Alternativen zu Adobe für Lightroom, Photoshop, Premiere, After Effects & Co.

Geschätzte Lesedauer: 8 Minuten

Zeitliche Änderungen am Ablauf benötigen mit Fusion deutlich weniger Zeit, als bei After Effects. Als kleinen Nachteil empfinde ich manchmal, dass man in Fusion keine Audioclips verwenden kann. Man muss also im Nachgang im Resolve Editor vertonen, was mich aber gleich wieder zu einem großen Vorteil von Resolve bringt.

Eine kleine Titelanimation in DaVinci Fusion

In DaVinci Resolve ist der Bereich der Audiobearbeitung extrem mächtig. Seit man hier das Know-How von Fairlight integriert hat, ist Resolve auch eine komplette Audio-Suite samt Mehrspuraufnahme, Effekten (Premiere Pro hatte noch nie einen vernünftigen Kompressor und Limiter) und Reparaturfunktionen. Damit ersetzt es für mich auch Adobe Audition komplett. Auch hier ist der große Vorteil, dass in das Schnittprogramm voll integriert ist – ganz ohne Zwischenexporte etc.

Audiometer und Plugins im Fairlight Mixer

Was derzeit noch fehlt, ist ein Spektraleditor, um direkt im Spektrogramm Störgeräusche entfernen zu können. Zudem wäre ein eingebauter Spektrumanalyzer schön. All das lässt sich aber auch über VST-Plugins lösen, die man in Resolve natürlich nutzen kann. Hier wäre der Klassiker SPAN Free von Voxengo als Spektrumanalyzer zu nennen. Zur spektralen Bearbeitung ist Izotope RX 7 Elements eine sehr gute und recht preiswerte Wahl.

Einziger Nachteil von DaVinci Resolve ist, dass es eine recht leistungsfähige Grafikkarte/GPU benötigt. Aber auch auf meinem 2013er MacBook Pro, sind einfache Schnittprojekte in 1080 HD kein Problem. Blackmagic Design arbeitet auch mit jeder neuen Version auch daran, die Anforderungen an die GPU zu minimieren. Aktuell gibt es DaVinci Resolve nur mit englischer Benutzeroberfläche, was für manchen Interessenten auch ein Ausschlusskriterium sein dürfte.

Für eine solche Titelanimation benötigt man in Fusion nur wenige Minuten

Ansonsten braucht man sich meiner Meinung nach nicht nach einer anderen Videoschnittsoftware umzusehen. Den meisten Anwendern wird die kostenlose Version von DaVinci Resolve mehr als genügen. Wer höhere Auflösungen als 4k oder eine effektive Bearbeitung von Bildrauschen benötigt, greift zur Studio-Variante für einmalig 299 Euro. Bei Ebay bekommt man DaVinci Resolve Studio für 275 Euro. Resolve gibt es für Windows, Mac und Linux.

DaVinci Resolve Website

Alternativen zu Adobe Illustrator für Vektorgrafiken

Um Vektorgrafiken zu erstellen, gibt es zum Glück jede Menge Alternativen. Die Open-Source-Software Inkscape ist erstaunlich mächtig und genügte mir bisher für alle meine Anforderungen in diesem Bereich. In den letzten Jahren beschränkte sich mein Bedarf an Vektorgrafiken auf einige Illustrationen und Grafiken für Videos und Websites. Inkscape gibt es für alle gängigen Plattformen.

Vektorgrafiken in Inkscape

Eine weitere Alternative und mit 55 Euro sehr preiswert, kommt ebenfalls von Serif – der Affinity Designer. Viele Illustrator-Nutzer werden sich auch im Affinity Design schnell zurechtfinden. 

Der Affinity Designer von Serif

Sehr erfreulich ist beim Affinity Designer die hervorragende Performance. Der Funktionsumfang steht Illustrator in nichts nach und der Designer kann auch .ai Daten von Illustrator öffnen. Affinity Designer gibt es für Windows, Mac und iPad.

Affinity Designer Website

Alternativen zu Adobe InDesgin

Oh ja! Layout-Programme. Ich hatte so um 1997 den ersten Kontakt mit DTP-Programmen (Desktop-Publishing), als ich für ein Stadtmagazin gearbeitet habe. Damals war es der Adobe Pagemaker. Auch mit Quark Express hatte ich so meine Erfahrungen, die aber selten positiv waren. Dann kam Adobe mit InDesign und es wurde zum Standard im DTP-Bereich. Aber auch hier gibt es zwei beachtenswerte Alternativen.

