Von Kollegen, Kameras und falschen Vorstellungen

In unserer Firma bin ich der Foto- und Videomann. Ich fotografiere beinahe täglich unsere wissenschaftlichen Geräte, Zubehör und Proben. Außerdem mache ich Videos zur Bedienung und Anwendung der Geräte, aber auch Produkt- und Messevideos. Daher bin ich in der Firma natürlich auch ein gefragter Ansprechpartner rund um das Thema Fotografie und Kameras – nicht zuletzt auch wegen dieser Seite. Ein kürzlich geführtes Gespräch ist aber fast symptomatisch wenn es um Kameras und Fotografie geht.

Billige Kamera und teures Objektiv, oder teure Kamera und billiges Objektiv?

Das ist wohl eine Frage, die sich schon viele von uns gestellt haben. Ich persönlich neige dazu, Kamerabodies aus der günstigen Mittelklasse zu kaufen und hier zudem jede zweite Generation auszulassen. Die wirklich wichtigen und interessanten Features kommen meiner Erfahrung nach immer nur beim übernächsten Modell. Das gesparte Geld kann man dagegen in gute Objektive und andere Ausrüstung stecken, die auch nicht so schnell veraltet.

Erlebnisse der anderen Art

[image title=”Gangsta” size=”medium” id=”3109″ align=”left” linkto=”full” ]Das ist mal ganz Off-Topic, aber dieses Erlebnis muss ich Euch einfach mal erzählen.

Eigentlich dachte ich, dass hier, in unserem beschaulichen Kaff Oberkotzau, noch eine relativ heile Welt herrscht. Gestern wurde ich jedoch im Vorsaal unserer örtlichen Sparkasse eines Besseren belehrt.

Der Homie und ich

Ich ging an den ersten von zwei Geldautomaten im Vorraum – die Filiale selbst war schon geschlossen. Am anderen Automaten sehe ich einen jungen Mann, so um die 20, vom Typ “Dorf-Eminem” – also Kalkleiste mit Truckermütze und Pickeln. Während ich meine Transaktion tätigte, fängt der Homie hinter mir an zu fluchen. Dass der Automat seine Karte nicht nehme und er doch dringend Kohle bräuchte, er das nicht glauben würde und er jetzt am liebsten den Automaten zu Schrott hauen möchte.

Auf meine beruhigende und gleichzeitig väterlich helfende Frage, wo denn das Problem läge, meinte Schildmütze: “Bloß weil diese F***karte einen Sch*** Knick hätte, gäbe im der F***automat kein sch*** Geld. Also nicht einmal 50cent (hehe – das Wortspiel musste sein …).

“Wenn die Karte einen Knick hat, musst du morgen halt an den Schalter gehen – das wird so nix”, meinte ich zu Hosenarsch-bei-den-Knien-Träger.

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Nur nicht festlegen!

BildhauerWas mir seit langer Zeit und in sehr vielen Bereichen auffällt ist, dass man sich offenbar nirgends mehr festlegen will. Egal ob es nur die Fotografie, Musik, Politik oder die Beziehung ist – man möchte sich alles und für immer offen halten – beherzte und endgültige Entscheidungen sind offenbar out.

Nehmen wir mal das Beispiel Fotografie: Wir fotografieren überwiegend digital, was zweifelsfrei viele Vorteile mit sich bringt, günstig ist und viel Spaß macht. Die Möglichkeiten der digitalen Fotografie führen aber auch dazu, dass wir uns schon beim Erfassen des Motivs (und mehr ist Fotografie  nicht) nicht mehr festlegen, denn wir machen zur Sicherheit gleich mehrere Versionen mit Belichtungsreihen, unterschiedlichen Bildausschnitten usw. – Speicherplatz ist ja genügend vorhanden. Klar, dass wir natürlich auch im RAW-Format fotografieren – man möchte sich ja nicht gleich auf einen Weißabgleich, eine Schärfeeinstellung oder einen Farbraum festlegen müssen.

Viele trauen sich nicht mit einer Festbrennweite loszuziehen – man könnte sich ja zu sehr festlegen.

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Fotokunst

“Mann, Mann, Mann!” würde Atze Schröder wohl über das sagen, was man so an selbsternannten Künstler rumlaufen sieht. Seit es digitale Fotokameras gibt, ist wohl auch die Verbreitung der Fotokunst und der damit verbundenen “Künstler” explodiert. Es vergeht kaum eine Woche in der nicht eine Ausstellung eines weiteren Fotokünstlers eröffnet wird – selbst in unserer oberfränkischen Provinz. Erstaunlich dabei ist, dass sich auch immer Publikum findet und sei es der versammelte Freundeskreis samt persönlichem Versicherungsvertreter, der sonst Angst hat bei Nichterscheinen alle Verträge des Künstlers zu verlieren.

Und was da so an der Wand hängt erstaunt oft zutiefst und man fragt sich, wo diese Kurse angeboten werden, in denen das Ego und Selbstbewusstsein so überdimensional aufgebaut werden kann. Da werden höchstkreative und gleichzeitig höchst unscharfe “Lichtgemälde” präsentiert welche “die Dynamik und Schnelllebigkeit der Gegenwart” in verwischten Aufnahmen, der Beine laufender Menschen manifestiert – in der Hofer Fußgängerzone samt Deichmann im Hintergrund …