Die Digitalfotografie ist seit einigen Jahren erwachsen und immer billigere aber gleichzeitig immer bessere Kameras, große und günstige Speicherkarten sowie leistungsfähige Rechner beherrschen das Thema. Immer mehr Bilder entstehen in immer kürzerer Zeit, aber viele Fotos verkümmern ungesehen auf riesigen Festplatten und werden teilweise noch nicht einmal mehr gefunden. Der Run nach immer mehr Megapixeln […]

Dieser Beitrag wurde 2010 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Die Digitalfotografie ist seit einigen Jahren erwachsen und immer billigere aber gleichzeitig immer bessere Kameras, große und günstige Speicherkarten sowie leistungsfähige Rechner beherrschen das Thema.

Immer mehr Bilder entstehen in immer kürzerer Zeit, aber viele Fotos verkümmern ungesehen auf riesigen Festplatten und werden teilweise noch nicht einmal mehr gefunden. Der Run nach immer mehr Megapixeln ist wohl erst einmal etwas gestoppt, da noch höhere Auflösungen für die wenigsten Anwendungen einen tatsächlichen Vorteil bringen.

Einige Trends für 2010 möchte ich Dir in diesem Beitrag zeigen.

Mehr Spaß an den Bildern: Fotos organisieren

Da selbst (oder vielleicht gerade) Hobbyfotografen oft mehrere 10.000 Fotos auf ihren Festplatten haben, ist eine Bildverwaltung unverzichtbar. Die manuelle Verwaltung mit Ordnern auf der Festplatte ist nicht nur unübersichtlich, sondern auch zeitaufwendig.

Eine Bildverwaltung schafft Ordnung und Übersicht und damit gleichzeitig mehr Spaß und Möglichkeiten. Programme wie Googles Picasa, mit dem auch der Laie sehr schnell zurechtkommt, grundlegende Bildkorrekturen durchführen und vor allem die Fotolawine im Zaum halten kann, kosten nichts und bieten eine erstaunliche Vielfalt an Funktionen.

Wer etwas mehr Funktionen braucht, greift zu Programmen wie Adobe Lightroom oder ACDSee.

Bildlein, Bildlein an der Wand: Digitale Bilderrahmen

Kein Zweifel: Ein ausbelichtetes Fotos in einem Rahmen an der Wand, ist nach wie vor eine sehr schöne Sache. Bei der heutigen Bilderflut sind aber kaum genug freie Wände vorhanden, dass man jedes Bild passend präsentieren könnte.

Manches Bild gibt auch vielleicht gar nicht genug her, um es aufwendig rahmen zu wollen. Bevor aber die Urlaubs- oder Geburtstagsfotos auf der Festplatte verkümmern, kann man sie auf einen digitalen Bilderrahmen schicken. Diese werden immer preiswerter und größer und sind noch immer ein Blickfang. Günstige Modelle, wie der takeMS p.view 7 bringen sogar schon eine Fernbedienung und 128MB internen Speicher mit.

Tipp: Verkleinere Deine Bilder auf die maximale Auflösung des digitalen Bilderrahmens. Damit bekommst du nicht nur mehr Bilder auf den internen Speichern, sondern erreichst zudem noch eine bessere Darstellung, da der Bilderrahmen das Bild nicht herunterskalieren muss.

Wo war was? Geotagging

Geotagging wird in 2010 wohl der große Trend werden und immer mehr neue Kameramodelle dürften mit einem eingebauten GPS-Empfänger ausgestattet sein. Mit Lösungen wie dem Bilora GT-01 Geotagger, kann jede Kamera mit Blitzschuh mit Geotagging-Funktionen ausgestattet werden.

So „beschriftete“ Fotos können jederzeit wieder dem Aufnahmeort zugeordnet werden und auch das Betrachten der Aufnahmeorte in Google Earth macht Spaß.

