Welche Hardware für mich überflüssig (geworden) ist

Gestern habe ich wieder mal ein bisschen Hardware etc. sortiert und ausgemistet – Frühjahrsputz sozusagen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es so einige Teile gibt, die vor wenigen Jahren noch unverzichtbar waren und nun bestenfalls ein Schattendasein fristen oder gar Elektroschrott sind.

Man möchte meinen, dass einzig die ganzen kleinen Elektronikartikel – oder Gadgets wie man heute sagt – überflüssig geworden sind. Bei den Gadgets ist es ja häufig so, dass man sie unbedingt haben musste, der Sinn aber von vornherein schon zweifelhaft war. Der Weg in die Tonne war also schon vorprogrammiert. Bei mir sind es aber mittlerweile auch ganz handfeste Geräte die überflüssig geworden sind.

Der Drucker

Kürzlich fragte mich ein Freund welchen Drucker ich ihm empfehlen könne. Nicht zu teuer sollte er sein und Fotos sollte er auch anständig aufs Papier bringen. Ich wollte ihn davon überzeugen einen sehr preiswerten S/W Laserdrucker anzuschaffen, weil mein Freund ohnehin nur alle heilige Zeit mal eine Seite ausdruckt. Für die Fotos auf Papier empfahl ich einfach auf einen entsprechenden Fotoservice zu setzen oder schnell in die Filiale eines Drogeriemarkts zu gehen, wenn Fotos einmal kurzfristig benötigt werden. Kein Stress mit eingetrockneten Tinten. Keine Verschwendung der sündhaft teuren Pigmentsäfte durch die ständige Selbstreinigung des Druckers und viel haltbarere Fotos. All das konnte ihn aber wohl doch nicht überzeugen. Er wollte seine Fotos ausdrucken, auch wenn er für diesen Ausdruck gleich 20 Fotos beim Dienstleister bekommen hätte.

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Der Tintenstrahldrucker
Der Tintenstrahldrucker (Shutterstock)

Bei mir stehen 3 Drucker: Ein altgedienter Samsung S/W Laserdrucker. Ein Samsung Farblaser den mir mal ein Bekannter überlassen hat, weil er nicht mehr so toll druckte und der Canon Tintenstrahldrucker meiner Freundin. Wenn ich überhaupt noch mal einen Drucker einsetze, dann ist der der kleine Samsung S/W Laser z. B. für ein Rücksendeetikett. Beim Rest geht der Seitenzähler genau so rasant nach oben, wie der Zinsertrag auf einem Sparbuch.

Fotos werden bei einem Fotoservice bestellt und die meisten ohnehin nur noch auf dem Tablet gezeigt.

Das CD-Laufwerk

Im Schrank lagen gestern noch originalverpackte Spindeln mit CD- und DVD-Rohlingen. Weiße für den Labeldruck. Lightscribe-Rohlinge für die Beschriftung mit dem Laser (war ja mal der letzte Schrei). DVD RW Scheiben, Archivierungsschränkchen etc. sowie drei ausgebaute DVD-Laufwerke und Brenner. In meinem Desktoprechner habe ich aber nicht einmal mehr einen Brenner und mein MacBook Pro hat eh kein optisches Laufwerk mehr. Mein Autoradio versteht sich auf MP3 per iPhone, iPod, USB-Stick, und Spotify kann per Bluetooth gestreamt werden. Betriebssysteme kann man heute problemlos von einem USB-Stick installieren.

DVD Brenner
DVD Brenner

Zur Datensicherung war und ist eine DVD ohnehin nicht mehr zeitgemäß, angesichts von 64 GB SD-Karten und RAW-Dateien mit 25 MB und mehr. Die Filmsammlung schlummert auf dem zig Terabyte dicken NAS. Ja, in meinem Windows-Notebook ist noch ein DVD-Brenner eingebaut. Benutzt habe ich ihn aber noch nie.

MP3 Player und iPods

Archos 105 MP3-Player

Mp3 Player und der iPod im Speziellen, zählten einsmals zu den meistverkaufen Elektronikartikeln. Kleine MP3 Player mit ein paar wenigen GB Kapazität gab es in jedem Supermarkt und Topmodelle wie mein iPod der 5. Generation mit 80 GB waren die Königsklasse. Mit Smartphones und Musikstreaming wurden diese Geräte aber fast über Nacht überflüssig, auch wenn die Akkulaufzeit meines iPods noch immer konkurrenzlos ist. Da ich mich nicht von ihm trennen konnte, ist er nun ein fester Bestandteil in meinem Auto und versorgt mich dort mit Musik.

