Ausprobiert: Mit Ethereum-Mining nebenbei Geld verdienen

Von der Krypto-Währungen ist Bitcoin noch immer der bekannteste Vertreter. Mit diesem virtuellen Geld kann man anonym, aber auch schon in viele Shops im Netz bezahlen. Neben Bitcoin gibt es noch jede Menge anderer Krypto-Währungen. Der Shooting-Star darunter ist Ethereum oder einfach „Ether“. Seit dem Frühling 2017 hat Ether fast 4000 % an Wert gewonnen und ein Ende ist nicht absehbar. Was viele nicht wissen: Kryptogeld kann man selbst „schürfen“ und ich habe es mit Ethereum ausprobiert.

Wer bereits eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann hier eventuelle Überkapazitäten außerhalb der Hauptnutzungszeit sehr viel gewinnbringender einsetzen, als es die Einspeisung mit ihren mageren 12 Cent pro kWh vermag. Es würde sich natürlich nicht lohnen, hier extra eine PV-Anlage anzuschaffen. Wer sie aber bereits hat, könnte mir Ethereum-Mining eine sehr interessanten Zusatznutzen haben.

Eine Vorkalkulation kann man auf der Seite CryptoCompare machen. Hier gebt ihr eure Hashing-Power (in meinem Fall 25 MH/s), die Stromaufnahme eures Rechners (bei mir 270 Watt) und den Preis für einer Kilowattstunde ein (bei mir 27,6 Cent). CryptoCompare errechnet euch damit den zu erwartenden Ertrag auf Basis des aktuellen Ethereum-Kurses aus. Mit meinen Parametern kann man derzeit mit einer Rendite von 200 Prozent rechnen.

Mining-Ertrag bei CryptoCompare ausrechnen

Um die Stromkosten im Blick zu haben, ist mein Rechner an einer AVM Fritz!DECT 200 Steckdose, die in Verbindung mit einer Fritzbox den aktuellen und gesamten Stromverbrauch messen und darstellen kann. Alternativ kann man auch ein günstiges Energiekostenmessgerät einsetzen.

Stromverbrauch mit der Fritz!DECT 200 messen

Risiken, Nebenwirkungen und ein Fazit

Den Ausflug in das Ethereum-Mining habe ich vor allem aus technischer Neugier unternommen. 100 Euro pro Monat sind jetzt nicht sonderlich attraktiv, um einen Rechner 24/7 durchlaufen zu lassen, denn das hat natürlich auch Nebeneffekte: Der PC wird zur Heizung. Das ist im Winter sicher ganz angenehm. Im Sommer sorgt es aber für zusätzlichen Kühlungsaufwand und durch die hoch drehenden Lüfter auch für eine gewisse Geräuschkulisse. Zudem dürfte die Lebensdauer der Grafikkarte durch die dauerhaft hundertprozentige Auslastung zurückgehen.

Ein Produktivrechner kann zwar nebenbei Ethereum schürfen – CPU und Festplatten sind nur wenig gefordert – manche Anwendungen wie Videoschnitt etc. sind durch die hohe Auslastung der Grafikkarte aber nur noch bedingt möglich. Da mein Rechner aber ohnehin sehr lange an ist, müsste ich eigentlich nur noch die zusätzliche Leistungsaufnahme der Grafikkarte und die Grundlast anteilig in die Rechnung einfließen lassen. Das würde dann einen Ertrag von 120 Euro und eine Rendite von 337 % bedeuten.

Der andere Weg wäre ein dediziertes Mining-Rig, das man mit etwa 1500 Euro (mit 4 AMD RX470 Grafikkarten) ansetzen müsste. Damit erhält man (nach einiger Optimierung) zirka 100 MH/s bei ca. 700 Watt Stromaufnahme. Im Moment könnte man damit ungefähr 450 Euro pro Monat (Stromkosten bereits abgezogen) schürfen. Das Rig müsste also erst einmal gut 3 Monate laufen, um die Hardwarekosten zu erwirtschaften.

Allerdings muss man natürlich auch im Hinterkopf haben, dass Ethereum in den nächsten Wochen und Monaten durchaus auch um ein Vielfaches im Wert steigen könnte. Ein Ether könnte dann schnell statt 300 Euro auch 2000 Euro wert sein und pro Monat ließen sich mit einem solchen Rig etwa 1,7 Ether minen. Das Mining von Ethereum kann aber schon jetzt mehr Geld einbringen, als die meisten Nebenjobs – und das ohne tatsächliche Arbeit …

Da Kryptowährungen vom Bankensystem unabhängig sind, könnten sie sich zur Krisenwährung mausern. Auf der anderen Seite weiß man nicht wie die Bestrebungen weitergehen, Kryptogeld zu regulieren.

Das Schürfen von Ethereum ist natürlich eine spekulative Angelegenheit und viele werden sich auch über ökologische Fragen Gedanken machen, weil natürlich jede Menge Strom verbraucht wird. Hier muss man aber auch sagen, dass wir einen deutlichen Überschuss in der Stromproduktion haben. Ich möchte hier aber keine Diskussionen anfachen. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Natürlich müssen Gewinne aus dem Mining versteuert werden. Allerdings ist hier die Rechtslage noch sehr unübersichtlich. Heise hatte dazu eine kleine Übersicht.

Während ich diesen Beitrag geschrieben habe, hat mein Rechner übrigens 20 Cent in Ethereum-Einheiten errechnet und 6 Cent an Strom verbraucht.

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