Toshiba Flash Air SD-Karten – WLAN für (fast) jede Kamera

Schon lange schiele ich auf die kleinen SD-Karten, die eine normale Digitalkameras zu einer WLAN-Verbindung verhelfen. Am bekanntesten ist hier wohl die Eye-Fi Karte und seit einiger Zeit gibt es auch eine Alternative von Toshiba – die Toshiba Flash Air. Ich habe das 8GB Modell einmal in verschiedenen Kameras ausprobiert.

Die Toshiba kommt im weißen Kleid daher, ansonsten sieht man es der Karte natürlich nicht an, dass sie mehr kann als eine herkömmliche SD-Karte – sie soll schließlich ja auch in jede Kamera mit SD-Slot passen.

Einrichtung und Zugriff auf die Flash Air

Die Einrichtung bzw. der Zugriff auf die Flash Air Karte ist denkbar einfach. Karte in die Kamera, Kamera einschalten, kurz warten und dann vom Smartphone, Tablet, Notebook oder dem Desktoprechner mit eingebautem WLAN nach neuen WLAN-Netzwerken suchen lassen.

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Die Flash Air zeigt sich als Flashair mit einer kryptischen Kennung, das es von evtl. anderen in der Umgebung befindlichen Toshiba Flash Airs unterscheiden lässt.

Die Toshiba Flash Air und die Sony SLT-a77V
Die Toshiba Flash Air und die Sony SLT-a77V

Nun fehlt nur noch das Standardpasswort „12345678“ und das Gerät baut eine Ad-Hoc Verbindung mit der Karte auf. Diese ist dann über den Webbrowser unter der 192.168.0.1 zu erreichen. Das ist gleichzeitig auch der große Vorteil, denn man benötigt kein spezielles Programm, App oder gar einen Online-Account (wie es bei Eye-Fi der Fall ist), um auf die Dateien zugreifen zu können. Das Kennwort kann auch am PC oder Mac mit einer kostenlosen Software neu gesetzt werden, die sich in der Windows-Version auch auf der SD-Karte befindet.

Ich schreibe ausdrücklich „Dateien“, denn der Flash Air ist es auch vollkommen egal, ob es sich dabei um JPG-Fotos, irgendwelche RAW-Dateien, Videos oder andere Formate handelt. JPG’s werden im Browser mit einem kleinen Vorschaubild dargestellt. Bei RAWs oder anderen Dateien geht das nicht.

Durch einfaches anklicken (antippen) wird die entsprechende Datei geöffnet und könnte dann auch per „Speichern unter“ auf das Gerät heruntergeladen werden. Bislang gibt es keine Möglichkeit mehrere Dateien gleichzeitig oder gar automatisiert auf das entsprechende Endgerät herunterzuladen.

Toshiba Flash Air Apps für iOS und Android

Auch die Auswahl an Apps ist begrenzt. Direkt von Toshiba kommt die Gratis-App „FlashAir“ für Android. Diese erlaubt die Auswahl der Flash Air aus der Liste der WLAN-Geräte, ohne dazu ins Einstellungsmenü zu müssen und den Download der Bilder.

Die Karte als WLAN-Gerät unter iOS
Die Karte als WLAN-Gerät unter iOS

Leider funktionierte das auf meinem Google Nexus 7 mit Android 4.2 (Jelly Bean) nicht. Auf älteren Android-Versionen bis 4.0 war es jedoch kein Problem. Das gleiche Problem ergibt sich auch bei der ansonsten wirklich guten Android-App „Airshow„, die auch nur bis Android 4.1 funktioniert

Für iOS gibt es eine ziemlich teure App eines Drittanbieters, die aber gegenüber der Browservariante keine Vorteile bietet.

Olympus bietet eine kostenlose App für iOS und Android an, die den Zugriff und den Download von Flash Air etwas einfacher macht und sogar einige Filter nach Instagram-Manier mitbringt.

Praxistest

Ich habe die Toshiba Flash Air mit meiner Nikon D7000, der Sony SLT-a77V und meiner Casio Exilim EX-ZR1000 ausprobiert.

