Die wohl beste Lötstation auf dem Markt

Professionell löten – die JBC CD-2BQF Lötstation

Ich habe meine Elektronikwerkstatt um eine JBC CD-2BQF Lötstation erweitert und weiß seitdem, dass das schon längst nötig gewesen wäre.

Eine Lötstation ist wohl eines der wichtigsten Werkzeuge in einer Elektronikwerkstatt. In den über 40 Jahren, in denen ich mit Lötkolben arbeite, hatte ich schon etliche Modelle im Einsatz. Damals© (zwischen 1987 und 1994) als Radiofernsehtechniker waren Stationen von Ersa und Weller der Standard und allesamt kamen selten über 60 Watt Leistung hinaus. Zu dieser Zeit sah die Elektronikwelt allerdings auch noch etwas aus: Doppelseitig bestückte Platinen waren die Ausnahme, SMD-Bauteile ohnehin (wenn man von ein paar MELFs absieht) noch nicht alltäglich und bleifreies Lot war auch unbekannt. Man kannte auch nur das, was in den Katalogen der Lieferanten angeboten wurde und das kam eben meist von Weller und Ersa.

So hatte ich bislang auch eine Ersa Analog 60 und uralt Weller WTCP („Magnastat“) Lötstation im Einsatz, die aber leider nicht mehr (oder noch nie …) allen Aufgaben gewachsen war. Dazu zählt etwa, dass man schnell und einfach unterschiedliche Lötspitzen einsetzen kann. Zudem fehlte ihnen häufig die nötige Leistung und die Aufheizdauer war elend lang. Wenn es schnell gehen musste, hatte ich in der letzten Zeit eher den preiswerten TS100 Lötkolben am Start, dessen Leistung aber auch begrenzt ist. Eine Lötstation in der 150 Watt Klasse musste also her.

Da ich bereit war, auch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, habe ich mir nicht nur die i-Con Modelle von Ersa angesehen, sondern auch Lötstationen von JBC, Hakko, Weller und Metcal. Lötstationen aus chinesischer Fertigung wie Yihua und deren baugleiche Ableger von Conrad, ELV & Co. schieden aus.

Bei meiner Auswahl blieben am Schluss Modelle von Metcal und eben JBC übrig, die meine Anforderungen an Leistung, Flexibilität und Geschwindigkeit erfüllten. Das Gesamtkonzept von JBC überzeugte mich jedoch am meisten:

  • Schneller, komfortabler und sicherer Lötspitzenwechsel ohne Werkzeug
  • Riesige Auswahl an Lötspitzenformen (über 160 beim Modell C245)
  • Extrem schnelle Aufheizung und Standby-Funktion (verlängert die Haltbarkeit der Spitze)
  • Hohe und stabile Heizleistung
  • Gute Versorgungslage bei Lötspitzen und Ersatzteilen
  • Komfortabler Lötkolben mit sehr flexibler Leitung (ist mir extrem wichtig!)
  • Preislich (in ihrer Klasse) noch vergleichsweise günstig
  • Beste Bewertungen in Kommentaren und Foren

Preislich liegt man bei der JBC CB-2 gerade bei etwa 370 € ohne und 390 € mit einer Lötspitze. Damit ist die JBC ca. 40 € günstiger als eine Ersa i-Con und gut 140 Euro billiger als eine vergleichbare Lötstation von Metcal.

Die Lötstation, zusammen mit 5 Lötspitzen, wurde vom Elektronik-Versender Welectron schnell geliefert.

Wenn man die JBC-Lötstation auspackt, merkt man sofort, dass man es hier mit einem absolut professionellen Werkzeug zu tun hat. Die Basis ist schwer und hervorragend verarbeitet. Der Lötkolben liegt mit seinem grünen Moosgummi-Griff fantastisch in der Hand und die Lötspitze ist kurz genug für präzise SMD-Arbeiten unter dem Mikroskop.

Nach dem Einschalten benötigt die JBC Lötstation knapp 7 Sekunden zum Booten, um nach 2 weiteren Sekunden auf der Standby-Temperatur von 150 °C zu sein. Entnimmt man den Lötkolben, heizt er innerhalb von 4 Sekunden auf 350 °C! Steckt man den ihn zurück in seine Ablage, wird er automatisch wieder auf die Standby-Temperatur heruntergekühlt. Nach einer einstellbaren Zeit geht die Lötstation dann bei Nichtbenutzung in den Tiefschlaf mit Raumtemperatur. Man kann also auch nicht mehr vergessen, den Lötkolben auszuschalten.

