Der günstige Saugroboter kann auch wischen und ist extrem flach

Yeedi Vac Hybrid Saugroboter mit Wischfunktion getestet – saubere Leistung für wenig Geld

Ein Saugroboter muss nicht viel kosten, um gute Saugleistung abzuliefern. Dass man für unter 250 Euro sogar einige besondere Features bekommt, ist nicht selbstverständlich.

Der chinesische Hersteller Yeedi bietet verschiedene Saugrobotermodelle zu erschwinglichen Preisen an. Eines der preiswertesten Modelle ist der Yeedi Vac Hybrid, der nicht nur saugen, sondern auch wischen kann. Ich habe ihn ausprobiert und bin sehr überrascht, was der günstige Saugroboter leistet.

Wir haben seit 2014 Saugroboter im Einsatz. Angefangen mit einem Modell von LG, über einen Vorwerk VR200 und andere Modelle bis hin zum Roborock S6. Unsere frühere Wohnung und das jetzige Haus waren durch den offenen Grundriss und nicht immer rechtwinklige Räume nicht die einfachsten Umgebungen, was die Navigation angeht, weshalb wir hier schon sehr viele Erfahrungen sammeln konnten.

Yeedi Vac Hybrid: Kamera statt LiDAR

Während sich die größeren Modelle heute mit LiDAR, also mit Lasernavigation – im wahrsten Sinne – ein Bild von der Umgebung machen, setzt Yeedi beim Vac Hybrid auf eine nach oben gerichtete Kamera. Damit ist er in guter Gesellschaft, denn auch Tesla will nach wie vor auf LiDAR verzichten und nur auf die Bilderkennung mit den eingebauten Kameras setzen.

Der Yeedi Saugroboter erkennt, mit der nach oben gerichteten Kamera, anhand der Zimmerdecke und Türdurchgängen seine Umgebung und erzeugt daraus eine Karte. Technisch bedingt sind diese Karten nicht so detailliert und hoch aufgelöst wie bei Geräten mit LiDAR – trotzdem schlägt sich der Yeedi damit erstaunlich gut. Ein Nachteil dieser Technik ist jedoch, dass es für eine gute Navigationsleistung ausreichend hell sein muss. Aber der Reihe nach.

Ausstattung und Design

Der Yeedi Vac Hybrid ist ein typischer Vertreter der Gattung, mit rundem Kunststoffgehäuse, das zweifarbig ausgeführt wurde. Am auffälligsten ist das große Kameraauge auf der Oberseite des Saugers. Weiterhin gibt es hier nur einen Startknopf. Unter der Klappe verbirgt sich ein großer Staubbehälter mit Henkel, den man sehr einfach entnehmen und wieder einsetzen kann. Zudem gibt es an der Außenseite einen Schiebeschalter als Ein-Ausschalter sowie eine Reset-Taste. Viele Saugroboter haben heute nur noch eine Seitenbürste. Der Hybrid ist jedoch gleich mit zwei Bürsten ausgestattet, die den Schmutz zur großen rotierenden Hauptbürste befördern sollen.

Die Ladestation ist kompakt gehalten, und nicht benutztes Kabel kann hinten sauber aufgewickelt werden. Wie immer sollte vor der Ladestation 1,5 m Platz sein, damit sie der Roboter auch gut finden und ansteuern kann. Bei und klappte das aber auch mit weniger Abstand gut.

Der Wegfall des LiDAR-Turms ist tatsächlich auch ein großer Vorteil des Yeedi Vac Hybrid, denn er ist dadurch mit nur 8 cm Höhe sehr flach und kommt damit auch unter Möbelstücke, bei denen andere Saugroboter ihre Probleme haben. Bei uns ist das z.B. eine kleine Kommode im Flur oder unsere Wohnzimmercouch. Hier scheiterten bislang alle Roboter an ihrer Bauhöhe. Der Yeedi macht hier hingegen auch in den hintersten Ecken sauber.

Der Yeedi fährt auch unter niedrige Möbelstücke

Der Vac Hybrid ist außerdem mit einer Wischfunktion ausgestattet. Dazu hat er an der Vorderseite einen recht großen Frischwassertank mit 300 ml Fassungsvermögen, und an der Unterseite kann mithilfe der Wischtuchplatte ein mitgeliefertes Mikrofasertuch angebracht werden.

Einrichtung und Steuerung mit der Yeedi-App

Wie heute üblich, gibt es für den Yeedi auch eine App, über die er gesteuert werden kann. Darin findet man auch die aktuellen Kartendaten und kann virtuelle Grenzen anlegen. Die App erfordert die Registrierung bei Yeedi, ist aber ansonsten erstaunlich gut gelungen und sehr übersichtlich. Die Einrichtung der App ist sehr einfach, denn zur Kopplung und Übertragung der WLAN-Zugangsdaten hält man einen in der App generierten QR-Code einfach über die Kamera des Yeedi, und schon werden alle Einstellungen übernommen.

In der App können dann Zeitpläne und auch die Reihenfolge der Reinigung festgelegt werden. Man findet Statistiken zur Reinigung, Einstellung der Saugkraft usw. Für Teppichböden kann eine automatische Erhöhung der Saugkraft aktiviert werden.

Nicht ganz üblich für diese Preisklasse ist die Sprachsteuerung per Amazon Alexa. Hier bietet Yeedi einen entsprechenden Skill an.