Scanner

 

Flachbettscanner
Flachbettscanner

Ganz oben auf dem Schrank stand ein Gerät, das mal zu den exklusiveren Peripheriegeräten gehörte: Ein Flachbettscanner. Früher hat man irgendwie alles gescannt. Wollte man ein Foto ins Web bringen, waren Scanner die Übersetzer vom analogen Bild zum Digitalfoto. Mancher archivierte auch sämltiche Rechnungen und Verträge mit dem Flachbettscanner. Heute mache ich das mit einer entsprechenden Handy-App. Schnell abfotografieren, die App rückt das Dokument zurecht, bereitet es auf und ab geht es auch gleich per Smartphone und E-Mail oder sonstwie.

Kompaktkameras

Im Regal stehen 4 ziemlich aktuelle Kompaktkameras. Alle mit toller Bildqualität, großzügiger Ausstattung und technisch wie optisch tadellos. Ich selbst benutze keine mehr davon. Das schnelle Foto macht das Smartphone und meine Sony NEX-6 ist auch nicht viel unhandlicher als eine kleine Knipse. Das hat wohl auch Canon erkannt, denn der Kamerahersteller will aus dem Segment der günstigen Kompaktkameras komplett aussteigen.

Panasonic Lumix DMC-TZ7
Panasonic Lumix DMC-TZ7

Sehr gut konnte ich diesen Effekt auch bei meinen Eltern (Ü60) beobachten, die die meisten Fotos unterwegs nur noch mit dem Smartphone machen. Hier ist es wohl das „Ehda-Prinzip“, denn das Smartphone ist ja „eh da“. Es ist geladen, man hat es immer dabei, also warum noch ein weiteres Gerät mitschleppen?

Navigationssysteme

Navigationssystem
Navigationssystem

Hinter einer Schranktür versteckten sich 3 Navigationsgeräte. Ziemlich gute Modelle von TomTom & Co. Unsere beiden Autos haben aber Navis eingebaut und schon davor übernahm das Smartphone immer öfter die Wegführung. Alleine die Karten-Updates kosten heute mehr als ein neues Gerät.  Zudem lagen noch zwei Bluetooth GPS-Mäuse herum. Die benötigte man früher, als Handys und PDAs noch keine eingebauten GPS-Empfänger hatten.

Netbooks

Google Chrome auf einem Asus EEE 701
Google Chrome auf einem Asus EEE 701 (übrigens mit der alten nachbelichtet-Homepage auf dem Display)

Das Netbook war wohl einer der größten Hypes der letzten Jahre. Endlich gab es ein kompakte, mobiles und preiswertes Gerät, das die Internetnutzung überall ermöglichte. Ich hatte auch gleich den Urvater aller Netbooks, den Asus EEE 701 und habe ihn tatsächlich viel genutzt. Das Netbook ist aber auch ein Beispiel dafür, wie eine Technik ganz schnell von einer anderen überholt werden kann. Kurz darauf konterte Apple mit dem iPad und den Rest der Geschichte kennen wir. Zum Lesen von Magazinen und zum einfachen stöbern im Internet waren Netbooks eben doch nicht geeignet und man musste sie nach wie vor unbequem auf dem Schoß balancieren.

Meinen Asus EEE PC habe ich gestern aus sentimentalen Gründen nebenbei mal mit einem Xubuntu-Linux versehen, aber so richtig Spaß macht das auch nicht mehr …

Die Liste der Produkte lässt sich noch eine ganze Zeit weiterführen. Den PDA habe ich schon angesprochen. Hier habe ich auch noch ein Gerät von Dell und natürlich einen Palm Pilot. Zig ausgediente Smartphones aller Android-Generationen liegen noch herum. Man muss ich davon einfach mal trennen und mittlerweile überlege ich mir genauer, welche Hardware ich tatsächlich brauche und welche nur „schön“ wäre.

Wie sieht es bei euch aus? Auf welche Hardware könnt ihr verzichten?

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