Der automatische Wechsel zwischen Standby-Temperatur und Löttemperatur geht so schnell, dass man ihn komplett vergisst. Bis man an der Lötstelle ist, hat er auch schon Betriebstemperatur. Alternativ kann man eine Zeitspanne festlegen, die der Lötkolben auf der eingestellten Löttemperatur bleiben soll, nachdem man in die Ablage gesteckt hat.

Es lassen sich 3 unterschiedliche Temperaturen programmieren, die per Tastendruck abrufbar sind. Ich habe diese für bleifreies Löten und Entlöten (350 °C), verbleites Lötzinn (320 °C) und SMD (blei- und bleifrei) (290 °C) eingestellt.

Bei JBC ist die Lötspitze auch gleichzeitig der Heizkörper samt Temperatursensor. Das bedeutet zwar, dass die Lötspitzen etwas teurer sind, dafür sind sie aber auch enorm schnell und halten die Temperatur präzise. Dadurch kann man niedrige Lötspitzentemperaturen einstellen, da diese durch die schnelle Nachregelung auch immer zuverlässig zur Verfügung stehen. Eine unnötig hohe Temperatur verringert die Lebensdauer der Lötspitze indes deutlich.

Lötspitze im Betrieb über den Halter abziehen …

Bei den Ersa i-Con Stationen hat man hingegen ein Heizelement mit aufgesteckter Lötspitze, weshalb diese auch deutlich länger aufheizen, der Lötspitzenwechsel ist sehr umständlich und muss bei abgekühltem Lötkolben erfolgen.

… und neue Lötspitze aufstecken

Die Spitzenleistung gibt JBC mit 130 Watt bei 23,5 Volt an. Tatsächlich schiebt die Station auch diese Leistung bei der Aufheizung in die Lötspitze. Mit einem Leistungsmessgerät kann man deutlich sehen, wie schnell und dynamisch mehr Leistung abgerufen wird, wenn man diese benötigt. Im Display informiert eine Balkenanzeige über die aktuell abgerufene Leistung in Prozent.

6 Tipps für Löt-Anfänger

1

Temperatur

Immer mit der niedrigstmöglichen Temperatur löten. Zu hohe Temperaturen verkürzen die Lebensdauer der Lötspitze, verbrennen das Flussmittel und sorgen für schlechte Lötstellen.

Bleifreies Lot: 350 °C
Bleilot (Sn60Pb40): 320 °C
SMD bleifrei: 300 °C

2

Lötspitze

Die Größe der Lötspitze sollte etwa der Größe der Lötstelle entsprechen. Größere Spitze, bessere Temperaturübertragung.

Große Flächen oder dicke Kabel benötigen große Lötspitzen. Kleine SMD-Bauteile, entsprechend kleine Lötspitzen.

3

Löten

Lötstelle erst erwärmen und dann das Lötzinn zuführen, während die Lötspitze weiterhin in Position ist.

Die richtige Menge Lötzinn der erhitzten Lötstelle und nicht der Lötspitze zuführen. Lötstellen sollten konkav aussehen (keine Kugel oder Tropfen).

4

Auf keinen Fall

den Lötkolben mit Druck oder gar zum Hebeln benutzen, da das die Eisenbeschichtung der Lötspitze beschädigt.

Wenn die Temperatur nicht richtig übertragen wird, passen Leistung, Lötspitze oder Temperatur nicht.

Sehr lange erhitzen, da Bauteile beschädigt werden können.

5

Pflege

Lötspitze regelmäßig vor dem Lötvorgang mit einem Metallschwamm oder leicht feuchtem Schwamm (destilliertes Wasser, schonender als Metallschwämme) reinigen. Lötspitze immer verzinnt zurücklegen, um Oxidation zu vermeiden.

Bei starker Verunreinigung Lötspitzen-Reiniger verwenden (und nur dann!)

6

Sicherheit

Lötdampf nicht einatmen. Bei häufiger Nutzung eine Lötdampfabsaugung benutzen. Platinen und Bauteile einspannen, damit sie sicher fixiert sind. Bei bleihaltigem Lot nach der Arbeit die Hände waschen.

