Stiga Spindelmäher SCM 440 FS im Test – Rasenmähen ohne Benzin und Strom

Um den Rasen zu mähen, gibt es jede Menge Rasenmäher mit Verbrennungsmotor, Netz- oder Akkubetrieb – und natürlich auch Mähroboter. Für unseren Rasen bin ich nun aber bei einem Klassiker angekommen: dem Spindelmäher oder Handrasenmäher.

Geschätzte Lesedauer: 6 Minuten

Mit dem Sommer kommt die Gartenarbeit und der Rasen wächst und wächst. Unser Grundstück ist insgesamt 1400 m² groß, wovon ca. 500 m² auf reine Rasenfläche entfallen. Da wir eine Gebrauchtimmobilie renoviert haben, waren wir die letzten zwei Jahre auch erst einmal mit der Restaurierung des Rasens beschäftigt, der viele Jahre wenig Zuwendung erfahren hat. Dabei hat ein Husqvarna Benzinrasenmäher mit Radantrieb sehr gute Dienste geleistet.

Mit dem Stiga Spindelmäher unterwegs

Für unser Smart Home war natürlich ein Mähroboter naheliegend. Da die Planung für unsere Terrasse aber noch nicht abgeschlossen war und auch noch einige Umgestaltungen im parkähnlichen Garten anstehen, wäre es bislang nicht besonders sinnvoll gewesen, den Begrenzungsdraht zu verlegen und einen Rasenroboter auf unseren Rasen loszulassen. Auch die Probleme mit unterbrochenen Begrenzungsdrähten, festgefahrenen Robotern und dem Messerwechsel

Rasenmähen als Ausgleich

Tatsächlich habe ich auch festgestellt, dass mir das Rasenmähen absolut nichts ausmacht. Den Husqvarna Benzinrasenmäher hatte ich ohnehin schon mit einem Mulch-Kit zum Mulchmäher umgerüstet, sodass der lästigste Teil des Rasenmähens, nämlich das Ausleeren des Fangkorbs, weg fiel. Die 500 m² Rasen ließen sich so in knapp 30 Minuten mähen. Ich kann dabei komplett abschalten, bewege mich und mache gleichzeitig etwas Nützliches.

Das Problem am Benzinmäher ist nur, dass er laut ist und man ihn nicht zu jeder Zeit einsetzen kann. Auch Frau Nachbelichtet hat mit dem recht großen Benzinmäher nicht den allergrößten Spaß und  auch Probleme, ihn alleine aus- und in unser Gerätehaus zu bringen.

Back to the roots – der manuelle Spindelmäher

Nach dem Tod meines Vaters, brauchte meine Mutter einen Rasenmäher, mit dem sie schnell und einfach den Rasen auf ihrem Grundstück mähen kann. Gleichzeitig musste der Mäher transportabel und damit leicht sein. Sie wollte nicht mit Akkus etc. herummachen und ein Mähroboter wäre für die kleine Rasenfläche mit vielen unregelmäßigen Abgrenzungen und Beeten übertrieben gewesen.

Die Lösung kam in Form eines kleinen Gardena Classic Spindelmäher 330, der sich für ihren Anwendungszweck als perfekt herausgestellt hat.

Spindelmäher Stiga SCM 440 FS

Ich kannte diese Mäher noch aus meiner Kindheit, wo sie noch in vielen Gärten zu finden waren, hatte das aber vorher gar nicht mehr auf dem Schirm.

In Großbritannien genießen Spindelmäher noch immer einen sehr guten Ruf und sind der Schlüssel zum typischen „englischen Rasen“ und zum perfekten Golfplatz-Green. Der Grund liegt in der Funktionsweise: Während das rotierende Messer herkömmlicher Mäher die Grashalme abschlägt und dabei ausfranst, schneiden die Walzen eines Spindelmähers sauber und scharf ab.

