Aloha Rauschgeplagte! Aktuelle Digitalkameras – auch die aus der systembedingt rauschärmeren SLR-Liga – neigen doch noch immer zu Bildrauschen, gerade wenn es bei den D-SLRs mal über die 640-800 ISO hinaus geht. Das ist zwar auf 10×15 Abzügen kein Thema, da normalerweise unsichtbar, aber gerade wenn man im Stockfotobereich tätig ist, einer der häufigsten Gründe […]

Dieser Beitrag wurde 2007 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Aloha Rauschgeplagte!

Nik VergleichAktuelle Digitalkameras – auch die aus der systembedingt rauschärmeren SLR-Liga – neigen doch noch immer zu Bildrauschen, gerade wenn es bei den D-SLRs mal über die 640-800 ISO hinaus geht. Das ist zwar auf 10×15 Abzügen kein Thema, da normalerweise unsichtbar, aber gerade wenn man im Stockfotobereich tätig ist, einer der häufigsten Gründe für die Ablehnung eingereichter Bilder.

Besonders ärgerlich entwickelt sich selbst minimales Rauschen, wenn es um umfangreichere Bildbearbeitung, wie das Aufhellen von Schattenpartien oder die Steigerung der Farbsättigung geht.

Man nimmt also entweder die mitgelieferten Rauschfilter der Bildbearbeitungssoftware oder des RAW-Konverters zur Hilfe, die aber meistens nicht die absoluten Jubelergebnisse abliefern, entrauscht von Hand mittels Ebenenmasken und div. Weichzeichnern im LAB-Farbmodus, was wiederum sehr mühsam ist, oder man greift zu den Lösungen von Drittanbietern wie z.B. NeatImage, Noise Ninja (meiner bisherigen Wahl) oder den vielen anderen.

Allesamt arbeiten sie mit Rauschprofilen, die vorher – mehr oder weniger aufwändig – erstellt oder zugewiesen werden müssen. Mit vielen Reglern und Knöpfen kann man sich dann an das beste Verhältnis von Rauschreduktion und Detailerhaltung herantasten.

InterfaceVom Hersteller NIK gab es bereits eine Version des Rauschfilters Dfine, allerdings war mir diese vor allem wegen der eigenartigen Bedienung immer etwas suspekt, wenngleich die Ergebnisse stimmten. NIK hat nun mit Dfine 2.0 eine neue Version des Tools nachgereicht, das auf Anhieb zu begeistern weiß: Aufgeräumte, übersichtliche Oberfläche, vorher/nachher-Vergleich im Schnittmodus (wie bei Lightroom), automatische Profilerstellung, „Rauschpinsel“ etc. etc.

nik_menu.jpgMan kann mit Dfine 2.0 alles automatisch machen lassen, war erstaunlich gut und vor allem sehr schnell funktioniert, oder man erstellt sich eigene Profile anhand homogen verrauschter Bildbereiche. Mit dem Rauschpinsel lässt sich die Reduzierung selektiv anwenden, dabei wird in Photoshop eine eigene Ebenenmaske angelegt und es stehen auch bereits spezielle Einstellungen für Hotpixel, Himmel, hohes ISO-Rauschen etc. zur Verfügung.

ISO800Highlight ist aber wohl die schon aus Nikon Capture NX bekannte Kontrollpunktfunktion. Hier lassen sich eben jeden Kontrollpunkte setzen, die eine Rauschreduzierung auf einen einstellbaren Bereich beschränken. Es lassen sich davon beliebig viele erstellen, die auch allesamt unterschiedliche Einstellungen haben können – sehr gut! Auch hier ist die Arbeitsgeschwindigkeit sehr gut und alles lässt sich – auch weil die bekannten Photoshop-Shortcuts zum Zoomen, Verschieben etc. beibehalten wurden – sehr flüssig bedienen.

Vergleich ISO1600Hauptmerkmal eines solchen Tools ist aber die Qualität des Entrauschens. Hier hat NIK ganze Arbeit geleistet! Ich habe noch mit keiner anderen Lösung so gute Ergebnisse erreicht: Details bleiben sehr gut und scharf erhalten, auch wenn man nicht zimperlich mit den Einstellungen umgeht, Kanten werden nicht so stark „verwaschen“ wie es bei den anderen Programmen der Fall ist und gerade im Bereich starker Rauschanteile, wie sie aber ISO 1600 und höher entstehen, wirkt Dfine 2.0 schon fast Wunder …

Um beste Ergbnisse zu erzielen, sollte man bei der Anwendung aber den Workflow beachten, der für RAW-Fotos so aussieht:

  1. Bild im Konverter umwandeln, Belichtung, Farbe etc. anpassen
  2. Keine Scharfzeichnung und auch keine Rauschreduzierung im RAW-Konverter!
  3. Bild mit NIK (oder auch anderer Software) entrauschen
  4. Bild weiterbearbeiten

Zum Schluss kann man bei Bedarf nochmal einen Schuss Dfine auf das Endprodukt geben. Spätestens jetzt wünscht man sich aber auch eine Plugin-Schnittstelle für Adobe Lightroom, um diese Tools direkt darin nutzen zu können. Technisch sollte es auch kein Problem sein, die Parameter der Plugins auszulesen und mit in der Datenbank zu speichern – träumen darf man ja noch …

An NIK Dfine 2.0 selbst kann man fast nichts aussetzen, außer dass es noch nicht mit Farbprofilen außerhalb von sRGB richtig umgehen kann, was allerdings nur die Vorschau in NIK betrifft und zu verschmerzen ist und dass man es nicht als Stand-Alone Version einsetzen kann. Batchverarbeitungen kann man ja aber über eine Photoshop Action bzw. ein Droplet realisieren.

Mit knapp 120€ ist Dfine 2.0 zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber die Ergebnisse überzeugen mehr als bei anderen Anwendungen dieser Art.

PS: Alle Bilder hier wurden mit Adobe Camera RAW konvertiert (ohne Schärfen, ohne Rauschfilter) und dann in Dfine geladen. Sie wurden noch nicht geschärft!

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