Ich befasse mich ja von Berufs wegen viel mit den Themen Webinare und Live-Streaming. Gerade der gute Ton ist dabei extrem wichtig. Dabei sind aber die wenigsten Podcaster oder Webinar-Anbieter Audiospezialisten und der gute Ton soll so einfach wie möglich zu realisieren sein. Tascam hilft hier mit zwei neuen USB-Audiointerfaces, die speziell für diese Zielgruppe zugeschnitten sind.

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Gute 1- und 2-kanalige USB-Audiointerfaces gibt es jede Menge. Was sich Tascam hier ausgedacht hat, ist aber doch ziemlich einzigartig. Die beiden neuen Audio-Interfaces sehe nicht nur schick aus, sondern haben auch ein paar sehr individuelle Funktionen an Bord. Am auffälligsten sind die drei orangen „PON“ Tasten. Hierüber lassen sich Audio-Dateien triggern und abspielen. Das ist besonders für das einfliegen von Jingles oder einer „Stationskennung“ interessant. Aber auch ein paar lustige Klangeffekte lassen sich damit auslösen, die den Podcast dann auflockern. Ebenfalls recht auffällig ist der „On Air“ Button auf der rechten Seite. Dieser signalisiert nicht nur wenn man auf Sendung ist, sondern er kann auch die Audioübertragung unterbrechen.

Tascam MiniStudio Creative US-42

Tascam MiniStudio Creative US-42

Noch sehr viel interessanter sind die eingebauten Effekte, die zum guten Sprecherton führen. Neben einem 4-Band EQ und einem Kompressor findet man auch Chopper-, Pitchshift und Echo-Effekte. Im EasyMode helfen Presets typische Einstellungen für z. B. männliche und weibliche Sprecherstimmen zu finden. Wer möchte kann aber auch im ExpertMode manuell eingreifen und selbst passende Einstellungen für Equalizer, Kompressor usw. finden (was ich immer empfehlen würde, denn niemand klingt gleich).

Der ExpertMode des MiniSTUDIOs

Der ExpertMode des MiniSTUDIOs

Das US-32 MiniSTUDIO Personal kommt mit einem eingebauten Mikrofon sowie einer XLR/Klinke-Kombibuchse samt Phantomspeisung für Kondensatormikrofone. Zudem haben beide Interfaces einen 3,5mm Klinkeneingang für Line-Pegel sowie einen weiteren 3,5 mm Klinkeneingang samt PlugIn-Power für z. B. Lavaliermikrofone. Über ein optionales Camera-Connection-Kit, können die Interfaces auch am iPad oder iPhone betrieben werden. Kopfhörerausgänge dienen der Kontrolle des Signals.

Wer das Interface auch zur Musikproduktion mit einer DAW wie Cubase, Logic, Reaper oder StudioOne einsetzen will, sollte zum US-42 MiniSTUDIO Creator greifen, das statt dem eingebauten Mikrofon einen weiteren XLR-Eingang bietet und auch den Anschluss von Instrumenten wie E-Gitarre oder Bass erlaubt (Hi-Z). Zudem verfügt das US-42 über einen Stereo-Lineausgang zum Anschluss von Monitorlautsprechern.

Ich finde die Idee von Tascam sehr interessant und das Konzept dürfte wohl viele Interessenten finden. Beide Interface sind demnächst für 139,99 (US-32) $ bzw. 179,99 $ (US-42) erhältlich. Die Preise für Deutschland waren derzeit noch nicht zu erfahren, dürften sich aber im gleichen Euro-Bereich einpendeln.

Welches Mikrofon für Podcasts, Webinare und Live-Streaming?

Wenn man ein entsprechendes Audio-Interface hat, und die neuen Tascams zählen dazu, bin ich ein großer Fan des Rode ProCaster Mikrofons. Dieses dynamische Mikrofon sieht nicht nur nach einem amtlichen Sprecher-Mikrofon aus, sondern es klingt auch so – man hat sofort den typischen „Radiosound“. Großmembran-Kondensatormikrofone sind zwar sehr beliebt, im unteren Preisbereich klingen sie aber einerseits meist zu höhenlastig, andererseits nehmen sie auch deutlich mehr Raumanteil und damit unerwünschten Hall auf. Für eine guten Sprecherklang für Tutorialvideos, Podcasts, Gamestreaming etc. wünscht man sich jedoch ein möglichst trockenes Signal.

Rode ProCaster Mikrofon

Rode ProCaster Mikrofon

Das ProCaster klingt hingegen sehr voll und ist sehr unempfindlich was die Umgebung angeht. Wenn man sich etwas „Mikrofondisziplin“ beibringt und einen Abstand von 10-20 Zentimentern einhält, erhält man sehr gute Ergebnisse die keiner großen Nachbearbeitung bedürfen. Idealerweise befestigt man das Mikrofon an einem Tischmikrofonarm. Wegen des doch etwas höheren Gewichts des ProCasters, solltet ihr auch gleich den passenden Mikrofonarm von Rode bestellen, denn der ist deutlich stabiler, als die günstigen China-Modelle.

Das Rode ProCaster an einem Tischarm in meinem Büro/Studio

Das Rode ProCaster an einem Tischarm in meinem Büro/Studio

Eine weitere sehr gut und universelle Mikrofonempfehlung für Podcast, YouTube, Webinare etc. kommt ebenfalls von Rode und davon habe ich auch gleich zwei Stück in meiner Mikrofonsammlung (die mittlerweile übrigens über 30 Stück umfasst), das Rode M3. Dieses Mikrofon kann sowohl mit Phantomspeisung, als auch ohne betrieben werden, denn man kann eine 9V-Batterie einlegen. Es ist ein Kondensatormikrofon auf Electret-Basis und für praktisch jeden Einsatzzweck geeignet. Das Rode M3 ist mit gut 90 Euro auch sehr preiswert und die Klangqualität erstaunt nicht nur mich immer wieder. Es eignet sich auch sehr gut für Interviews an einem Digitalrecorder. Wenn ihr Musik macht, könnt ihr das M3 auch problemlos als Gesangsmikrofon nehmen, es vor einen Gitarrenverstärker stellen oder als Snare- und Overheadmikro nutzen. Da es sehr nebengeräuscharm ist, gelingen auch Aufnahmen mit Akustikgitarren oder gar Choraufnahmen.

Ein ausführliches Special zu verschiedenen Sprechermikrofonen, deren klanglichen Unterschieden etc. ist gerade in Arbeit!

 

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