Da der Gardena 330 für unseren Garten viel zu klein gewesen wäre und der größere Bruder, der GARDENA Comfort Spindelmäher 400 C im Baumarkt einen nicht allzu überzeugenden Eindruck gemacht hat, ging ich auf die Suche nach einer Alternative mit mindesten 40 cm Schnittbreite.

Die günstigen Spindelmäher von Einhell, Al-Ko und Grizzly, welche man auch in vielen Baumärkten und Gartencentern finden kann, waren hinsichtlich der Verarbeitung auch nicht sehr vertrauenerweckend. Die Handrasenmäher von Husqvarna und Fiskars waren mir hingegen zu teuer – ist man hier doch schon auf dem halben weg zum Rasenroboter oder bekommt einen ordentlichen Akkurasenmäher.

Unsere Wahl fielauf einen Exoten, der aber schon viele Jahre im Geschäft ist: den SCM 440 FS des schwedischen Herstellers Stiga.

Der Stiga SCM 440 FS Handrasenmäher im Test

Für 139 Euro bekommt man einen sehr gut verarbeiteten Spindelmäher mit großen griffigen Rädern und einem ergonomischen Handgriff, der für jede Körpergröße geeignet ist.

Der Zusammenbau beschränkt sich auf die Montage des Griffs und ist in wenigen Minuten zu erledigen. Mit seinen 17 kg ist er nicht gerade ein Leichtgewicht (der Gardena 400 C wiegt weniger als die Hälfte), kann aber trotzdem noch gut bewegt werden.

Stiga Spindelmäher im Test

Das höhere Gewicht hat allerdings auch einen großen Vorteil: Nicht nur die Verarbeitung erweckt die Anmutung eines Panzers und verspricht lange Lebensdauer, sondern auch beim Mähen ist ein höheres Gewicht vorteilhaft, weil der Handrasenmäher nicht springt oder beim Schieben angehoben wird.

Die Verstellung der Schnitthöhe geht von 25 bis 76 Millimetern in 9 Positionen und kann federleicht mit einem einzigen Handgriff verstellt werden.

Da man mit einem Spindelmäher eher öfter mit weniger Abschnitt mäht, wird er meist als Mulchmäher eingesetzt. Das bedeutet, dass der Grasabschnitt auf dem Rasen verbleibt und damit gleichzeitig als Dünger dient – ebenso wie bei den Rasenrobotern.

Mit meinem Mulch-Kit am Benzinmäher habe ich festgestellt, dass man dadurch tatsächlich einen dichteren Rasen mit sattem Grün erhält. Zudem spart es jede Menge Arbeit. Man braucht den Fangkorb nicht ausleeren und muss sich keine Gedanken darüber machen, wohin man den Grasschnitt bringt. Ein Fangkorb ist aber optional erhältlich.

Der Stiga SCM 440 FS wirft das abgemähte Gras nach vorne aus, sodass die Beine sauber bleiben.

Mein erster Test erfolgte mit etwa 3 cm Abschnitt von der aktuellen Wuchshöhe. Beim Anfahren eines Spindelmähers gibt es immer einen leichten Widerstand, bis der Messerzylinder auf Touren kommt. Ein Getriebe übersetzt die langsam laufenden Räder in eine schnelle Bewegung der Messer. Ich war aber erstaunt, wie leicht der recht große Mäher läuft. Hat man den Start überwunden, bewegt man ihn fast ebenso leicht wie ein herkömmlicher Rasenmäher. Es genügt ein leichter Schub und man mäht Bahn um Bahn. Wendet man den Mäher, ist das mit einem Handrasenmäher sehr viel einfacher und leichter, als mit einem schweren Benzinmäher.

Stiga SCM 440 FS Spindelmäher im Test
Große Räder und 4 rotierende Messer

Dabei vernimmt man nur ein leichtest surren und atmet keine Abgase ein. Der Stiga Spindelmäher ist so leise, dass man damit auch problemlos an Sonn- und Feiertagen den Rasen mähen kann – also dann, wenn man häufig dazu Zeit hätte. Auch das war ein Kaufgrund für einen Handrasenmäher. Zur Not kann ich um 21 Uhr rasenmähen.

