Lightroom 6 und das deaktivierte Kartenmodul – Hintergründe und Work

Nutzer der letzten Kaufversion von Lightroom staunten nicht schlecht, als Adobe ankündigte, dass das Kartenmodul deaktiviert wird. Geotagging war doch eine beliebte und wichtige Grundfunktion von Lightroom 6. Was sind die Hintergründe für diese Entscheidung und wie kann man Fotos trotzdem geotaggen und die Position in Google Maps betrachten?

Adobe wird für Lightroom 6 keine Updates mehr liefern. Das wurde ja schon vor einiger Zeit bekannt. Also keine neuen Kameras unterstützten, keine neuen Objektivprofile anbieten und auch keine Bugfixes liefern. Was ist aber mit einer Funktion, die man praktisch mit gekauft hat und nun einfach nicht mehr nutzbar ist?

Adobe schiebt es auf Probleme mit Veränderungen in den Nutzungsbedingungen von Google Maps seitens Google (hier ist findet man das offizielle Statement von Adobe). Tatsächlich hat Google die Maps-API, also die Programmierschnittstelle für Google Maps geändert und Adobe müsste die älteren Lightroom Versionen dahingehend anpassen, was sie nicht tun werden. Wie ein solcher Fall rechtlich gelagert ist, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass eine zugesicherte Funktion, die Teil des Kaufs war, nicht mehr nutzbar ist.

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Welche Alternativen gibt es zum Kartenmodul?

In solchen Fällen kommt immer der große Aufschrei, dass man komplett von Lightroom weggehen würde. Kann man machen, nur leider gibt es keine echten Alternativen. Luminar kündigt seine Verwaltungsfunktion schon lange an. Herausgekommen ist nicht mehr als ein simpler Bildbetrachter auf Basis des Dateisystems. Photo Raw von OnOne kommt für mich derzeit am nähsten an Lightroom heran, hat aber kein Kartenmodul und keine Geotagging-Funktionen. ACDSee hat ein Kartenmodul, ist aber bei der Bildbearbeitung einfach viel zu umständlich. Capture One hat einen tollen RAW-Entwickler und perfektes Tethering, aber keine gute Bibliothek, kein Geotagging etc. So können wir die Liste weiterführen.

Viele reduzieren Lightroom auf das Entwicklungsmodul. Dabei ist das Bibliotheksmodul für den Workflow viel wichtiger und hier haben alle anderen Anbieter erhebliche Defizite.

Was also tun, wenn man bei Lighroom 6 bleiben möchte und trotzdem seine Fotos auf der Weltkarte darstellen möchte?

Ein paar Workarounds

Wenn man nur die Position der Fotos auf der Google Karte anzeigen möchte, reicht ein Mausklick auf den kleinen Pfeil neben den GPS-Daten im Metadaten-Panel. Damit werden diese Koordinaten im Webbrowser geöffnet und angezeigt. Schon mal besser als gar nichts, aber noch lange nicht der bisherige Funktionsumfang.

Möchte man Fotos auch nachträglich mit GPS-Koordinaten versehen (Geosetting), muss man auf eine externe Lösung ausweichen. Für Windows-Anwender dürfte der altbekannte und kostenlose Geosetter die beste Wahl sein. Man lädt seine Fotos von der Speicherkarte auf den Rechner, führt diese in Geosetter mit den entsprechenden GPS-Daten zusammen (oder positioniert die Fotos manuell auf der Karte) und importiert diese anschließend in Lightroom. Für Mac-User gibt es MyTracks für 17,99 $, das einen ähnlichen Funktionsumfang wie Geosetter bietet.

 

Geosetter Hauptfenster mit Tracks

Der bekannte Lightroom Plugin-Programmierer Jeffrey Friedl hat auch ein Lightroom-Plugin mit dem Namen „Jeffrey’s “Geoencoding Support” Plugin for Lightroom“ geschrieben. Es hat sogar einen größeren Funktionsumfang als die GPS-Funktionen von Lightroom. So kann es auf alternative Karte wie Bing Maps oder Open Street Maps zugreifen und beherrsch eine Umkreissuche. Allerdings kann man mit dem Plugin leider nicht das manuelle Geotagging von Lightroom wiederherstellen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Das Plugin ist „Donationware“, ihr zahlt also das, was es euch wert ist.

Jeffrey’s “Geoencoding Support” Plugin for Lightroom

Das sind die Alternativen zum deaktivierten Lightroom 6 Kartenmodul, die ich euch derzeit nennen kann. Falls ihr noch ein paar Tipps habt: Gerne her damit!

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