In der Praxis: iPad schlägt Netbook

Jetzt bin ich ja ganz bestimmt kein Apple-Fanboy, aber ich möchte nicht mehr auf mein iPad verzichten. Hab ich das wirklich geschrieben? Ja! Hab ich! Seltsam …

Auf einmal bekam man die kleinste Ausführung des begehrten Tablets, mit 16GB und WiFi, für günstige 379€. Damit warf ich jeden Ekel über Bord und bestellte ein Apple iPad. Tja … und dann kam die Erkenntnis, dass es eigentlich schon fast unverzichtbar ist eines zu haben – zumindest wenn man soviel mit dem Web arbeitet wie ich.

Jetzt bin ich ja ganz bestimmt kein Apple-Fanboy, aber ich möchte nicht mehr auf mein iPad verzichten. Hab ich das wirklich geschrieben? Ja! Hab ich! Seltsam …

Vielleicht mal ein bisschen was zur Vorgeschichte: Ich war lange auf der Suche nach einem eBook-Reader, da ich sehr viele PDF-Dokumente lese und auch zwei englische E-Magazine abonniert habe. Sowas am Desktop oder Notebook zu lesen, ist einfach unbequem und mit meinem Samsung N220 Netbook noch viel unpraktischer.

Kindle, Oyo & Co. E-Book Reader

Die ganzen E-Ink Geschichten, wie das Kindle von Amazon, Thalias Oyo usw. schieden schnell aus. Zwar können diese E-Book Reader PDFs darstellen. Bei komplexeren Layouts haben sie aber schon Probleme, sind verdammt langsam und natürlich nur monochrom. Die Akkulaufzeiten sind natürlich bombastisch und auch die Lesbarkeit ist sehr gut. Sie können teilweise auch ein bisschen „Internet“, aber das sind mehr experimentelle Dinge und nicht wirklich brauchbar. Kurz stand zwar das WeTab auf der Agenda,  aber nach den ernüchternden Tests, dem PR-Desaster und einem kurzen Check im örtlichen Elektronikmarkt schied diese Alternative komplett aus.

Android Tablets – ja, wo sind sie denn?

Jetzt bin ich ja ein Android-Fan der ersten Stunde und mit dem System mehr als zufrieden. Leider gab es aber außer dem Samsung Galaxy Tab keinerlei Tablets mit diesem Betriebssystem. Das Galaxy Tab war eher ein überdimensioniertes Smartphone, als dass es zum Lesen von Magazinen geeignet gewesen wäre und alle anderen Android-Tablets nur angekündigt.

Die iPad 2 Hysterie, der Ausverkauf und die Gelegenheit

Mit dem Erscheinen des iPad 2 begann gleichzeitig der Ausverkauf der damit hoffnungslos veralteten Version 1 (Vorsicht! Dieser Satz kann Spuren von Ironie enthalten!). Auf einmal bekam man die kleinste Ausführung des begehrten Tablets, mit 16GB und WiFi, für günstige 379€. Damit warf ich jeden Ekel über Bord und bestellte ein Apple iPad. Tja … und dann kam die Erkenntnis, dass es eigentlich schon fast unverzichtbar ist, eines zu haben – zumindest wenn man soviel mit dem Web arbeitet wie ich.

Das verhasste iTunes kann man durch ein paar Apps wie iFiles oder GoodReader getrost iTunes sein lassen. Mein iPad hat es nur für die letzten beiden iOS Updates gesehen.

Warum nur 16GB und ohne UMTS?

Einige haben mich gefragt, warum ich denn nur 16GB und kein 3G Tablett genommen hätte. Nun, ich brauche weder meine Musiksammlung auf dem iPad, noch schaue ich irgendwelche Filme darauf, und mein komplettes Fotoarchiv möchte ich auch nicht mit mir rumschleppen. Nach 10 Wochen, in denen mein iPad täglich im Einsatz war, sind 16GB noch immer mehr als genug und ich habe derzeit noch fast 6GB Platz. Im Moment befinden sich über 50 E-Books und Zeitschriften, 2 Tutorial-Videos mit 4 Stunden Spielzeit und gut 60 Apps auf meinem iPad. Dazu kommen noch etliche Fotos, ein paar Podcasts und Bedienungsanleitungen.

