Lightroom-Quickie: Was das DNG-Format bringt und wie man es nachträglich konvertieren kann

Geschätzte Lesedauer: 5 Minuten

Komprimierte DNGs?

Auch die nächste Einstellung ist sehr interessant: Verlustreiche Komprimierung verwenden. Was jetzt? RAW und verlustreich? Tatsächlich hat das komprimierte DNG meistens nur noch 1/5 der Dateigröße des unkomprimierten DNGs und bewegt sich damit auf dem Niveau der JPEG Dateien direkt aus der Kamera.

Vergleich der Dateigrößen
Vergleich der Dateigrößen

Seltsamerweise kann ich keinerlei Qualitätsunterschied zwischen dem unkomprimierten und komprimierten DNG feststellen. Die Farbtiefe der Originaldatei bleibt vollständig erhalten und man keine Artefakte weniger Details ausmachen, wie man sie von JPGs kennen würde. Der Hintergrund dabei ist, dass beim DNG Format die ursprüngliche Bildinformation des Kamerasensors, also die „rohen“ Daten oder eben RAW, einfach 1:1 übernommen werden und nur in einen neuen Container gepackt werden – dem DNG-Container. Beim komprimierten DNG werden diese Daten verlustfrei komprimiert, auch wenn es der Lightroom-Dialog unglücklicherweise „verlustreiche Komprimierung“ nennt.

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Kleiner Ausflug in die Kompression? Okay! Grundsätzlich kann man verlustbehaftet und verlustfrei komprimieren. Verlustbehaftet ist z. B. das JPEG-Format. Hier werden sehr ähnliche und nebeneinanderliegende Bildpunkte zu einem größeren Block zusammengefasst.

Zusammenfassung von Bildinformationen bei der JPEG-Kompression
Zusammenfassung von Bildinformationen bei der JPEG-Kompression

 

Je nach Stärke der Komprimierung kann das wenig auffallen oder zu den typischen Blöckchen und Unschärfen von hochkomprimierten JPEGs führen. Hier werden Bildinformationen entfernt und somit wird die Datei kleiner.

Bei der verlustlosen Komprimierung werden gleiche Datenblöcke innerhalb einer Datei durch einen sog. Zeiger ersetzt. Ein Beispiel:

Hinter den sieben Bergen bei den sieben Zwergen. 

Hier kommt zweimal das Wort „sieben“ vor. Das ist Platzverschwendung, daher wird nur die Position des Wortes sieben gespeichert und es durch z. B. 3f ersetzt.

Hinter den 1 Bergen bei den 1 Zwergen.

Zweimal den kann auch ersetzt werden.

Hinter 1 2 Bergen 1 2 Zwergen.

Zweimal „ergen“ kann ebenfalls ersetzt werden:

Hinter 1 2 B3 1 2 Zw3

So wurde aus einem Satz mit 47 Zeichen, einer mit nur noch 21 Zeichen. Jetzt braucht man nur noch eine „Anleitung“ die dafür sorgt, dass später alles wieder an seinen ursprünglichen Platz kommt.

1 sieben 2 den 3 ergen

Damit kommen wieder 22 Zeichen hinzu und insgesamt kommen wir mit komprimiertem Inhalt und Anleitung auf nur noch 44 statt 47 Zeichen. Bei den vielen Millionen Zeichen einer Megabyte großen Datei, kann man damit sehr viel Platz einsparen, wobei heutige Komprimierungsalgorithmen sehr viel effizienter sind, als unser „Sendung mit der Maus“ Beispiel hier.

Bei dieser Art der Kompression geht keine Information verloren, sie wird nur stark vereinfacht. Das wird z. B. bei der ZIP-Kompression verwendet, die wohl auch beim komprimierten DNG zum Einsatz kommt.  Daher wirkt sich die Kompression auch nicht auf die Bildqualität aus, da keinerlei Information verloren geht.

Man kann also durchaus die komprimierte Variante einsetzen, ohne Bildqualität einzubüßen. Selbst die Performance von Lightroom leidet nicht unter der Komprimierung – zumindest konnte ich das bislang noch nicht feststellen.

