Unglaublicher Notenschubser: Celemony Melodyne Direct Note Access

Was mir da heute auf meinen Tisch geflattert ist, las sich für mich erst einmal unglaublich. Der bekannte Hersteller von Audiokorrektursoftware Celemony, kündigt eine neue Version seines Produkts Melodyne an. Zur Erinnerung: Melodyne kann Töne in Audiomaterial in Tonhöhe, Lautstärke, Länge und Vibrato manipulieren. Auch der sogenannte Cher-Effekt … Weiterlesen …

Melodyne Direct Note AccessWas mir da heute auf meinen Tisch geflattert ist, las sich für mich erst einmal unglaublich. Der bekannte Hersteller von Audiokorrektursoftware Celemony, kündigt eine neue Version seines Produkts Melodyne an. Zur Erinnerung: Melodyne kann Töne in Audiomaterial in Tonhöhe, Lautstärke, Länge und Vibrato manipulieren. Auch der sogenannte Cher-Effekt kann damit erreicht werden, obwohl noch immer viele glauben, dass dies ein Vocoder-Effekt wäre.

Mit Melodyne kann man Schnitzer in Gesangslinien ausbügeln und auch einem DSDS-Kandidaten brauchbare Töne entlocken, ohne ihn züchtigen zu müssen, wobei letzteres immer die bessere Wahl ist 😉 .

Das funktioniert gerade mit Melodyne besonders einfach und die Ergebnisse klingen im Vergleich zu ähnlichen Produkten immer eine Spur natürlicher. Der Haken an diesen ganzen Autotune-Geschichten war bislang immer, dass es nur bei monofonen Signalen funktionierte, also eben einer einzelnen Gesangsmelodie, einem Soloinstrument, dem Bass oder einfacheren Drumtracks. Wollte man einen falschen Gitarren- oder Pianoakkord ändern, schaute man in die Röhre und musste wohl oder übel nochmal zum Instrument greifen.

Der gesunde Menschenverstand sagt einem eigentlich auch, dass es physikalisch und technisch nicht möglich ist, aus unterschiedlichen, gemeinsam erklingenden Tönen einen einzelnen zu isolieren und bearbeitbar zu machen. Das wäre, als ob man einen fertigen Kuchen wieder sauber in seine Zutaten zerlegen könnte …

Aber Celemony und dessen Mastermind Peter Neubäcker (vielleicht liegts am Namen !?) machten das Unmögliche offenbar möglich. Mit dem „Direct Note Access“ genannten Verfahren können Noten innerhalb polyfoner Klangereignisse genau so bearbeitet werden, wie in monofonen. Demonstriert wird das sehr eindrucksvoll in einem Video, welches man sich auf der Celemony-Website ansehen und vor allem anhören kann.

Nicht nur, dass man die Akkorde korrigieren könnte, Direct Note Access kann Tonarten und Skalen automatisch anpassen und ein einziger Gitarrenakkord kann per MIDI in anderen Tonarten gespielt werden …

Loops werden dadurch universell einsetzbar, kann man sie jetzt doch nicht nur in der Geschwindigkeit ändern, sondern komplett an das eigene Arrangement in Tonart und Ausdruck anpassen.

Die Möglichkeiten die mir da in den Sinn kommen wären ja fabelhaft. Durch ein bisschen umbauen und verrücken könnte man Gitarrenspuren doppeln, als ob sie wirklich neu eingespielt worden wären. Eigentlich sollten sich so auch Störungen wie Netzbrummen aus Audioaufnahmen eliminieren lassen …

Diese Technologie dürfte auch der Schlüssel zur Erzeugung von MIDI-Daten aus polyfonen Audiomaterial sein.

Melodyne soll ab dem Herbst 2008 mit der neuen Direct Note Access Technik ausgestattet werden. Man darf gespannt sein!

Letzte Aktualisierung am 19.01.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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