Vorsicht vor Lot-Spritzern und Tropfen. Arbeitsplatz aufgeräumt und ohne brennbares Material in der Nähe halten.

Die JBC CD-2 in der Praxis

Ich war extrem erstaunt, wie groß der Unterschied bei der JBC Lötstation ist. Das Löten geht sehr viel schneller und leichter von der Hand. Große Masseflächen werden mühelos erhitzt, ohne lang auf einer Stelle herumbraten zu müssen. Der Lötspitzenwechsel von einer großen angeschrägten Lötspitze zu einer Bleistiftspitze mit 0,6 mm für SMDs geht spielend leicht und schnell und man muss sich auch keine Sorgen machen, dass einem die Lötspitze entgleitet oder man sich verbrennt. Nach dem Wechsel steht die Arbeitstemperatur in weniger als 5 Sekunden zur Verfügung.

Details wie der, mit einer Gummiabdeckung versehene Messingschwamm, der Lötzinnspritzer verhindert oder die einstellbare Ablage samt Kabelaufhängung zeigen, dass man sich bei JBC viel Gedanken um den praktischen Einsatz gemacht hat. Dazu gehört auch die einfache Aktualisierung der Firmware über den eingebauten USB-Anschluss. Außerdem gibt es mit „Robot Control“ eine kostenlose Software, mit der man Temperaturen auslesen und die Konfiguration am PC bearbeiten kann.

Bei den Lötspitzen habe ich folgende Auswahl getroffen:

  • JBC C245-951 abgeschrägt mit 3,8 mm für große Flächen und Litzen
  • JBC C245-102 abgeschrägt 2 mm für Drag-Soldering
  • JBC C245-160E Meiselförmig mit 1,6 mm als E-Ausführung für (E)rweiterte Haltbarkeit – meine Standardlötspitze
  • JBC C245-731 Meiselförmig mit 0,6 mm breite für SMDs und sehr feine Arbeiten
  • JBC C245-955 Klingenform mit 13 mm Länge – mein absoluter Liebling fürs Entlöten
Bild: jbctools.com

Die JBC C245-955 Lötspitze ist ein absoluter Game-Changer. Mit ihr lassen sich nicht nur sehr große Lötstellen spielend verflüssigen, sondern auch Bauteile mit mehreren Pin schnell und einfach entlöten. Die Klinge deckt z. B. gleich zwei Pins eines Elkos ab, sodass man diesen einfach herausziehen kann. Und auch DIP/DIL- und 8 oder 16 ICs kann man damit auf einer Seite vollständig erwärmen und anheben.

Mehrere Kontakte mit einer Spitze erhitzen und auslöten

Während ich früher meistens mit nur einer Lötspitze gearbeitet habe, weil der Wechsel zu umständlich war, nehme ich nun immer die passende Spitze – weil es so einfach ist. Lötspitze mit dem eingebauten Werkzeug herausziehen. Neue Lötspitze aus der Halterung einstecken. Fertig!

Bis zu 5 Lötspitzen hat man immer in der Station zur Verfügung, plus diejenige, die im Griff steckt.

Fazit

Die JBC CD-2 zeigt eindrucksvoll, was man eigentlich schön viel früher hätte nutzen sollen. Im Vergleich zu Stationen unterhalb von 200 €, erschließt sich eine völlig neue Welt. Was früher oft mühsam und nervig war, geht mit der JBC Lötstation spielend von der Hand. Selbst Standardaufgaben wie einfache THT-Lötstellen gehen schneller und sehen ordentlicher aus.

Weil die gewählte Temperatur an der Lötspitze immer zuverlässig zur Verfügung steht, kann man mit niedrigeren Temperaturen arbeiten. Das schont die Lötspitze, verbrennt weniger Flussmittel und sorgt für perfekte Ergebnisse.

Etwa 400 Euro (mit einer Lötspitze für eine Lötstation ist für den Hobby-Einsatz kein Pappenstiel. Es sind aber mit die am besten investierten 400 €, die ich seit langer Zeit für ein Werkzeug ausgegeben habe.

Mehr Infos: https://www.jbctools.com/cdb-soldering-product-1605.html


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