passende Aufsteckblitze für Ihre Kameras an, die aber preislich in Regionen beginnen, die nicht jeder Fotoanfänger oder Blitzeinsteiger erklimmen möchte. Grundsätzlich muss man zwischen manuellen Blitzgeräten und Blitzgeräten mit Automatiksteuerung unterscheiden. Während ich bei den manuellen Blitzen mich selbst um die richtige Einstellung wie Blitzleistung und Zoom kümmern muss, bekommen automatische Aufsteckblitze die richtige Einstellung von der Kamera mitgeteilt, in dem vorher ein praktisch unsichtbarer Messblitz die Situation bestimmt, die gemessenen Werte von der Kamera verarbeitet werden und dann der Blitz mit der passenden Einstellung ausgelöst wird.

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Neewer NW565ex auf der Nikon D7000

Neewer NW565ex auf der Nikon D7000

Die Systeme nennen sich E-TTL (Canon) oder i-TTL (Nikon), weshalb man bei dieser Art Aufsteckblitz gerne auch von Systemblitzgeräten spricht. Was habe ich von einem automatischen Blitzgerät? Nun, wenn man die Blende oder ISO-Einstellung verändert oder den Blitz zum indirekten Blitzen gegen die Decke feuern lässt, kümmert sich die Automatik immer um die richtige Blitzleistung.

Normalerweise sind automatische Blitzgeräte teurer als ihre manuellen Cousins, da auch mehr „Intelligenz“ und damit Elektronik nötig ist. Kürzlich gab es bei Amazon ein Angebot des Neewer NW-565 EX Blitzgeräts samt Zubehör wie Funkblitzauslöser mit Empfänger, einem Kunststoffdiffusor und einem Stoffdiffusor. Das ganze Set kostete gerade mal 52,99 Euro (der reguläre Preis liegt derzeit bei 82,99 Euro). Ohne das Zubehör kostet das Neewer Blitzgerät knapp 60 Euro und damit aber noch immer ein Schnäppchen.

Der bekannte Yongnuo YN-568 EX, der sich ebenfalls auf i-TTL bzw. E-TTL versteht, kostet dann schon um die 87 Euro. Ich wollte aber sehen, wie gut sich ein Systemblitz schlägt, der sich am absoluten unteren Ende der Preisskala befindet.

Äußerlichkeiten, Ausstattung und Bedienung

Der Neewer NW-565 ist sehr ordentlich verarbeitet und ist mit dem Yongnuo durchaus vergleichbar. Selbst der deutlich teurere Nissin Di866 Mark II (diesen habe ich HIER getestet) ist nicht wesentlich besser verarbeitet. Der Neewer ist aber ein ganzes Stück größer als die genannten Blitze und mit 530 Gramm inkl. Batterien auch ein ordentlicher Brummer (Nissin: 510 Gramm, Yongnuo 475 Gramm), was aber auch Vorteile haben kann, wie ich später beschreiben werde. Die Drehung und Neigung des Blitzkopfs rastet zuverlässig und satt ein. Ein weißer Blitzreflektor und eine Streuscheibe sind eingebaut. Der zusätzliche PC-Eingang (ein Eingang für ein Blitzkabel) und eine Buchse, an die ein externer Batteriepack (mehr dazu später) angeschlossen werden kann, sind mit einer Gummiklappe geschützt. Der Deckel des Akkufachs macht einen stabilen Eindruck und das Einlegen der Akkus gibt keine Fragen auf.

Das Display ist recht groß und gut ablesbar. Auf Wunsch kann es grün hinterleuchtet werden. Die Einstellung klappt sehr intuitiv und reagiert ohne Verzögerungen. Die Gummitasten haben einen klaren Druckpunkt. Eine dezent blau leuchtende LED signalisiert Blitzbereitschaft und ist gleichzeitig Testauslöser. Der Zoomreflektor wird im TTL-Modus direkt von der Kamera gesteuert, kann aber auch manuell eingestellt werden und geht von 18 bis 180 Millimeter. Die 18 Millimeter dürften wohl etwas optimistisch sein und nur auf APS-C Kameras zutreffen. Der Zoom-Motor hat eine ähnliche Lautstärke wie der des preiswerten Yongnuo YN560-II, für meinen Geschmack ist der Sound jedoch angenehmer. Die Zoom-Antriebe des Nissin und auch des Nikon SB-900 sind etwas leiser. Der Piep-Ton für die Blitzbereitschaft ist etwas laut, kann aber auch komplett deaktiviert werden (Licht/Fn ca. 3 Sekunden gedrückt halten).

Blitzmodi und entfesseltes Blitzen

Der Neewer beherrscht neben TTL, manuelle Steuerung, kann als Slave inkl. Vorblitz-Unterdrückung arbeiten, hat einen Stroboskop-Modus und kann auf den zweiten Verschlussvorhang synchronisieren.

neewer-nw565ex-display

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