Gewitter und Blitze fotografieren – eine kleine Anleitung

Streulicht ausschließen

Streulicht ist bei diesen langen Belichtungszeiten eine lästige Sache und ihr solltet eine Sonnenblende auf dem Objektiv nutzen und darauf achten, dass kein starkes seitliches Licht auf die Frontlinse fällt. Bei Spiegelreflexkameras kann übrigens auch Licht, das durch den Sucher auf der Rückseite einfällt, das Ergebnis verschlechtern. Bei vielen Kameras liegt eine Abdeckkappe für den Sucher bei (die wir meistens verschlampen), man kann aber auch einfach ein Tuch über die Kamera legen.

Bei spiegellosen Modellen wie der Sony a57, a77 oder den NEX-Modellen ist das systembedingt kein Problem.

Du möchtest keinen Beitrag verpassen? Dann melde dich zum kostenlosen nachbelichtet-Newsletter an!

Kein Spam - versprochen! Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden!
Gewitterfoto 2014
Gewitterfoto 2014

Verwacklungsfrei und komfortabel auslösen

Das Grundprinzip bei der Gewitterfotografie ist es einfach immer und immer wieder auszulösen, sobald die Kamera die maximale Belichtungszeit erreicht hat. Irgendwann geht in Blitz in die Falle. Damit das nicht zur Megaanstrengung wird, ist ein Fernauslöser sinnvoll. Wer es noch komfortabler haben möchte, nimmt einen Intervallauslöser, der diese Aufgabe ganz von selbst erledigt.

Natürlich kann man auch eine der Smartphone-Lösungen nutzen.

Brauche ich eine spezielle Kamera?

Nein! Jede Kamera die Langzeitbelichtung beherrscht kann man für die Gewitterfotografie benutzen. Den Fernauslöser kann auch der Selbstauslöser (auf 2 Sekunden einstellen) ersetzen und die manuelle Fokussierung beherrschen auch viele aktuelle Kompaktkameras.

Idealerweise hat man natürlich eine Kamera mit sehr geringen Bildrauschen und guten manuellen Einstellungsmöglichkeiten. Wenn man dann noch im RAW-Modus fotografiert, hat man auch in der Nachbearbeitung sehr viel Spielraum und kann Belichtung oder Farbtemperatur nachträglich korrigieren.

Gewitterfoto 2014
Gewitterfoto 2014

Gewitterfotos am Tag

Gewitterfotos am Tag sind schon sehr viel anspruchsvoller, da die Langzeitbelichtung unweigerlich zur Überbelichtung führen würde. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Die teure Variante sind spezielle Auslöser für die Kamera, die direkt auf den Blitz reagieren, sog. Trigger-Traps. Allerdings hängt der Erfolg sehr von der Kamera ab, da zwar der Auslöser schnell genug ist um auf einen Blitz zu reagieren, aber die Kamera evtl. zu langsam, da sie vor dem Auslösen ja noch jede Menge Sachen erledigen muss und der Blitz dann vielleicht schon nicht mehr sichtbar ist.

Einfacher geht es mit Neutraldichtefiltern (ND-Filter). Diese grau gefärbten Filter vermindern ganz einfach das Licht, das auf den Sensor fällt und erlauben somit längere Verschlusszeiten. Mit einem ND-1000 Filter kann man fast 10 Blendenstufen kompensieren und somit auch am Tag lange Belichtungszeiten erreichen. Zusätzlich kann man die Blende z. B. auf f/22 einstellen um die Belichtungszeit zusätzlich zu verlängern. Gunther Wegner hat sich HIER günstige und teure ND-Filter einmal genau angesehen.

Eine sehr gute weitere Möglichkeit, ist der SmaTrig, den ich HIER beschrieben habe. Hiermit müsst ihr nicht auf den Zufall und Langzeitbelichtung vertrauen, denn der SmaTrig löst bei einem Blitzereignis aus.

Und das könnt ihr mit dem SmaTrig erreichen:

Tipps und Tricks

Sobald über euch Regen fällt, wird es mit den Blitzfotos nicht mehr viel, da der Regen sehr viel Kontrast und Schärfe nimmt. Auch muss man immer die Belichtung mit der Dämmerung nachziehen, damit auch die Umgebung hell genug aufgenommen wird. Der einfachste Weg dabei ist, die ISO-Empfindlichkeit schrittweise zu erhöhen. Das Foto ohne Blitz sollte dabei etwas unterbelichtet sein, da die Szene ja dann vom Gewitterblitz zusätzlich ausgeleuchtet wird.

Noch einmal aus dem Bürofenster
Noch einmal aus dem Bürofenster

Auf der nächsten Seite geht es weiter

17 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Irrtümer und Preisfehler vorbehalten.