Die bx_console G simuliert nämlich auch die ganzen kleinen Bauteiltoleranzen – und damit Klangunterschiede – die jeder noch so gute Kanalzug in der analogen Welt hat. Es soll Produzenten geben, die in ihrem Pult ganz bestimmte Lieblingskanäle für bestimmte Aufgaben haben. Ob das nun unbedingt notwendig ist, möchte ich nicht beurteilen. Die ganzen kleinen Unterschiede summieren sich aber zu einem lebendigeren Ganzen. Mit „Random Channels“ kann man entweder einem Kanal eine zufällige Emulation verpassen oder gleich Instanzen des Plugins auf einmal. Man könnte sich aber auch im bx_console G einen bestimmen Kanal heraussuchen, wenn man tatsächlich einen Channelstrip gefunden hat, der besser klingt als andere.

Gefundene Varianten können, mit allen anderen Einstellungen die das Plugin bietet, auch auf die B-, C- und D-Speicherplätze abgelegt werden, welche sich zudem noch automatisieren lassen.

Im Einsatz

Sehr angenehm ist schon einmal, dass sich die bx_console G mit recht wenig Rechenleistung zufrieden gibt. Damit kann das Plugin auf aktuellen Rechnern auch in jedem Kanal eingesetzt werden, ohne dass der Rechner in die Knie geht. Das GUI ist ausreichend groß gestaltet und sehr übersichtlich. Hier zeigt sich dann auch gleich wieder der Vorteil eines Channelstrips, denn nach kürzester Zeit kann man zwischen den Kanälen hin- und herspringen und hat alle Parameter praktisch blind und ohne nachzudenken im Zugriff.

Klanglich kann der Channelstrip von Brainworx auf ganzer Linie überzeugen: SSL-typisch eher transparent und nüchtern im „Black“ Modus, wird es erstaunlich griffig, sobald man den EQ auf „Brown“ umschaltet und dem Kompressor etwas vom THD Regler gönnt.  Und ja: Ich mag ein dezentes Rauschen, das über den V Gain hinzugefügt wird.

Klanglich brauchen sich Brainworx nicht hinter Waves oder den Softube SSL-Plugins verstecken und die zusätzlichen Features sind ein klares Argument für die bx_console G. SSL war schon immer teurer und so ist es leider auch den guten Emulationen: Brainworx ruft für das Plugin, das es für AAX (DSP, Native, AudioSuite), AU, VST2, VST3 (32/64-Bit) gibt, 149 $ plus Steuer, also 177 Dollar auf. Das sind aktuell 147 Euro – kein Pappenstil. Für den Funktionsumfang und Sound aber durchaus gerechtfertigt.

Mehr Informationen gibt es bei: Plugin Alliance

 

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