So funktioniert das neue Backup-System von Windows 8 … und so nutze ich es

Mit dem bald erscheinenden Windows 8 kommen auch einige neue Funktionen, über die – im Gegensatz zur neuen Benutzeroberfläche – weniger gesprochen wird. Dabei sind diese umso interessanter. Eine davon ist das neue Backup-System „Dateiversionsverlauf“ oder „File History“. Damit schließt man bei Microsoft zur bekannten Apple Timemachine auf. Ich zeige dir, wie du damit deine Dateien sicherst.

Ein eingebautes Backup-System gibt es auch unter Windows 7 und XP schon lange, nur wurde es lt. Microsoft von nicht einmal 5 Prozent der Anwender genutzt. Wie wichtig eine regelmäßige und gute Datensicherung ist, kann ich nicht oft genug betonen und die meisten erkennen den Nutzen erst, wenn die MP3-Sammlung, die Fotos oder wichtige Dokumente für immer im Jenseits angekommen sind.

Mit der Dateiversionsverwaltung schließt Windows 8 auf die beim Mac bekannte Timemachine auf und bindet diese wichtige Funktion zwar optisch nicht so spektakulär wie auf dem Apfel ein, ist dafür aber ein bisschen praktischer und schneller.

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Dateiversionsverlauf Menü von Windows 8

 

Was macht der Dateiversionsverlauf unter Windows 8

Zunächst muss man ein Laufwerk auswählen, auf dem die Sicherung erfolgen soll. Das darf ein (anderes) internes Laufwerk, eine externe Festplatte (USB, eSATA, Firewire etc.) oder auch ein Netzlaufwerk sein z. B. ein NAS.

Ziellaufwerk für das Backup auswählen

Gleich einmal vorweg: Für Backups sind externe Laufwerke oder ein NAS immer die bessere Wahl, als ein internes Laufwerk. Ein externes Laufwerk kann z. B. schnell einmal abgesteckt und an einen anderen Rechner angeschlossen werden, wenn die Hardware streikt und wenn das Haus brennt, kann man es sehr viel schneller retten, als einen Desktop-PC.

In den erweiterten Einstellung lässt sich danach einstellen, wie häufig neue und veränderte Dateien und Ordner gesichert werden sollen. Hier ist standardmäßig eine Stunde als Intervall eingestellt, kann aber zwischen 10 Minuten und 24 Stunden eingestellt werden.

Ohne weitere Einstellungen sichert die File History dann die Bibliotheken (Eigene Bilder, Eigene Musik etc.), Kontakte, Favoriten (natürlich nur vom Internet Explorer) und den Desktop. Dabei geht die neue Datensicherung auf Byte-Ebene vor. Das bedeutet, dass nicht jedes mal die komplette Datei gesichert wird, wenn sie sich verändert hat, sondern nur die Bytes der Datei, die sich verändert haben. Das spart Platz und Zeit bei der Datensicherung.

Zusätzliche Ordner in die Sicherung aufnehmen

Selbstverständlich kann man auch weitere Ordner zum Backup hinzufügen. Dazu klickt man den zu sichernden Ordner mit der rechten Maustaste und wählt „In Bibliothek aufnehmen„.

Erstellen einer neuen Bibliothek

Nun kann man sich entweder dazu entscheiden, den Ordner zu einer vorhandenen Bibliothek hinzuzufügen z. B. einen weiteren Ordner der Fotos enthält könnte man zu bereits vorhandenen „Bilder“ Bibliothek hinzufügen.

Sobald der Ordner als Bibliothek angelegt ist, wird dieser auch gesichert – ganz ohne weitere Einstellungen.

Überhaupt sind die Bibliotheken – die es übrigens auch unter Windows 7 gibt – eine sehr praktische Sache. Leider scheint sie wohl kaum jemand zu kennen oder zu nutzen. So kann man beliebige Ordner, die auch auf anderen Laufwerken liegen können, als Bibliothek aufnehmen und hat diesen dann ganz schnell und komfortable zur Verfügung, ohne sich erst jedes mal dorthin klicken zu müssen.

Bibliothek unter Windows 8 mit dem Lightroom-Katalog als Bibliothek

Sogar komplette Laufwerke lassen sich als Bibliothek integrieren. Die Bibliothek selbst ist dabei nur ein Verweis auf die Quelle, also den Ordner oder das Laufwerk, und belegt keinen zusätzliche Platz. Die Dateien bleiben also dort wo sie waren, können aber schneller erreicht werden – und sind in die Sicherung eingeschlossen.

Wiederherstellung von früheren Versionen

Man kann nun – ebenso wie bei der Mac Timemachine – eine Version von einer oder mehrerer Dateien und Ordner entweder an den ursprünglichen Ort oder einen anderen wiederherstellen, indem man im Windows Explorer unter Start->Verlauf

Start -> Verlauf
Start -> Verlauf

die gesicherten Versionen anzeigen lässt und das Menü zur Wiederherstellung mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Dateien auswählt.

Dateiversionsverlauf – Dateien wiederherstellen

RAID ist keine Datensicherung!

Viele glauben, dass gespiegelte Festplatten (oft RAID 1 oder 5) als Backup gelten. RAID-Systeme haben mit Datensicherheit gar nichts zu tun, sondern dienen nur der Verfügbarkeit, wenn z. B. Daten ohne Unterbrechung verfügbar sein müssen, auch wenn eine Platte ausfällt. Auch vRAID-Systemen müssen gesichert werden. Löscht man von einem RAID-Laufwerk Daten, sind diese auch für immer weg oder streikt ein RAID-Controller, können im schlechtesten Fall alle Platten gelöscht werden.[/infobox]

Mit den Pfeilen unten im Dialog kann man durch die verschiedenen Zeitpunkte der Sicherung navigieren.

Mit dem Dateiversionsverlauf hat Windows 8 nun endlich eine wirklich einfach und komfortable Datensicherungs- und Versionierungsfunktion gleich mit an Bord. Die Einrichtung ist kinderleicht und die Sicherheit ist für den Normalanwender ausreichend, sofern man auf externe Laufwerke setzt.

Wer noch mehr Sicherheit haben möchte. Kopiert sich das komplette Sicherungsverzeichnis regelmäßig (z. B. einmal pro Woche) auf ein weiteres externes Laufwerk und hinterlegt das an einem sicheren Ort außerhalb der eigenen vier Wände.

Ich verwende übrigens zwei NAS-Systeme, darunter ein QNAP TS419P NAS mit 4 x 2TB Festplatten als RAID 5  konfiguriert, das dann 5,6TB Nettokapazität bei redundanten Festplatten bietet. Auf diesem NAS finden die Backups mehrerer Rechner und auch das Timemachine-Backups meines Mac Platz. Das NAS wird wiederum nachts automatisch auf zwei daran angeschlossene externe Festplatten kopiert.

Alle aktuellen Projektdateien befinden sich auf einem externen Western Digital MyBook mit 4 TB Speicherkapazität, das per eSATA sehr schnell an meinen Windows 8 Rechner angebunden ist. Das hat den Vorteil, dass ich diese Daten auch schnell einmal mit einen anderen Rechner verbinden oder mitnehmen kann.

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