Tatsächlich kann man mit einem größeren Handrasenmäher problemlos 500 m² Rasenfläche mähen. Mit dem Stiga SCM 440 FS habe dazu knapp 40 Minuten gebraucht. Es ging damit etwas langsamer als mit dem Benzinmäher samt Radantrieb, es war aber insgesamt nicht anstrengender.

Sieht man sich das Gras an, sind die Halme vollkommen glatt abgeschnitten und nicht abgerupft, wie man das bei normalen Rasenmähern kennt.

Worauf sollte man bei einem Spindelmäher achten?

Der Feind des Spindelmähers sind dickere Ästchen und vor allem Steine. Sie machen das Messer stumpf und blockieren die Spindel. Ebenso ist ein allzu unebener Rasen ungünstig, da die Gefahr besteht, dass man in Erderhebungen mäht, was das Messer stumpf macht und das Mähen erschwert.

Wenn das Gras höher ist es sehr viel einfacher, erst einmal auf einer höheren Einstellung zu mähen, um dann in einem zweiten Durchgang auf die Wunschhöhe zu kommen. Man sollte in diesem Fall auf das Mulchmähen ohne Fangvorrichtung verzichten, da zu viel Grasschnitt auf dem Rasen verfilzen kann.

Die Messer des Spindelmähers laufen noch längere Zeit nach, wenn sie keinen Widerstand haben. Hier sollte man aufpassen, dass man nicht versehentlich in die Spindel greift.

Das beste Mähergebnis erreicht man, wenn man abwechselnd längs und quer mäht.

Für ein Grundstück mit starken Steigungen und Hängen ist ein Handrasenmäher nur für kräftige Gartenliebhaber empfehlenswert.

Fazit

Mich hat die Arbeit mit dem Stiga SCM 440 FS Spindelmäher und überhaupt das Rasenmähen mit einem Handrasenmäher schon beim ersten Einsatz überzeugt. Es geht leicht und leise. Der Rasen sieht top aus und man bewegt sich auch noch dabei. Interessant wird es, wenn man z. B. nach 14 Tagen Urlaub einen höheren Rasen von Hand mähen muss, was aber in zwei Durchgängen auch kein Problem sein dürfte und zur Not gibt es ja nach wie vor unseren Benzinmäher. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass dieser in Zukunft nicht mehr oft im Einsatz sein dürfte und ich denke schon jetzt über einen Verkauf nach.

Die „Parkposition“ des Stiga, in der er sich auch einfach ziehen lässt, ohne dass die Messer beschädigt werden

Das Thema Mähroboter hat sich für uns damit erst einmal erledigt. Ich hätte hier tatsächlich gerne Geld ausgegeben, sehe es nun aber als unnötig an. Die 40 Minuten pro Woche bringe ich gerne auf, zumal ich nun jederzeit mähen kann. Ich muss keine Begrenzungsdrähte verlegen (und immer wieder reparieren, weil irgendeine Unterbrechung ist) und auch keine Messer wechseln.

Stiga Spindelmäher SCM 440 FS

Ausstattung
Verarbeitung
Preisleistung

Fazit

Der Stiga SCM 440 FS Spindelmäher erlaubt das Mähen auch an Sonn- und Feiertagen oder zu späterer Stunde. Selbst größere Rasenflächen kann man damit bewältigen und wird mit einem dichten und grünen Rasen belohnt.

4.7

Ach ja: Über den ökologischen Vorteil haben wir gar nicht gesprochen …

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Thomas-Sch
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Thomas-Sch

WOOOOOW!!!!!!
Schon wieder wurde das Rad neu erfunden, dieses Mal ist es rund!
Wer so ein Ding sucht, ich kann es nur empfehlen ich habe noch eines von meinem Großvater aus den 50gern. Gut geölt und gepflegt tut der Handmäher noch heute seinen Dienst bei mir. Ohne Strom und Krach und Gestank ist das Gerät für kleine Flächen super.