Einen Menüpunkt haben wir noch vergessen: RAW Originaldatei einbetten. Hier könnte man das Hersteller-RAW mit in die DNG-Datei einbinden, was aber die Dateien natürlich viel größer macht und auch nur wenig sinnvoll ist.

Fazit

Jetzt haben wir doch einen etwas größeren Ausflug in die Welt der DNGs gemacht und ihr seht, dass man über das Adobe RAW-Format durchaus einmal nachdenken kann.

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Hans Albrecht

Hallo Markus,
habe soeben Dein Video zu raw gegen jpg angesehen, sehr gut.
Allzu sehr überrascht mich das allerdings nicht, jpg ist schon eine ausgereifte Sache. Und wenn die jpg noch in der Kamera generiert werden, ohnehin.

Da schon wieder ein Jahr fast vergangen ist und Du uns wieder sehr viele interessante Beiträge „gespendet“ hast, möchte ich mich sehr herzlich bedanken und ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute für die Zukunft wünschen.

Ich habe das Wort gespendet absichtlich in „“ gesetzt, ich würde mich gern selbst auch mit einer Spende für Dich bedanken, ist so etwas vorgesehen ?

Viele Grüße
Hans

Hans Albrecht

Hallo Markus,
ich habe jetzt für eine Olympus SH 2 zum Versuch raw-Dateien .orf von dkamera.de
runtergeladen, kann sie mit Lightroom 5.7 nicht öffnen.
Was kann ich tun ?
Viele Grüße
Hans

Zum Thema Konvertierung in DNG noch ein kleiner Hinweis. Für alle Sicherheitsfanatiker macht es Sinn, beim Import der Bilder in LR5, die Option „Zweite Kopie an folgendem Ort“ anzuklicken. Mit dieser Option speichert LR5 das Original-RAW oder JPG an einem zweiten Ort (bei mit eine Thunderbolt HDD) ab. Dabei werden bspw. auch die hinterlegbaren Umbenennungsregeln angewandt. Ich bennene meine Dateien z.B. grundsätzlich nach dem Schema Aufnahmedatum YYMMDD_hhmmss_## um. Die RAW Originale werden dann ebenfalls umbenannt auf dem zweiten Speicherort abgelegt. So hat man immer noch die RAW Originaldateien, die man dann auch nochmals auf einem NAS sichern kann. Einziger Nachteil… Weiterlesen »

Hans Albrecht

Hallo Markus, ich möchte die Gegenfrage stellen, hast Du richtig verstanden, was ein dng-file, so wie ich es beschrieben habe, am Ende alles enthält? – Es enthält den Ausgangszustand, den ich über Lr abrufen kann (file öffen und zurücksetzen) -Es enthält den Bearbeitungszustand mit den Bearbeitungsschritten, den ich über Lr aufrufen und ggfs. ändern kann – Es enthält ein jpg-file in voller Größe für den Bearbeitungszustand, das ich bspw. mit irfanview anzeigen kann. Ich muß kein jpg-file erzeugen, weil es im dng-file enthalten ist. Diese Funktionalität finde ich gelungen. Daß sich die Programme Lr und Ps diesbezüglich nicht richtig verstehen,… Weiterlesen »

Hallo.
Ich glaube wo hier das Missverständnis liegt ist, dass Hans denkt / hofft, dass ein fertig bearbeitet Bild aus PS als DNG gespeichert werden kann, da es in LR gefühlt so ist.
Aber LR speichert ja nur die notwendigen Bearbeitungsschritte ab und beim Entwickeln / Exportieren fertigt es ein Jpg oder Psd an.
Es macht also kein fertiges Bild in DNG

Und Photoshop macht doch auch nichts anderes.
Nur im Psd Format

Hans Albrecht

Hallo Maren, Hallo Markus,
wo liegt denn hier das Mißverständnis?
Wenn Du in die dng-Datei als Vorschau volle Größe angibst, kannst Du in anderen Programmen, z. B. irfanview bei entsprechender Einstellung dng-Dateien quasi so anzeigen, wie sie nach der Bearbeitung wirklich sind.
Und was heißt hier, das ist keine der eigentlichen Eigenschaften von dng, es ist eine, und wie ich meine, eine sehr gute, eben weil das dng-file ohne xmp-Files auskommt.
Von meiner Seite o. k.
Viele Grüße
Hans