Reinigung und Navigation

Damit der Yeedi eine Karte anlegen kann, muss er einmal ohne Unterbrechung seine Umgebung erfassen können. Das funktioniert ordentlich, allerdings erkennt man sofort, dass die Auflösung, mit der er seine Umgebung abtastet, sehr viel geringer ist, als bei Geräten mit Lasernavigation. Die Genauigkeit der Karten und damit der Navigation nimmt nach weiteren Reinigungsvorgängen zu, und ich würde sagen, dass er ab drei vollständigen Durchläufen eine recht gute Karte erzeugt hat.

Ausgestattet mit diesen Kartendaten fährt der Yeedi Vac Hybrid dann auch recht zielstrebig und in geordneten Bahnen seine Bereiche ab. Während er anfänglich noch recht ruppig gegen niedrige Hindernisse fährt, welche die Kamera nicht erkennen kann, wird es im Laufe der Zeit immer besser und genauer. Während einige LiDAR-Systeme Probleme mit Glas oder stark reflektierenden Flächen haben, macht dem Yeedi unser Treppengeländer nichts aus. In Bereichen mit geringer Beleuchtung benötigt der Yeedi deutlich länger zur Kartenerstellung und auch bei der späteren Reinigung. Daher sollte man immer für ausreichende Beleuchtung sorgen, solange er unterwegs ist.

Wenn es während der ersten Kartenerstellung Probleme, wie z. B. Festfahren gibt (wir hatten das zwischen zwei Barhockern in der Küche), bricht er die Kartenerstellung ab und man muss sie danach neu starten.

Kartenerstellung

Manchmal nimmt sich der Yeedi auch eine kleine Denkpause, um dann fortzufahren. Trotzdem funktioniert die Navigation mit der Kamera erstaunlich gut, und im Vergleich zum betagten Vorwerk VR200 mit Laser-Navigation geht der Yeedi sehr strukturiert und präzise ans Werk und ist dabei auch noch deutlich schneller fertig. Flache Hindernisse, wie etwa die Beine unserer Esstisch-Stühle, versucht auch der Yeedi zu überfahren. Da machte bislang keiner unserer Saugroboter eine Ausnahme, weshalb wir die Stühle dann immer etwas ankippen.

Yeedi Vac Hybrid

Was die Reinigungsleistung angeht, gibt es beim Yeedi Vac Hybrid keinerlei Klagen. Bei der Standard-Saugleistung ist er der leiseste unter allen unseren Saugrobotern. Diese Einstellung kann man auch so belassen, denn bei größerer Verschmutzung oder Teppichen erhöht er die Saugleistung ohnehin automatisch, was zu geringerem Akkuverbrauch und damit zu größerer Reichweite führt. Für die Kartenerstellung und Reinigung von 74 qm Fläche mit 5 Räumen und offenem Raumkonzept im Hauptbereich benötigte er 103 Minuten und musste zwischendurch einmal aufladen, setzte die Reinigung danach aber anstandslos fort.

Erkannte Räume mit virtuellen Grenzen

Die Wischfunktion ist bei solchen Geräten eher ein Gimmick. Systembedingt besteht sie darin, klares Wasser langsam an das auf der Unterseite angebrachte Mikrofasertuch abzugeben, welches dann einfach über den Boden gezogen wird. Der Yeedi schließt dabei zwar zuverlässig Teppiche aus, die Wischfunktion beschränkt sich aber eher auf feuchtes Staubwischen, da zwischendurch das Tuch natürlich nicht gereinigt oder Schmutzwasser abgesaugt wird. Dazu bietet der Hersteller die Yeedi Mop-Station 2-in-1 als spezialisierten Wischroboter an, den wir ebenfalls bereit im Test haben.

Fazit

Reinigungsleistung
Navigation
App
Lautstärke
Features

Der Yeedi Vac Hybrid ist ein durch und durch solider Saugroboter, mit guter App, Sprachsteuerung per Alexa und zusätzlicher Wischfunktion. Die Reinigungsleistung braucht sich nicht hinter teureren Modellen verstecken und auch die Navigation per Kamera funktioniert zufriedenstellend.

Zwar kann er nicht ganz mit der präzisen Navigation von Laser-gesteuerten Modellen mithalten, trotzdem funktioniert die Steuerung per Karte gut. Die Akkukapazität ist ordentlich und wenn die Karte erst einmal steht, schafft er Flächen bis etwa 90 qm mit einer Ladung.

Der Vac Hybrid ist vergleichsweise leise, die Handhabung ist gut und er macht auch einen stabilen und langlebigen Eindruck. Verbrauchsmaterial wie Ersatzbürsten und Filter sind sehr preiswert.

Derzeit gibt es den Yeedi Vac Hybrid bei Amazon für 299,99 Euro. Dank Rabattgutschein, der direkt an der Kasse eingelöst werden kann, gibt es ihn 70 Euro günstiger. Mit 229,99 Euro ist er meiner Meinung nach das beste Saugroboterangebot in dieser Preisklasse.

4.6


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4 Kommentare

  1. Danke für deinen ausführlichen Bericht. Klingt vielversprechend.
    Was ich mich gerade Frage: Wie sieht eigentlich der Stromverbrauch der Roboter (oder speziell dieses Geräts) im Vergleich zu den Standardsaugern mit Kabel und ca. 1200 W aus? Wahrscheinlich verbrauchen sie weniger, sind aber häufiger unterwegs.

    Viele Grüße
    Sabine

  2. Hallo Markus,

    hast du eine Integration des Yeedi in den HASS geschafft? Ich kenne das bisher nur beim Roborock.

    Grüße
    Patric

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