Letztere ist ausdrücklich kompatibel zur Flash Air und hat dafür sogar einen eigenen Menüeintrag. Ist dieser aktivert, zeigt die Casio EX-ZR1000 unten rechts im Display die Verbindungsbereitschaft bzw. die aktive Verbindung zu einem WLAN-Gerät an.

Flash Air Aktivitätsanzeige bei der Casio Exilim EX-ZR1000
Flash Air Aktivitätsanzeige bei der Casio Exilim EX-ZR1000

Bei der Nikon D7000 muss der Live-View Modus aktiviert sein, damit die SD-Karte mit Strom versorgt wird und ihre Arbeit verrichten kann. Das geht natürlich ziemlich auf den Akku der Kamera, da die Flash Air wohl auch recht viel Strom benötigt.

Die Flash Air im Chrome Browser des iPad
Die Flash Air im Chrome Browser des iPad

Die Sony SLT-a77V hatte auch keine Probleme mit der Flash Air und konnte ohne weitere Tricks zur Zusammenarbeit überredet werden.

Der Download einer 24 Megapixel JPEG-Datei der Sony mit 16 MB dauert zum Desktop-Rechner knapp 10 Sekunden, wobei hier die Geschwindigkeit eher durch die Klasse 6 Geschwindigkeit der Toshiba SD-Karte, als durch das N-WLAN begrenzt wird. Auf dem Nexus 7 und einem iPad dauerte der Download der gleichen Datei etwa 15 Sekunden.

Die Reichweite der Flash Air hängt wohl recht stark von der Kamera ab, in der sich steckt. Mit der Sony klappte ein Abstand von 10 Metern noch tadellos. Mit der Casio waren es nur etwa 5 Meter, was aber für den avisierten Einsatzzweck auch vollkommen genügen sollte.

Überlegungen zur Technik und Nutzung

Die Flash Air Karten sind ganz klar nicht dazu gedacht das USB-Kabel oder den Kartenleser zu ersetzen. Vielmehr bieten sie die Möglichkeit auch von unterwegs schnell mal ein Foto per Mail versenden oder zu Twitter und Facebook posten zu können, das man mit einer „echten“ Kamera gemacht hat.

Ein automatischer Upload aller gemachten Fotos wäre auch wenig sinnvoll, da das sehr zu Lasten der Akkulaufzeit gehen würde und auf der anderen Seite wohl auch die meisten Mobilfunk-Tarife sprengen dürfte.

Toshiba Flash Air
Toshiba Flash Air

Im Fall der Toshiba Flash Air sucht man sich das gewünschte Foto per (mobilen) Browser oder App aus, läd es auf das verbundene Gerät und verteilt es von dort aus mit dem Service der Wahl.

Wenn es möglich wäre, zusätzlich auch mit WLAN-Infrastrukturen arbeiten zu können, indem die Flash Air als WLAN-Gerät auf einen Router (und umgekehrt) zugreifen könnte, würde das ganz neue und interessante Einsatzzwecke ermöglichen. Ebenso wäre ein einfacher automatischer Upload zu freigegebenen Verzeichnissen oder einem FTP-Server wünschenswert.

Braucht man eine Flash Air Karte? Das hängt wie immer sehr stark von jedem Einzelnen ab. Unter bestimmten Umständen kann sie durchaus hilfreich sein, wenn man etwa von Messen oder Veranstaltungen berichten möchte, oder eben auch für Bauleiter oder Immobilienmakler, die Bilder von einer guten Kamera sofort weiterleiten möchten. Vielleicht wäre ja eine Flash Air Karte beim Flughafen Berlin hilfreich gewesen 😉

Einige dieser Überlegungen habe ich auch bei meinem Test der Samsung Galaxy Camera angestellt. Es ist eine nette Erweiterung der Kamera, wenngleich es noch Verbesserungspotential gibt.

Die Toshiba Flash Air mit 8 GB kostet bei Amazon etwa 56 Euro.

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