Hans Albrecht

Hallo Markus, daß Photoshop bzgl. dng-Verarbeitung ein „destruktives“ System ist, habe ich mittlerweile an Hand der suksessive gesammelten Erkenntnisse mitbekommen, Du bestätigst es, dafür danke. Es ist also tatsächlich so, daß die Systeme Lr und Ps, obwohl aus einem Haus, nicht wirklich zusammenpassen, traurig. Und das, gerade weil Adobe mit dem dng-Format eine Art Standard für raw schaffen wollte. Letzte Frage dazu, ist Dir evtl.bekannt, ob Adobe da noch einmal etwas ändern will? Nochmal zu Deiner Bemerkung, die Abspeicherung der bearbeiteten raw-Dateien im dng-Format sei sinnlos. Das sehe ich so nicht, denn am Ende der Bearbeitung und Abspeichern in dng… Weiterlesen »

Hans Albrecht

Hallo Markus? entschuldige, wenn ich mich nicht klar genug ausgedrückt habe. Ich bin z. Zt. dabei, Urlaubsbilder zu bearbeiten. Die Bilder habe ich im raw-Format von Sony, also in dem Fall als .arw-Dateien, aufgenommen. Nun habe ich diese Bilder in Lightroom 5.7 bearbeitet und am Ende als .dng-Dateien abgespeichert. Das geht einwandfrei, und ich habe das erreicht, was ich erreichen wollte, in den dng-Dateien sind alle Informationen enthalten, also der Ausgangszustand und der Bearbeitungszustand. Nun gibt es aber etliche Funktionen aus Photoshop in Lightroom nicht, deshalb will ich bei einigen Bildern die dng-Dateien im externen Editor von Photoshop bearbeiten und… Weiterlesen »

Hans Albrecht

ich habe 2014 das 1. Mal durchgehend mit raw-Format fotografiert und nach dem Nachbearbeiten in dng abgespeichert.
Meine Erfahrung:
Einlagern einer jpg-Datei in voller Größe bringt Vorteile bei der Anzeige bspw.
mit irfanview, Geschwindigkeit.
Volle Größe erhöht allerdings den Speicherbedarf um ca. 5 MB.

Frage: ich habe zusätzlich zu Lightroom 5.7 noch Photoshop Elements 11, dng-Dateien werden von Photoshop Elements nicht unterstützt.
Weiß jemand, ob es ein Adobe-Programm (außer Lightroom) gibt, das dng-Dateien unterstützt (öffnen und speichern)?

Michael Fries

Hi Markus, kannst Du mir helfen,
Ich habe mit der neuen Nikon D750 da so ein Problem mit den Raw Daten öffnen.
Lightroom ist noch nicht soweit mit dem Update auf 5.7 und für CS5 gibt es keinen passenden DNG Converter. Hast Du eine Idee wie convertiere ich meine NEF’s in DNG?
Grüße aus Viernheim
Michael

Manuela

Hallo zusammen. Ich habe den DNG converter von adobe heruntergeladen und wollte damit meine ORF Dateien umwandeln. Leider findet der Converter meine Dateien gar nicht. Sprich, wenn ich die zu konvertierenden Bilder auswählen will, werden meine Ornder als leer angezeigt. Kann mir jemand helfen, woran das liegen könnte?

Jörg

Hallo, Markus! Ich bin mit dem Einstieg in die LR-Welt auch grundsätzlich von NEF Richtung DNG gewechselt. Das passt immer prima. Aber bleiben die Dateien wirklich dauerhaft unverändert? Mir fällt immer wieder auf, dass ich nach der RAW-Entwicklung und dem Einsatz des Histogramms wg Lichter und Schwarz wieder die warnenden Pfeile dort angezeigt bekomme, die ich vorher penibel mittels der Regler „beseitigt“ hatte. Woran liegt das? Grüße, Jörg