Meine Erfahrungen mit Google Chromecast: Ernüchternd!

Googles Chromecast ist als Herausforderer zu Apple TV angetreten. Ein kleiner HDMI-Stick mit einer Stromversorgung über USB. Er soll Videos, Fotos und Musik auf den Fernseher bringen. Ich habe mir einen Chromecast im örtlichen Elektronikmarkt geholt und war schon nach wenigen Minuten ziemlich enttäuscht.

35 Euro sind nicht viel und generell probiere ich lieber selbst etwas aus, anstatt Stunden für Recherchen und fragwürdige Usermeinungen im Netz zu verschwenden. Meine Zeit ist auch etwas wert. Also schnell nach dem Samstagseinkauf zum örtlichen Elektronikmarkt und einen Google Chromecast gekauft.

Einrichtung: Unproblematisch

Die Einrichtung am heimischen TV erfolgte schnell und ohne größere Probleme. Viele scheitern wohl daran, dass sich das Gerät mit dem sie den Stick einrichten wollen, immer wieder mit dem heimischen WLAN verbinden.

Dazu muss man wissen, dass der Chromecast Stick für die Ersteinrichtung selbst ein WLAN öffnet, mit dem man sich zur Einrichtung verbinden muss. Ist das geschehen beschränkt sich die Einrichtung auf die Auswahl der SSID des WLANs und dem zugehörigen WLAN-Schlüssel. Danach muss man sich wieder mit seinem eigentlichen WLAN verbinden und nun sollte Chromecast für die Geräte im heimischen Netz sichtbar sein.

Zu wenige Anwendungen

Die Übertragung vom Android Tablet und Smartphone aus der YouTube App klappt einwandfrei. Das kann mein TV, mein Heimkinosystem, mein Sat-Receiver und mein NAS auch ohne Chromecast. Direkte Übertragung aus den Google Galerie Apps? Fehlanzeigen – zumindest nicht ohne irgendwelche zusätzlichen Apps von Drittanbietern.

Screenmirroring? Das wäre ja überhaupt die wichtigste Funktion, da man damit praktisch jede App auf den Fernseher bringt – Fehlanzeige! Mein Nexus 7 hat zwar Android 4.4.1 aber damit geht es nicht. Mit älteren Android-Versionen wohl nie. Damit sind auch Dienste wie das von mir geschätzte Bong.tv oder die Mediatheken von ARD, ZDF & Co. außen vor.

Die Übertragung aus den Tabs eines Chrome Browsers? Auf dem MacBook und der passenden Chrome-Erweiterung wird zwar der Chromecast-Stick erkannt, dann aber ein „unbekannter Fehler“ mit einem roten Kreuz signalisiert. Keine Übertragung möglich. Übertragung aus einer Windows-Version von Chrome: Geht, ist aber wackelig und das obwohl das WLAN ansonsten schnell genug für HD-Videostreaming vom Sat-Receiver etc. ist.

Spotify mit Chromecast? Nein! Geht nur mit Google Music. Der Weg über den Browser wäre noch offen, aber umständlich. Google schreib aber selbst „Videos und Musik aus dem Internet auf dem Fernseher erleben“. Lokale Medien und Fotos sind hier einfach nicht Kern des Produkts

Fazit

Derzeit ist Googles Chromecast keine Empfehlung, denn es fehlt schlichtweg der WAF (Women Acceptance Factor). Zu wenige Anwendungen werden derzeit unterstützt. Apple TV ist zwar teurer, spielt aber in einer ganz anderen Liga und zeigt einfach mal wieder, dass man sich bei Apple sehr viele Gedanken darum macht, dass neue Geräte von der breiten Masse akzeptiert werden.

Ich lege den Stick mal auf Halde und warte ab, was sich hier in den nächsten Monaten tut. Ansonsten kommt er auf den Ehrenfriedhof der unnötigen Gadgets und gescheiterten Ideen. Ich hatte voller Elan auch mit einem kleinen Testvideo angefangen, das mangels erwähnenswerter Funktionen nicht fertiggestellt.

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