Nein, ich brauche keine Drohne!

Ich habe die DJI Mavic Mini ausprobiert und bin zum Entschluss gekommen, dass ich keine Drohne brauche. Das sind die Gründe.

Meine Foto- und Videoausrüstung ist nicht gerade klein. Mehrere DSLRs, zig Objektive, Systemkameras, Gimbals, Slider eine DJI Osmo Pocket, die Sony ZV1 etc. stehen im Schrank. Da schien es mir sinnvoll zu sein, meine Ausrüstung mit einer Drohne zu komplettieren. Wegen der Gesetzeslage kam nur eine Drohne unter 250 Gramm in Betracht und damit die DJI Mavic Mini, auch wenn mir die Mavic Air 2 grundsätzlich mehr zugesagt hätte. Nun leben wir hier im Fichtelgebirge (Bayern) in einer wunderschönen ländlichen Region, die trotzdem allerlei Sehenswertes zu bieten hat. Noch viel wichtiger: Es gibt vergleichsweise wenig Flugverbotszonen – abgesehen von Landstraßen, Autobahnen, Stromleitungen, Windrädern, Sendeanlagen …

Die DJI Mavi Mini sollte es sein

Ich hatte mir die DJI Mavic Mini mit dem Flymore-Paket für 520 Euro bestellt – wenige Wochen, bevor das Nachfolgemodell Mavic Mini 2 bekannt wurde. Die Mavic Mini machte einen guten Eindruck, wenngleich die Befestigung des Smartphones an der Fernbedienung etwas nervig war. Man hat bei der DJI Mini auch sofort das Gefühl, jederzeit Herr der Lage zu sein – meistens zumindest, denn manchmal riss die Funkverbindung ab, was dem unerfahrenen Drohnen-Piloten recht schnell Schweißperlen auf die Stirn treibt. Während meiner Tests gab es diesbezüglich aber keinerlei brenzlige Momente. Mit den 3 Akkus des Flymore-Pakets kann man gut und gerne 1 Stunde lang in der Luft bleiben, was von der Windstärke, der Außentemperatur und natürlich den Flugmanövern abhängt.

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Unser Wohnort bei Sonnenuntergang

Das Fliegen selbst war für mich nicht besonders reizvoll – da bin ich wohl nicht genug Spielkind. Ich sah die Drohne eher wie einen Gimbal, also Mittel zum Zweck und der Zweck sind Fotos und Videos aus einer anderen Perspektive. Die ersten Bilder von der Speicherkarte sind dann auch durchaus faszinierend. Wann sieht man schon mal sein Haus und Grundstück samt Umgebung aus der Luft? Aufnahmen bei Sonnenuntergang sehen spektakulär aus und ein Aufstieg durch leichten Nebel sieht toll aus.

Die Bildqualität bei den Fotos ist okay. Ich habe jedoch gleich die Möglichkeiten von RAW-Fotos vermisst, was ja beim Nachfolgemodell nun nachgeliefert wurde. Die Videoqualität war indes erstaunlich gut. Schön durchgezeichnete Lichter und insgesamt eine ausgewogene Belichtung. Auch sind die Videos sehr ruhig und stabil. Das Material eignet sich durchaus für leichtes Color Grading.

Die Halbwertszeit der Drohnen-Begeisterung war kurz

Nach einigen Einsätzen verpuffte die anfängliche Begeisterung aber recht schnell und ich habe mir überlegt, wie oft (oder selten) ich die kleine Drohne tatsächlich einsetzen würde. Die 520 Euro taten mir nicht weh, aber sinnvoll sollte es schon sein. Hier ein bisschen herumfliegen und durchaus schöne Aufnahmen der Gegend zu machen ist nett, aber zu welchem Zweck? Alle Aufnahmen hat man schon mehr oder weniger gut inszeniert gesehen und ich bin von den Drohnen-Optik mittlerweile schon fast genervt. Viele Aufnahmen aus unserer Region, sind auch ganz offensichtlich in Flugverbotszonen in Naturschutzgebieten entstanden, eben da, wo die wirklich interessanten Motive wie Ruinen oder bizarre Felsformationen zu finden sind. Das ist eine Sache, die ich für mich ablehne. Ich bin auch der Meinung, dass ein Tempo 80 Schild auf der Landstraße eine Bewandtnis hat und nicht reine Willkür und Gängelung darstellt.

Sollte die Corona-Pandemie irgendwann einmal unter Kontrolle und reisen wieder möglich sein, wäre das noch ein Anreiz für eine „Reise-Drohne“. Meine Recherchen ergaben aber, dass es bei nahezu allen Reisezielen, die ich in den vergangenen Jahren besucht habe, noch schwerer ist, eine Drohne legal aufsteigen zu lassen. Teneriffa ist eine einzige Flugverbotszone – zumindest dort, wo es interessant wäre. Ohne vorherige Registrierung und Anmeldung ist es praktisch immer illegal.

Flugverbotszonen auf Teneriffa

Einige Aufnahmen habe ich von meinem Ardumower-Projekt gemacht. Eine Luftaufnahme ist hier schon sehr nett. Aber die meisten meiner Themen finden in Räumen statt, sodass ich hier keine regelmäßige Verwendung für eine Drohne hätte. Daher würde der Copter die meiste Zeit ungenutzt im Regal stehen. Daher habe ich mich nach wenigen Tagen und einigen Flugstunden wieder von der Mavic Mini getrennt. Zuvor hatte ich noch unsere Dachrinne inspiziert – dazu war sie wirklich praktisch. Ansonsten währte die Begeisterung für Fotos und Videos mit der Drohne nur kurz.

Kurz vorgestellt: der ArduMower DIY Mähroboter mit GPS/RTK
Ardumower – ein Teil davon aus der Luft mit DJI Mini

Fazit

Die Begeisterung für die Drohne war für mich erstaunlich kurz. Klar ist die Technik faszinierend und die neuen Perspektiven ebenso. Aber was macht man mit diesem Material und wen interessiert es? Das Fliegen selbst gab mir nicht, ist aber für viele ein großer Anreiz und viele fliegen wohl mit ihrem Copter, ganz ohne Bilder aufzunehmen – des reinen Fliegens willen. Das ist für mich ebenso wenig interessant, wie Computerspiele. Mir fehlte letztendlich die Anwendung und Verwendung des Bildmaterials. Auch die zunehmend strengeren Regeln für Drohnenpiloten sind etwas, mit dem ich nicht – auch hinsichtlich des geringen Nutzens – auseinandersetzen möchte.

Vielleicht gibt es in Zukunft eine Anwendung für mich, die sich auch kommerziell lohnt und einen Einsatz häufiger macht. Derzeit hat sich das Thema erst einmal erledigt.

Ich verstehe aber auch, dass es für viele von euch ein tolles Hobby ist – aber ich hab schon so viele Hobbys 🙂

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