Scribus Projekt (Bild: Wikimedia)

Als Open Source Anwendung ist Scribus seit vielen Jahren eine kostenlose Alternative für Layout-Aufgaben. Dabei eignet es sich nicht nur für E-Books und Broschüren, sondern auch für ausgewachsene Projekte wie Fachbücher und Magazine. Scribus bietet druckfähigen PDF-Export im PDF/X-3 Standard.

Serif Affinity Publisher

Moderner und sehr leistungsstark ist der Affinity Publisher – ebenfalls von Serif. Man erhält ein modernes DTP-Paket, bei dem sich auch der Workflow sehr nahe an InDesign orientiert. Pantone Paletten, Schmuckfarben, automatische Inhaltsverzeichnisse, Im- und Export von PSD-Dateien usw. machen den Affinity Publisher zur einer hervorragenden InDesign-Alternative, die mit ebenfalls nur 54,99 Euro sehr preisgünstig ist. Natürlich sind Affinity Designer und Photo nahtlos integriert und bieten sehr einfachen Datenaustausch und programmübergreifenden Workflow. Jetzt fehlt nur noch eine Lightroom-Alternative von Serif.

Affinity Publisher Produktseite

Alternativen zu Adobe Dreamweaver

Der Dreamweaver war viele Jahre die Instanz, wenn es um Webdesign und HTML-Editoren ging. WYSIWYG war das Thema und Webseiten wurden mit solchen Editoren zusammengeschraubt. Im Vergleich zu Microsofts Frontpage, war der Dreamweaver ja damals schon eine Offenbarung. Die Zeiten haben sich in diesem Bereich aber grundlegend geändert.

Statt WYSIWYG nimmt man heute gleich WordPress oder coded mit Frameworks und Code-Editoren. Die Webdesign-Landschaft ist extrem komplex geworden, denn alleine die Auswahl des passenden Frameworks ist schon eine Wissenschaft für sich.

Visual Studio Code von Microsoft

Da ich aber selbst auch noch etwas am Ball bleiben möchte, nutze ich für alle Programmier- und Coding-Aufgaben von HTML über CSS, Python, C und PHP das kostenlose Visual Studio Code von Microsoft. Innerhalb kürzester Zeit hat sich VSCode zum Quasi-Standard für alle Programmieraufgaben gemausert und unterstützt praktisch jede Programmiersprache. VSCode hat bei mir auch die Arduino IDE abgelöst. VS Code gibt es für Windows, Mac und Linux und ist Open Source – auch daran kann man erkennen, wie sehr sich die Zeiten geändert haben: Open Source von Microsoft, tsss! Was kommt als Nächstes? Fliegende Taxis? 🙂

Fazit

Natürlich sind in der gesamten Adobe Creative Cloud noch viele weitere Anwendungen wie der Character Animator, XD für Design Prototypen oder Acrobat DC enthalten. Wie eingangs schon erwähnt, werden Agenturen und Design-Profis auch weiterhin auf die Creative Cloud als Industriestandard setzen. Ansonsten gibt es aber jede Menge kostenlose oder sehr kostengünstige Alternativen ohne monatliche Gebühren und Bindung.

Wer ein paar Euro übrig hat, greift zu den Affinity-Programmen von Serif, nimmt sich Alien Skin Exposure oder DxO Photolab 2. Eine Sonderrolle spielt hier DaVinci Resolve von Blackmagic Design. Hier muss man nicht auf eine Alternative zurückgreifen – man WILL auf diese Alternative zurückgreifen.

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Jan Matthies

Als kostenlose und sehr gute Alternative für „Adobe XD“ kann ich das Prototyping-Tool „Figma“ empfehlen: https://www.figma.com/

Eine sehr schöne und zielgerichtete Übersicht!
Ich habe zwar noch ein CS-Abo für das Komplettpaket (bin auch seit den Anfängen bei Adobe, inzwischen seit gut 30 Jahren!).
Aber dieses Subscription Modell liegt mir seit der Einführung „im Magen“ 😉

Ich werde mir mal die empfohlenen Alterativen näher anschauen und gegen Ende der Laufzeit des Abos überlegen, ob ein Umstieg machbar ist.

Eine Frage habe ich noch: Welche Alternative ist Deiner Meinung nach ein brauchbarer Ersatz für Adobe Acrobat?

Danke für Dienen Blog; weiter so 😉