Über den Sinn und Unsinn von Lightroom Vorgaben und Presets

Heute war eine E-Mail im Postfach deren Inhalt mich erstaunte, aber auch zum Nachdenken und letztendlich zu diesen Beitrag bewogen hat.

Der Absender schreibt:

„Habe deine 11 Vorgaben für Lightroom runtergeladen und installiert. Nehme an, dass du die sehr starke Weissvignetierung in den Ecken bewusst so hinzugefügt hast, dass man es nicht gebrauchen kann. Kriegt man gegen Bezahlung deine Vorgaben ohne weisse Ecken.“

Hier bei nachbelichtet.com gibt es eine ganze Reihe von kostenlosen Lightroom Presets, wie das Lightroom Big Pack mit 28 Presets für Lightroom 3, oder die aktuellen 11 Presets für das neue Lightroom 4.

Was mich an dieser Mail erstaunte war, dass wohl viele diese Voreinstellungen so nehmen wie sie sind – also ohne eigene Anpassungen. Diese Mail war übrigens nur ein Beispiel für etliche ähnliche Zuschriften von Lightroom-Usern, weshalb ich hier einmal ein paar Worte über den Sinn und Unsinn von Lightroom Presets und deren Anwendung verlieren möchte.

Lightroom Vorgaben sind nur ein Startpunkt

Eine Lightroom Vorgabe kann nur als Startpunkt für die eigene Bildbearbeitung gesehen werden. Wenn ich eine Vorgabe erstelle, mache ich das mit einem bestimmten Foto oder einer bestimmten Art von Fotos – meiner Fotos.

Sobald eine andere Art von Motiv damit bearbeitet wird, die Fotos von einer anderen Kamera kommen oder anders belichtet sind, kann dieses Preset oft schon nicht mehr funktionieren. Wohl aber der eigentliche Ansatz und die Grundstimmung der Einstellungen in der Vorgabe.

Darum ist es wichtig, dass man eine solche Vorgabe auch als solche zu nutzen weiß: Sie ist ein Ausgangspunkt für eigene Experimente. Sie bedürfen aber immer eigener Anpassungen und Feineinstellungen.

Von Lightroom Presets lernen

Wenn Du eine Lightroom Vorgabe heruntergeladen und auf dein Foto angewendet hast, solltest du die D-Taste drücken um in das Entwicklungsmodul von Lightroom zu gelangen, alle Einstellungsmöglichkeiten ausklappen und dir einmal ansehen was da eigentlich passiert.

Wurde der Kontrast erhöht und Rottöne abgesenkt? Wurde die Klarheit verringert und was macht es mit dem Foto? Passt (wie im Fall der Mail) die weiße Vignette zu meinem Foto oder möchte ich nur die anderen Voreinstellungen übernehmen?

Lightroom Presets analysieren

Aus den Presets anderer kann man viel über die Bildbearbeitung in Lightroom lernen, weil man sofort die Einstellungen und Wirkung vergleichen kann. Lightroom Presets sind aber kein „One Click Wonder“! Ein Lightroom-Preset kann man fast nie einfach auswählen und erwarten, dass es perfekt zum eigenen Fotos passt.

Lightroom Presets ganz einfach selbst erstellen

Wie macht man nun eigene Presets? Ganz einfach: Ausprobieren und mit allen Einstellungsmöglichkeiten herumspielen! Positiver Nebeneffekt: Man lernt, wie sich die unterschiedlichsten Einstellungen auswirken und einsetzen lassen!

Der große Vorteil von Lightroom ist ja, dass es eine sehr überschaubare Auswahl von Funktionen gibt und es – im Gegensatz zu Photoshop – kein Funktionsmoloch ist.

Mit einer Solid State Festplatte kannst du Lightroom sehr viel schneller machen! Diese gibt es schon ab 60 Euro und mit einer Bestellung über diesen Link unterstützt du meine Seite!

Schau dir Fotos mit Effekten an die dich ansprechen und versuche das mit Lightroom nachzubilden.

Instagram-Optik? Ein quadratischer Zuschnitt, Kontrast verringern, ein bisschen mit der Teiltonung und der Tönung gespielt und schon ist man auf dem richtigen Weg! Während ich diesen Absatz geschrieben habe, entstand gleichzeitig die Instagram-Vorgabe für Lightroom 4, die du HIER herunterladen kannst. Du musst dir ein Foto nur genau ansehen und die Optik etwas analysieren.

Instagram Optik mit Lightroom nachgebaut

Fotos mit Lightroom Presets schneller entwickeln

Lightroom Presets lassen sich prima für Aufgaben einsetzen, die man immer wieder machen muss. So kann man mehrere Vorgaben anlegen, die z. B. die passende Rauschreduzierung für eine bestimmte Kamera und jeweils eine bestimmte ISO-Einstellung enthalten. Oder du gehst noch weiter und packst auch noch die entsprechende Objektivkorrektur mit in die Vorgabe.

Schneller mit Lightroom entwickeln – Kamera, ISO und Objektiv-Presets

Jetzt braucht man nur noch einen Bibliotheksfilter „Metadaten“ mit Auswahl der entsprechenden Kamera, dem Objektiv und der ISO-Einstellung wählen, alle Bilder auswählen die gefunden wurden und rechts das entsprechende Korrektur-Preset auswählen. Schon sind die Grundeinstellungen erledigt, Objektivverzerrungen korrigiert und das Bildrauschen entfernt. Wenn man will, kann man auch gleich noch etwas Schärfung oder mehr Kontrast in die Vorgabe einbinden.

Meine 5 Tipps zu Lightroom Vorgaben:

[su_list icon=“icon: hand-o-right“ icon_color=“#780000″]

  • Lege dir Vorgaben für alle Einstellungen an, die du sonst immer wieder von Hand erledigst, das hält dich bei der Bildbearbeitung später weniger auf und du hast mehr Zeit für kreative Änderungen.
  • Sehe fremde Vorgaben nur als Vorschlag für eigene Anpassungen
  • Befasse dich mit den Vorgaben anderer! Was haben sie gemacht und warum sieht das Foto danach so aus wie es aussieht?
  • Analysiere die Optik von Fotos die dir gut gefallen und versuche das selbst in Lightroom nachzubauen
  • Der wichtigste Tipp: Mach dich mit den Möglichkeiten im Entwicklungsmodul (Taste D) vertraut und erreiche dadurch noch bessere Ergebnisse, als es dir jedes fremde Preset liefern könnte.

[/su_list]

Wie setzt Du Lightroom Vorgaben ein? Nur für Bildeffekte oder auch zur Arbeitserleichterung?

Der kostenlose nachbelichtet-Newsletter für dich

10 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Irrtümer und Preisfehler vorbehalten.