Ein recht exotischer Synthesizer-Klassiker aus Italien als Plugin

Elka-X von Cherry Audio veröffentlicht

Die Schlagzahl der Plugin-Schmiede Cherry Audio ist mehr als beachtlich. Noch erfreulicher ist, dass sich die Macher auch Vorbildern annehmen, die nicht zig-mal kopiert wurden.

Beim Cherry Audio Elka-X machte es bei mir gleich „klick“, denn sofort konnte ich mich an das Gary Moore Live in Stockholm Konzert erinnern, das ich damals auf VHS hatte. Sein Keyboarder/Gitarrist/Sänger Neil Carter spielte nämlich genau diesen Elka Synthex in diesem Video. Damals dachte ich mir, was eine Elka Tischhupe auf der Bühne macht, waren die Italiener doch eher für Heimorgeln bekannt. Zu dieser Zeit hatten bereits Yamaha DX7, Roland D50 oder Korg DW 8000 (den er, glaube ich, auch auf der Bühne hatte) die Analog-Boliden verdrängt. Neil Carter erzählt in diesem Interview, dass der Elka Synthex damals sein „Arbeitstier“ war.

Neil Carter mit Gary Moore und dem Elka Synthex

Aber nicht nur bei Neil Carter konnte man diesen Exoten sehen, sondern auch beim unvergessenen Geoff Downes oder Jean-Michel Jarre, der diesen für einen „Laser-Harfen“ Sound nutzte.

Cherry Audio hat den Synthesizer nur auferstehen lassen, nicht ohne ihm ein paar neue Tricks beizubringen, was ich grundsätzlich schätze. Man muss sich nicht sklavisch an jedes Detail und Knöpfchen halten, wenn man Dinge besser machen kann.

Daher hat man die Polyphonie und die Filter-Modi erweitert, den LFOs mehr Möglichkeiten gegegeben und einen Arpeggiator eingebaut. Beibehalten hat man hingegen das Layering und Keyboard-Splitting des Originals und auch der 128-Step-Sequencer wurde aufgebohrt.

Der Synthex hatte einen gutklingenden Chorus, der von Cherry Audio ebenfalls übernommen und durch einen Echo- und Reverb-Effekt je Layer ergänzt wurde.

Wie gewohnt bei Cherry Audio, gibt es jede Menge Patches. Im Fall des neuen Elka-X sind es nicht weniger als 600.

In der Praxis

Gleich vorweg: Ich habe eine große Schwäche für die Sounds aus dieser Zeit und der Elka-X ist prädestiniert für AOR, Prog-Rock und Synthwave. Gerade die Kombination aus gelayerten Sounds und Step-Sequencer überrascht immer wieder mit tollen und inspirierenden Sounds. Hier machen auch die Onboard-Effekte keine Ausnahme. Sie klingen dicht, scheppern nicht und passen perfekt dazu.

Cherry Audio Elka-X

Mir persönlich ist es auch egal, ob der Sound bis ins kleinste Detail eingefangen wurde. Erstens kann ich es nicht vergleichen und zweitens ist mir es auch wurst, wenn der Spirit stimmt und hier gibt es keinen Zweifel. Der Cherry Audio Elka-X klingt fett, massiv und breit. Beim 4-fach-Oversampling kann er schon ein wenig an der CPU ziehen, belohnt aber mit einem hervorragenden Klang.

Cherry Audio Elka-X Plugin

Ausstattung
Klang
Preisleistung

Fazit

Zum megagünstigen Einführungspreis von $39,00 bekommt man einen vielseitigen Synthesizer für Windows und macOS (AU, VST, VST, AAX sowie einer Stand-Alone-Version), der den Vergleich mit den Jupiters, Junos oder Oberheims der Welt nicht scheuen braucht. Wer sich selbst überzeugen möchte, kann eine 30 Tage lauffähige Demo herunterladen.

4.7

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