Erlebnisse der anderen Art

[image title=“Gangsta“ size=“medium“ id=“3109″ align=“left“ linkto=“full“ ]Das ist mal ganz Off-Topic, aber dieses Erlebnis muss ich Euch einfach mal erzählen. Eigentlich dachte ich, dass hier, in unserem beschaulichen Kaff Oberkotzau, noch eine relativ heile Welt herrscht. Gestern wurde ich jedoch im Vorsaal unserer örtlichen Sparkasse eines Besseren belehrt. … Weiterlesen …

[image title=“Gangsta“ size=“medium“ id=“3109″ align=“left“ linkto=“full“ ]Das ist mal ganz Off-Topic, aber dieses Erlebnis muss ich Euch einfach mal erzählen.

Eigentlich dachte ich, dass hier, in unserem beschaulichen Kaff Oberkotzau, noch eine relativ heile Welt herrscht. Gestern wurde ich jedoch im Vorsaal unserer örtlichen Sparkasse eines Besseren belehrt.

Der Homie und ich

Ich ging an den ersten von zwei Geldautomaten im Vorraum – die Filiale selbst war schon geschlossen. Am anderen Automaten sehe ich einen jungen Mann, so um die 20, vom Typ „Dorf-Eminem“ – also Kalkleiste mit Truckermütze und Pickeln. Während ich meine Transaktion tätigte, fängt der Homie hinter mir an zu fluchen. Dass der Automat seine Karte nicht nehme und er doch dringend Kohle bräuchte, er das nicht glauben würde und er jetzt am liebsten den Automaten zu Schrott hauen möchte.

Auf meine beruhigende und gleichzeitig väterlich helfende Frage, wo denn das Problem läge, meinte Schildmütze: „Bloß weil diese F***karte einen Sch*** Knick hätte, gäbe im der F***automat kein sch*** Geld. Also nicht einmal 50cent (hehe – das Wortspiel musste sein …).

„Wenn die Karte einen Knick hat, musst du morgen halt an den Schalter gehen – das wird so nix“, meinte ich zu Hosenarsch-bei-den-Knien-Träger.

Lassen wir uns den bisherigen Ablauf noch einmal auf der Zunge zergehen: Homie knickt seine Kinder-Sparkassenclub-Karte. Vermutlich, weil er immer seine Hose zu tief am Arsch trägt. Er geht dann kurz nach Schalterschluss an den Geldautomaten, obwohl er wohl den ganzen Tag dazu Zeit gehabt hätte. Daran hinderten ihn aber sicher seine Playstation oder das Buch „Ich lerne lesen mit Bussibär“. Nee, wenn ich mir das so recht überlege, scheidet das Buch als Grund ganz sicher aus. Vielleicht dachte er auch einfach nur zu viel an Bitches und … naja …

Der mit dem Automaten tanzt

Dem Sozialhilfeempfänger in Spe war die Aussicht, heute keine krasse Kohle in Händen zu halten offenbar nicht ganz genehm, worauf er, begleitet von Fluchtiraden anfing, mehrfach heftigst gegen den Automaten zu treten. Aber nicht so, wie man es vielleicht als Nichtpsychopath tun würde. Nein! Goldkettchenständer donnerte voll phatt und springend im Bruce Lee Modus gegen den elektronischen Geldgeber.

Da ich zwar ein sehr friedliebender und langmütiger Zeitgenosse bin, ein solches Verhalten aber noch nie tolerieren konnte und wollte, stellte ich den Schildmützenschlumpf zur Rede. Durch empirische Erhebungen und jahrelange Erfahrung war mir bewusst, dass sich noch nie jemand an mich heran traute, was wohl an meiner etwas robusteren Statur und dem freundlich aber bestimmten Auftreten in Konfliktfällen liegen könnte. Aus diesem Grund eigne ich mich nicht als typisches „Opfer“.

Freundlich, aber bestimmt

Aber was macht Notorious Rotzlöffel? Genau! Er rotzt noch in meinem Beisein und ganz im Flow gegen die Bankschließfächer und versucht nach dem Kontoauszugsdrucker zu treten. Ab da hatte der Spaß ein Loch und Kamerad Schlapphose musste nach außen befördert werden. Ein weiterer Bankkunde, der gerade in den Schalterraum gekommen war, schaute zu Recht etwas verängstigt, als er die Wutausbrüche des Homeboys realisierte.

Pickelbushido versuchte dann doch tatsächlich für einen Moment – ganz oldschoolmäßig – gegen mich aufzubegehren. Seine restlichen beiden Gehirnzellen suchten aber wohl sämtliche Botenstoffe zusammen, welche ihn im letzten Moment, vor einer mechanisch aktiven Argumentation meinerseits, schützten.

Oft beruhigte ich mich selbst damit, dass diese durchgeknallten Asseln im Unterschichtenfernsehen gefaked sind und alles wegen der Quoten übertrieben wird. Seit heute weiß ich jedoch, dass solche Vollpfosten traurige Wahrheit sind – auch in unserer Hood.

Ich hab nichts gegen Hiphop, aber gegen Idioten

Nicht dass hier das falsche Bild aufkäme, ich hätte etwas gegen Hiphop und die Kultur drumrum. Was mich wirklich ankotzt, sind diese Möchtegern-Gangsta, welche mittlerweile jegliche Bodenhaftung verloren haben. Aus diesem Grund muss es auch mehr Menschen geben, welche diese verirrten Seelen wieder etwas erden. Mensch Kinder, was ist den mit euch los!?

Heute werde ich mal bei der Sparkasse vorbeigehen und vorschlagen, einen Blick in die Videoaufzeichnungen des Vortags zu werfen. M.C. Dumbass braucht ja eine neue EC-Karte und kommt sicher bald in der einzigen Filiale am Ort vorbei 🙂 Yo Mann!

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