Meine Erfahrungen mit dem Firmware Hack für die Nikon D7000

Als Nikon Anwender schaut man gerne etwas neidisch zu den Canon EOS Kameras, wenn es um das Thema Firmware Hacks geht.  Jetzt kann man  auch im Nikon Lager erste Erfolge mit inoffiziellen Firmware Hacks verbuchen. Ich habe das mal an der Nikon D7000 ausprobiert.

Gerade im Videobereich hat Canon mit dem Magic Lantern Hack ziemlich die Nase vorn und man kann damit schon aus einer einfachen Canon 600D eine respektable Filmkamera machen. Neben allerlei Bedienungshilfen wie Focus Peaking, div. Histogrammen und Belichtungshilfen kommt man dabei vor allem in den Genuss höherer Bitraten bei der Videoaufnahme. Dies führt dazu, dass deutlich mehr Details im Video festgehalten werden, was eine sehr viel bessere Nachbearbeitung (Stichwort: Grading) erlaubt.

So funktioniert der Hack

Beim Nikon Hack wird keine modifizierte Firmware zum Download zur Verfügung gestellt. Vielmehr wir die Original-Firmware selbst gepatched.

Um eine Nikon Kamera mit dem Hack zu versehen benötigt man zuerst eine Version der Originalfirmware von der Nikon-Seite, welche natürlich zu Kamera passen muss. Diese entpackt man und ruft dann die Website mit dem Firmware-Patcher auf. Hierzu benötigt man das Microsoft Silverlight Plugin, das man evtl. erst noch installieren muss.

Nun wählt man mit „Select Firmware File“ die soeben entpackte Original-Firmware aus (die .bin Datei). Jetzt bekommt man – je nach Kameramodell – eine Auswahl der möglichen Hacks angeboten. Hier hakt man einfach die gewünschten Features aus. Mit „Save Patched Firmware File“ speichert man die modifizierte Firmware wieder auf dem Rechner oder gleich im Hauptverzeichnis einer SD-Karte ab. Die kommt dann in die Kamera und man startet das ganz normale Firmware-Update. Wurde das erfolgreich durchgeführt, sind die neuen Funktionen einsatzbereit.

Ein Firmware-Hack kann im dümmsten Fall deine Kamera beschädigen! Ein Update solltest du immer mit einem vollen Original-Akku ohne Batteriegriff etc. machen. Die Veränderung der Firmware erfolgt auf eigene Gefahr!

Was geht mit dem Firmware-Hack?

Die Nikon D7000 nimmt mit der Originalfirmware im 1080p Format mit 24 Bildern pro Sekunde und 24 Mbps Bitrate auf. Da die Nikon statt auf AVCHD auf ein Quicktime-Format mit H.264 Codec setzt, ist die Bildqualität zwar von Hause aus schon ganz okay, mit dem Nikon Hack kann man diese jedoch auf bis zu 64mbps hochschrauben.

Screenshot aus dem Video (mit Grading)
Screenshot aus dem Video mit 54 Mbps (mit Grading)

Ich habe es mit der mittleren Bitrate von 54 Mbps ausprobiert und bin ziemlich begeistert. Die Videoqualität legt dabei deutlich zu und man kann das Material sehr gut nachbearbeiten und graden. Für die höhere Bitrate sind allerdings auch schnelle SD-Karten erforderlich. Ideal sind Karten wie meine LEXAR Professional 64 GB.

Hier ein Beispiel. Ich habe den Kontrast, die Sättigung und Bildschärfe in der Kamera auf minimal eingestellt und damit mit ganz flachen Einstellungen eine Videoaufnahme gemacht. Anschließend wurde das Material in Adobe Premiere Pro CC mit der 3-Wege Farbkorrektur und den RGB-Kurven bearbeitet und mit dem Convolution Kernel geschärft.

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Astro-Fotografen können den „Nikon Star Eater“ ausschalten. Dieser bewirkt bei einer ungepatchten Firmware, dass Nikon kleine Sterne am Nachthimmel als „Hot-Pixel“ des Sensors interpretiert und ausblendet.

Bei der Nikon D7000 lässt sich außerdem die Aufnahmezeitbegrenzung aufheben, was jedoch nur bei der normalen Videoqualität funktioniert, denn bei den hohen Bitraten halbiert sich die Aufnahmezeit ohnehin. Allerdings benötigt man auch selten mehr als 10 Minuten pro Clip. Interessant ist auch, dass man nun wohl einen „cleanen“ HDMI-Ausgang bekommen kann, um darüber das unkomprimierte Signal mit einem HDMI-Recorder (z. B. Atomos Ninja) aufnehmen zu können. Leider habe ich das bislang noch nicht hinbekommen.

http://youtu.be/83Yxth9FN3E

Bei der Nikon D5100 kann man mit dem Hack auch Fremdakkus problemlos einsetzen oder im Live-View Modus die Verschlusszeit und ISO-Empfindlichkeit einstellen.

Was kann man noch erwarten?

Bislang stehen die Nikon Hacks noch ziemlich am Anfang. Von Tools wie Intervall-Timer, Focus-Stacking etc. wie man sie von Magic Lantern her kennt ist man noch weit entfernt und es ist unklar, ob so etwas mit den derzeitigen Nikon Modellen überhaupt möglich sein wird.

Etwas wahrscheinlicher sind schon höhere Frameraten (60 fps) für geschmeidige Zeitlupen und sogar über RAW-Video wird nachgedacht.

Ich persönlich würde mir für die D7000 1080 25p statt 24p wünschen und dass man die Blende im Live-Modus einstellen kann, ohne diesen verlassen zu müssen.

Mehr Infos:

Nikon Patcher Seite
Nikon-Hacker Forum

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