Der Teufel sorgt für’s Detail – das Teufel Ultima 40 Surround 5.1 Set angetestet

Musik ist meine Leidenschaft und Filme sind die meiner Freundin. Für das neue Haus muss daher eine adäquate Beschallungslösung für das Wohnzimmer her. Ich möchte gepflegt Musik hören und Konzertvideos ansehen. Meine Freundin mag einen guten Heimkino-Sound. Auf der Suche nach einem System, das in einem bezahlbaren Preisrahmen sowohl Musikliebhaber  als auch Heimkinofans gleichermaßen befriedigt, haben wir uns das Teufel Ultima 40 Surround 5.1 Set angesehen und angehört. So fällt unsere Meinung zu diesem Lautsprecherset aus.

Zunächst hörte ich mir die Ultima 40 Standlautsprecher alleine und ohne Subwoofer an. Über meinen Denon DBT-3313UD Blu-Ray-Player spiele ich einige der CDs zu, die ich am besten kenne und schon auf den unterschiedlichsten Anlagen und Abhörmonitoren etliche Male gehört habe. Rush’s Dreamline von der CD Roll the Bones, Tory Amos‘ Boys for Pele, Dream Theater’s Octavarium, Yes 90125 sowie Flim and the B.B.’s Tricycle kamen dabei zum Einsatz. Außerdem durften Pink Floyd mit The Dark Side of the Moon (Remaster) auf Vinyl mitmachen.

Nun höre ich mit den Gewohnheiten einer Nearfield-Abhöre, die ich täglich vor mir habe und die ich klanglich in- und auswendig kenne. Umso mehr erstaunt war ich von der sehr ausgeglichenen Wiedergabe der beiden Ultima 40 Standboxen.

Sehr schöne Wiedergabe – aber keine Schönfärber

Für Musikliebhaber ist das Bassfundament auch ohne Subwoofer sehr überzeugend (habe ich eigentlich erwähnt, dass ich seit über 30 Jahren Bassist bin?). Zudem erfreut das Musikerohr der sehr präzise und neutrale Klang im Mittenbereich. Im Hochton geht es sehr fein aufgelöst ins Ohr, ohne auch nur einen Anschein von übertriebener Spritzigkeit. Zeigt eine Aufnahme jedoch Fehler, übertünchen das die Teufels nicht und geben es gnadenlos weiter – so wie es eine gute Studioabhöre eben auch tun muss.

Der dedizierte Mitteltöner ist meiner Ansicht nach auch der Grund, warum die räumliche Wiedergabe so beeindruckend ist und einen relativ breiten Sweetspot hat. Selbst bei dicht gedrängten Abmischungen wie Dream Theater’s Panic Attack trennen sich Stimme, Gitarre und Keyboards sehr präzise voneinander.

Der 165 mm Mitteltöner

Rush’s Dreamline (übrigens die Erstveröffentlichung von 1991) klingt herrlich luftig. Das von Rupert Hine produzierte Album gilt eigentlich als höhenbetont und „dünn“ – dafür ist Hine ja nicht unbekannt. Hier zeigt sich aber auch, dass die Ultima 40 Mk2 auch solche Quellen so umsetzen können, dass sie einfach Spaß machen. Die Höhen dieser CD neigen tatsächlich auf praktisch jeder Anlage (und Abhöre sowieso) dazu, spitz zu sein.

Im Gegenzug gibt es kein wirklich tiefes Bassfundament, dafür aber einen recht prägnanten Tiefmittenbereich. Umso erstaunter war ich, wie sauber die Teufel-Lautsprecher hier agierten. Neil Peart’s sehr fein und dynamisch gespielte Hi-Hat war zu jeder Zeit perfekt wahrnehmbar. Zwar konnten die Lautsprecher auch hier nicht über die sehr prägnanten Höhen hinwegtäuschen – sie nervten aber auch nicht. Alex Lifeson’s Gitarre, die auf diesem Album häufig in wabernden Wänden aus Hall und Delay versinkt, war immer gut wahrnehmbar.

Beim Yes-Klassiker „Changes“ zeigten die Lautsprecher, was sie hinsichtlich Stereodarstellung drauf haben und im letzten Drittel des Songs geht es einmal richtig tief in den Basskeller. Auch hier machte es einfach Freude, zuzuhören. Ebenso bei Tori Amos, deren Stimme sehr natürlich und intim dargeboten wurde. Pink Floyd spielten vom runden Vinyl. Der Pro-Ject Debut Carbon DC Premium Plattenspieler mit Ortofon 2M Red Tonabnehmer zeigte zusammen mit den beiden Teufel-Lautsprechern eindrucksvoll, dass Vinyl auch 2017 nicht ausgedient hat. So gut klang es zumindest in meiner Jugend nie – obwohl man das in der Erinnerung ja gerne verklärt.

Dynamik? Können sie!

Für den ultimativen Dynamiktest musste – wie schon seit 30 Jahren – die US Jazz-Combo „Flim and the BB’s“ herhalten. Deren Album Tricycle war eine der ersten Digitalaufnahmen und mit dem gleichnamigen Titelsong hat man damals die Möglichkeiten dieser neuen Technik komplett ausgereizt. Wenn man ein audiophiles Album mit echter Dynamik sucht, dann ist diese CD ein absolutes MUSS!

Man sollte aber auch vorsichtig damit umgehen, denn der erste Song hat schon einigen Lautsprechern die Schwingspulen gekostet, geht er doch so leise und harmlos an …

Ein weiteres Mal überzeugten mich die Teufel-Standlautsprecher von ihrer Wiedergabe. Die Bässe straff und präzise, erschreckend klare Mitten und eine feine Hochtonauflösung samt breiter Stereobühne und Tiefenstaffelung.

Fazit Musikhören

Musikliebhaber stellen sich ein Paar der Teufel Ultima 40 Mk2 ins Zimmer und freuen sich über einen bemerkenswerten Klang mit mehr als ausreichendem Tiefbass und exzellenter Mittenwiedergabe. Die Teufel Standlautsprecher brauchen sich auch nicht hinter Modellen verstecken, die den doppelten Preis kosten – ganz im Gegenteil. Es ist aus meiner Sicht wenig sinnvoll, hier mehr Geld auszugeben.

In der Praxis: Heimkino

Das komplette Set musste sich natürlich nun auch in dessen eigentlicher Domäne bewähren: TV- und Heimkino-Anwendung. Die Aufstellung ist derzeit nicht ganz optimal möglich, da z.B. der Center-Lautsprecher hinter dem TV-Gerät platziert werden muss, durch den relativ hohen Standfuß des TV aber recht gut abstrahlen kann. Auch die Surround-Lautsprecher könnten besser platziert werden, was in der jetzigen Situation aber nicht machbar ist. Dafür gibt es im neuen Wohnzimmer bereits Wandauslässe für die Kabel der hinteren Lautsprecher.

Trotz der suboptimalen Bedingungen kann die Audiowiedergabe von Spielfilmen überzeugen. Dialoge übernimmt der Center-Lautsprecher mit sehr guter Verständlich- und Natürlichkeit, ohne dabei zu präsent zu sein. Bei den hinteren Kanälen zeigt sich, dass hier etwas größere Lautsprecher einfach Vorteile haben und deutlich höhere Pegel aufbauen können. Bei uns läuft das AV-System grundsätzlich auch bei der einfachen Fernsehwiedergabe mit. Zwar sind die Lautsprecher unseres Panasonic TX-58EXW734 sehr ordentlich, eine zusätzliche Anlage macht aber trotzdem sehr viel mehr Spaß.

 

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