UMTS war auch nicht notwendig, da meistens ein WLAN um mich herum ist. Viel wichtiger ist aber, dass ich einfach den WiFi-Hotspot in meinem Android Handy starte und damit auch mit dem iPad mobil ins Netz gehen kann (Tethering). Im Urlaub hat sich herausgestellt, dass diese Methode sogar sehr viel praktischer sein kann, als eine im iPad eingebaute UMTS-Funktion: An unserem Urlaubsort war der UMTS Empfang zwar möglich, in Innenräumen aber mehr als schlecht. Also legte ich das Android einfach vor das Fenster, aktivierte den WLAN-Hotspot im Handy und schon konnte man komfortabel und mit sehr guter Geschwindigkeit ins Netz.

Ein flottes Multitalent

Ja, ich muss es zugeben: Das iPad ist genau das, was man von so einem Gerät erwartet: Einfache, intuitive und sehr flüssige Bedienung. Die Akkulaufzeit ist extrem gut und mit dem passenden Zubehör wie dem Snugg Case, auch ergonomisch in der Handhabung.

Ich kann von meinem Kathrein UFS-912 Sat-Receiver Live-Fernsehen auf das iPad streamen, meine Musiksoftware (Ableton Live) mit TouchOSC steuern, musikalische Ideen mit Garage Band festhalten, Server mit dem 2XClient und RDP fernbedienen, twittern, Facebook, RSS-Feeds lesen … alles geht.

Mit dem VGA-Adapter kann ich die Aufnahmen vom Online-Videorecorder BONG.TV direkt über das iPad auf meinem HD-Fernseher ansehen.

Ich verstehe hier auch die Entwickler: Sie haben eine Plattform mit einer Auflösung, einem Bedienkonzept und nur 2 unterschiedlichen Prozessoren. Damit kann man Anwendungen schaffen, die gut aussehen und optimal auf die Plattform zugeschnitten sind.

Nachteile?

Naja, anschlussfreudig ist das iPad ja bekanntlich nicht unbedingt. Das lässt sich aber über die weiter oben genannten Anwendungen relativieren. Ich habe mich übrigens für diesen (Amazon Link) SD-Karten und USB-Adapter entschieden, der ausgezeichnet funktioniert.

Das Display ist bei starker Sonneneinstrahlung natürlich auch nicht mehr so toll lesbar, ist aber trotzdem besser als bei den meisten Net- und Notebooks.

Den sehr spartanisch ausgestatteten Safari Browser habe ich gegen Mercury ersetzt. Dies ist ein vollständiger Webbrowser mit Tabs, div. Sharing-Funktionen und Seitensuche. Der Mail-Client könnte auch mehr Funktionen bieten und die automatischen Textvorschläge nerven teilweise – ich hab sie deaktiviert.

Was mich eigentlich am meisten stört, ist das fehlende „echte“ Multitasking. So kann man nicht mal schnell zwischen zwei Anwendungen wechseln, denn die meisten Apps starten dann praktisch neu und manche Bearbeitung geht verloren.

Was ist mit dem iPad 2?

Das iPad 2 ist keine Option für mich. Der schnellere Prozessor bringt derzeit wohl relativ wenig, die Kamera scheint ein gespielter Witz zu sein und dank kräftiger Hände ist auch der Formfaktor kein Argument für das neue iPad.

Allerdings gibt es ja schon Spekulationen darüber, dass schon bald ein iPad 3 oder iPad 2GS rauskommen soll. Wenn es vielleicht noch ein bisschen mehr Auflösung hat, noch leichter als das iPad 2 wäre und mit einer Flaschenöffner-App käme, hätte es bei mir Chancen.

Fazit – und was ist überhaupt mit dem Netbook?

Ach ja: Das Netbook. Tja, das fristet seit dem iPad ein einsames Dasein. Ich habe es nicht mehr angefasst, seit das iPad im Haus ist. Ich habe es aber auch nicht vermisst. Man kann tatsächlich auch längere Texte flüssig auf dem iPad schreiben. Mein Samsung N220 Plus ist zwar akkutechnisch ein ziemlicher Langläufer, aber wenn man sich einmal an das Tablet-Handling gewöhnt hat, will man kein Mini-Notebook mehr. Man braucht es auch nicht mehr.

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