Rolle rückwärts: Ich liebe den Gutenberg Editor

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Verdammte Axt! Noch vor wenigen Tagen habe ich mich über den neuen Wordpress Editor „Gutenberg“ echauffiert. Ich hielt ihn für einen Produktivitätskiller und vollkommen überflüssig – gerade für Blogger. Plötzlich ist alles anders.

Manchmal ist es schon seltsam. Man bemüht sich, eine neue Technik oder Funktion zu nutzen, aber irgendwie will sich der Sinn nicht erschließen. So ging es mir mit dem Gutenberg Editor von WordPress. Ich bin ja immer offen für neue Sachen und ein neuer Editor für WordPress war schon lange fällig. 

Das Block-Konzept von Gutenberg schien mir aber bei normalen Blog-Posts einfach sperrig im Weg zu stehen. Ich will doch nur schnellstmöglich einen Text runterkloppen, ein paar Bilder und Links einfügen und veröffentlichen.

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Der neue Arbeitsablauf

Nun habe ich mich kurzfristig dazu entschieden, nachbelichtet wieder etwas umzubauen. Das letzte Redesign war zwar erst vor gut einem Jahr, aber ich wollte die Lesbarkeit erhöhen, ein paar Plugins herauswerfen etc. Dabei habe ich mich wieder zur Nutzung von Gutenberg „gezwungen“ und kam auf einmal auf einen sehr angenehmen Arbeitsablauf, der nun sogar schneller ist, als mit dem klassischen Editor.

Startpunkt: Der klassische Absatz in Gutenberg

In der aktuellen Version startet Gutenberg nämlich mit einem klassischen Absatz-Block. Man schreibt also zunächst genau so, wie man das auch vom alten Editor gewohnt ist: ganz ohne Unterbrechung, ohne Blöcke für jeden Absatz etc. Man kann gewohnte Arbeitsabläufe übernehmen, also z. B. Wörter gleich hervorheben, Links markieren, wenn man möchte auch schon Zwischenüberschriften etc. und das alles schön mit der Tastatur und Shortcuts, denn damit geht es noch schneller. Ich habe noch nie verstanden, warum man die Maus braucht, um einen Absatz oder ein Wort fett zu machen oder um einen Link einzufügen.

In Blöcke umwandeln

Ist man mit dem Text so weit fertig, klickt man einfach auf das „Mehr Optionen“ Menü, oben rechts am Block mit den drei vertikalen Pünktchen und wählt „in Blöcke umwandeln“ aus. Erst jetzt wird aus jedem Absatz ein eigener Block, so wie es bei den ersten Gutenberg-Versionen sofort beim Schreiben passiert ist.

Ab jetzt ist Gutenberg sogar eine Arbeitserleichterung, weil man Bilder sehr viel komfortabler einfügen und verschieben kann. Gleiches gilt für Absätze. Zwischenüberschriften kann man einfach anklicken und den Überschrifts-Block auswählen. Standardmäßig werden sie dann als H2 definiert – genau, was ich möchte.

Neue Blöcke, neue Möglichkeiten

Mit den Blöcken und dem neuen Layout meiner Posts, kam aber auch die Neugier auf die ganzen Blöcke die mitgeliefert werden, aber auch solche, die man zusätzlich installieren kann. Hier ist es schon toll, was es alles für Möglichkeiten gibt. So habe ich für längere Beiträge einen Block mit einem Inhaltsverzeichnis, das sich selbstständig aus den Überschriften der Seite generiert. Oder für Produkttests einen Bewertungs-Block. Beides könnt ihr in diesem Beitrag sehen.

Blöcke bieten im Gegensatz zu den klassischen Shortcodes den Vorteil, dass sie komplett verschwinden, wenn man das entsprechende Block-Plugin entfernt. Shortcodes bleiben immer als solche Sichtbar im Text zurück, was in 14 Jahren nachbelichtet schon oft zu lästigen Workarounds geführt hat.

Ein Block um ein Inhaltsverzeichnis generieren zu lassen

Auch die hohe Anpassbarkeit der Blöcke vieler Anbieter, sorgt für deutlich mehr Flexibilität. Umso besser ist, dass man einmal gefundene Einstellungen für einen Block als „Wiederverwendbaren Block“ festlegen kann, ohne bei jeder Verwendung wieder alle Einstellungen durchführen zu müssen. Ändert man den wiederverwendbaren Block, erben alle Blöcke, die auf ihm basieren, die neuen Einstellungen. Möchte man das nicht, weil man z. B. nur die Einstellungen übernehmen will, aber einen individuellen textlichen Inhalt möchte, klickt man im Wiederverwendbaren Block auf „in normalen Block umwandeln“. Damit wird dieser Block vollkommen unabhängig von seinen Geschwistern.

Ebenso hilfreich ist, dass man im Editor bereits den kompletten optischen Eindruck des veröffentlichten Posts hat, da alle Stile im Editor angezeigt werden.

Fazit

Der Gutenberg Editor hat mich anfänglich viele Nerven gekostet und meinen Unmut auf sich gezogen. Mit der aktuellen Version und dem jetzigen Arbeitsablauf verstehen wir uns aber perfekt und die Gutenberg-Entwickler haben auch weitere Verbesserungen angekündigt.

Man muss sich die Möglichkeiten erarbeiten und auch etwas experimentieren um herauszufinden, was Gutenberg für einen selbst tun kann. Ist erst einmal der Knoten geplatzt, erweist sich der neue Editor als sehr gutes Werkzeug mit vielen neuen Möglichkeiten.

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