Ableton Live 11 erscheint am 23. Februar und wie ich Ableton nutze

Am 23.2.21 erscheint die Version 11 der Musikproduktions-Software Ableton Live. Warum diese DAW auch für Rockmusiker gut ist.

Als vor 20 Jahren die erste Version von Ableton Live erschienen ist, was die DAW-Landschaft noch sehr übersichtlich, doch der neue Ansatz der nicht-linearen Musikproduktion mit Clips und der Session-Ansicht war und ist revolutionär. Gerade für EDM und Loops- und Sample-basierende Musik sowie Live-Gigs war und ist dieses Konzept ideal.

Mit der Version 4 wurde Ableton erwachsen und als kostenlose Zugabe zu verschiedenen Audio-Interfaces kamen viele von uns zum ersten Mal mit dieser DAW in Kontakt. So auch ich, nachdem ich mir ein Line6 UX2 USB-Interface besorgt hatte, dem Ableton Lite 4 beilag. Schon damals stellte ich ziemlich schnell fest, dass der Clip-basierte Ansatz seine Vorteile hat.

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Ableton Live 11 Beta
Ableton Live 11 Beta

Über die Jahre mauserte sich Ableton zu einer festen Größe und einer der bekanntesten Anwendungen zur Musikproduktion. Viele gute Effekte und Instrumente sorgen dafür, dass man sofort loslegen kann. Mit der Version 11 kommen viele Funktionen neu dazu, auf die man schon länger gewartet hat.

So hat man nun eine Comping-Funktion zur Verfügung, mit der man aus mehreren Takes den perfekten Part zusammenbauen kann. Für MIDI Polyphonic Expression Controller wie dem Roli Seaboard, versteht Ableton Live 11 nun auch MPE-Daten und damit kann man mehrere Parameter einer Note in Echtzeit steuern.

https://youtu.be/CtLFYm3bZPA

Neue Effekte und Instrumente

Auf der Effekt-Seite gibt es das neue Hybrid Reverb, das Faltungshall und algorithmischen Hall kombiniert. Dabei kann die Hallfahne in Echtzeit moduliert werden.

Ableton Live 11 Hybrid Reverb

Mit dem Spectral Resonator und Spectral Time lassen sich Audiosignale verfremden und PitchLoop89 erzeugt Glitch-Effekte, Vibratos und Shimmer-Delays.

Gleich 6 neue Instrumente und Effekte kommen von Dillon Bastan und sorgen für weiteres kreatives Futter.

Eine sehr interessante Funktion ist die dynamische Tempo-Anpassung. Dabei wird die Geschwindigkeit einer Ableton-Live Session an ein eingehendes Audiosignal angepasst. Live spielt damit automatisch in der Richtigen Geschwindigkeit, wie der Drummer oder das DJ-Set. Übrigens: Woran erkenn man einen Drummer, noch bevor er zur Tür hereinkommt? Am Klopfen – er wird schneller! 😉

Neue Soundpacks aus einer Kooperation mit Spitfire sind ebenfalls dabei. Besonders interessant finde ich hier das neue String Quartet.

Das Upgrade auf die Live 11 Suite gibt es aktuell mit 20 % Rabatt für 159,00 € statt später 199,00 €.

Mehr Infos und alle neuen Funktionen: https://www.ableton.com/de/live/

Derzeit könnt ihr übrigens die aktuelle öffentliche Beta-Version von Live 11 kostenlos herunterladen und testen.

Rockmusik und Ableton Live? Passt perfekt!

Opa erzählt vom Krieg: Früher®, in der schlechten Zeit, so um 1986 herum, habe ich mit einem 4-Spur-Recorder begonnen um meine Ideen aufzunehmen. Später entstanden auf 8 und 14 Spuren sogar CDs. Dann auf 24 Spuren analog mit Plattenvertrag im Studio und plötzlich gab es die Möglichkeit so viele Spuren aufzunehmen, wie die PC-Hardware hergab. Die Arbeitsweise unterschied sich nicht wesentlich zur Bandmaschine, außer, dass man nun Teile kopieren und verschieben konnte, um auch an Arrangements und Songs feilen zu können.

nachbelichtet Studio mit Ableton Live und Push 2

Vor einigen Jahren entdeckte ich aber Ableton Live für mich als Kreativ-Tool. Plötzlich konnte ich Teile, Phrasen und Takes in unterschiedlichen Kombinationen live abspielen und testen, Clips einfügen, verschieben usw. Das war eine völlig andere Vorgehensweise als mit anderen DAWs. Unterstützt durch die vielen Instrumente und Effekte in Ableton, konnte ich auf einmal sehr zügig und ohne große Ablenkung ein Song-Gerüst aufbauen und testen.

Ableton Push 2 – kein Controller, sondern Instrument!

In meinem Studio steht sogar ein Ableton Push 2 Controller. Erst wenn man Push einmal benutzt und verstanden hat merkt man, dass es sich dabei eigentlich um ein eigenes Instrument und nicht nur um einen Controller handelt. Es ist nicht nur für EDM-Tracks, phatte Beats für den Nachwuchs-Gangsta-Rapper und sowas geeignet, sondern auch für traditionelle handgemachte Musik.

Ableton Push 2 Controller

Drums spielt man damit ebenso schnell ein, wie ein Keyboard in einer bestimmten Tonart und Skala, was gerade für mich als Gelegenheits-Keyboarder extrem hilfreich ist. Hat man Push verstanden, kann man damit sogar komplett losgelöst von Tastatur, Maus und Bildschirm arbeiten und sich auf den kreativen Prozess und das Songwriting konzentrieren.

Habe ich meine Ideen ausgearbeitet, exportiere ich die einzelnen Tracks und mache in Cockos Reaper weiter. Die Feinarbeit, Overdubs, Mixing und Mastering erfolgt dann in Reaper. Damit habe ich die Stärken beider Welten für mich perfekt kombiniert.

Ableton Live und Push 2 im Studio

Es gibt ja den schönen Spruch: „Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel!“ In der Psychologie nennt sich dieses Phänomen „Law of the Instrument“ oder „Maslows Hammer“.

In Foren gibt es endlose Diskussionen darüber, welche DAW denn „am besten“ wäre. „Bestes irgendwas“ wird mittlerweile ohnehin inflationär benutzt, da sich, dank Kundenrezensionen, unzähliger Tests und damit auch Meinungen niemand mehr zutraut, für sich selbst zu entscheiden, was für einem persönlich am besten funktioniert. Darum wollen alle immer wissen, was „am besten“ wäre. Das weiß niemand, außer du selbst!

Darum kombiniere ich das für mich richtige Tool für den richtigen Zweck und fahre bei der Musikproduktion mit Ableton Live und Reaper zweigleisig. Wenn es um die klassische Track-Ansicht und einen Mix geht, fühle ich mich mit Reaper wohler.

Mit dem genialen DrivenByMoss von Jürgen Moßgraber, kann man Ableton Push 1 & 2 sogar richtig gut mit Reaper einsetzen.

Es ist also nicht die Frage: „Was ist DAS beste Werkzeug?“ Die Frage sollte lauten „welches sind DIE besten Werkzeugen für die Aufgabe?“ Hat man sich erst einmal mit Live beschäftigt findet man heraus, dass die eigene Musikrichtung völlig egal ist, sondern das es einfach ein spitzenmäßiges Werkzeug ist, um Songs zu schreiben. Niemand muss Live für den kompletten Aufnahmeprozess nutzen, was selbstverständlich möglich ist. Man nutzt vielmehr die Funktionen, die den kreativen Flow unterstützen und da liegt Ableton Live schon lange ganz weit vorne.

Anleitungen zu Reaper, Ableton Live und Push findet ihr bei Groove3.

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