Klappe und Action! DSLRs mit Filmfunktion

Vom Erfolg der Videofunktionen in digitalen Spiegelreflexkameras, waren wohl nicht zuletzt die Hersteller selbst überrascht. Ganze Filmproduktionen werden zwischenzeitlich mit den neuen Kameras gemacht und mancher Filmemacher kauft sich eine D90, D300s oder Canon 5D Mk II nur wegen der Videofunktionen. Diese hybriden Kameras sind deshalb so beliebt, da sie für vergleichsweise wenig Geld HD-Format und gleichzeitig einen „echten“ Filmlook bieten. Durch lichtstarke Wechselobjektive und der Möglichkeit, gezielt mit Unschärfen zu arbeiten, sehen Filme dieser Kameras nach Kinofilm aus.

Was der Hobbyfilmer als nachteilig ansieht, nämlich das Fehlen eines guten Autofokus, ist für den ambitionierten Filmemacher gerade der Vorteil. Im professionellen Bereich wird die Schärfe immer manuell kontrolliert („Schärfe ziehen“ durch den Schärfeassistent). Auch die rudimentären Funktionen zur Tonaufzeichnung belasten den Filmemacher nicht, denn der Sound wird ohnehin mit einem externen Gerät aufgenommen und später mit dem Filmmaterial synchronisiert.

Die neuen Modelle werden über bessere Funktionen zur Belichtungskontrolle verfügen, bessere und verlustfreien Codecs sowie praxisgerechte Framerates wie 24, 25 und 30 Bilder pro Sekunde bieten. Hersteller wie die Firma RED kündigten schon lange Zeit Videokameras mit ähnlichen Funktionen zu erschwinglichen Preisen an – so z. B. die RED Scarlett, doch diese könnten von der Entwicklung auf dem DSLR-Markt überrannt werden.

Back to the roots: Schwarz-Weiß-Fotografie

Die Digitalfotografie ermöglicht es zum Glück, jederzeit und nachträglich aus einem Farbfoto ein S/W-Bild zu entwickeln. Das Schwarz-Weiß-Foto ist gewissermaßen die Essenz eines Motivs. Manches Farbfoto bekommt durch die S/W-Umwandlung einen ganz eigenen Charme und lenkt dabei den Blick auf das Wesentliche.

Wenn man sich bei Flickr oder in Fotoblogs umsieht, stellt man fest, dass immer mehr S/W fotografiert wird. Deshalb ist für mich die S/W Fotografie ein klarer Trend für 2010.

So war’s früher: Analoge Fotografie

Analoge Fotografie, hä? Das war doch so was mit Film, wo man auch nicht gleich sehen konnte, was man soeben falsch gemacht hat? Jaja, so war das in der schlechten Zeit, als wir ja nichts hatten …

Viele Fotografen haben das Fotografieren erst mit der Digitalkamera begonnen. Die analoge Fotografie auf Kleinformat, Mittelformat oder Großformat, übt daher auf viele einen besonderen Reiz aus. Noch reizvoller wird dies, wenn man sich auch noch an die S/W Entwicklung in der Dunkelkammer wagt, lernt man dort doch grundlegende Fertigkeiten, wie das Abwedeln oder Nachbelichten (merkst was!?).

Wer es noch härter mag, macht nicht nur seine Abzüge, sondern entwickelt seine Filme selbst. Als sich mit etwa 13 Jahren meine Begeisterung für die Spiegelreflexfotografie zeigte, war das eine Möglichkeit, viele Bilder preisgünstig zu entwickeln. Auch heute bekommt man passendes Equipment wie Entwicklerdosen, Filmtrockner, Belichtungsschaltuhr, Vergrößerungsgeräte etc. beim großen Auktionshaus für wenig Geld. Ganze S/W Laborausstattungen bekommt man manchmal schon für weniger als 100 Euro.

Zwar ist es heute eher teurer selbst zu entwickeln, der Spaß und die Erfahrung welche man dabei sammeln kann, sind das aber wert. Meine erste Kamera war übrigens eine Rollfilmkamera wie die im Bild.

Das waren meine Fototrends für 2010. Welche Trends siehst Du?

12 Responses

  1. Franzi

    So auch wenn ich recht spät drauf gestoßen bin,
    bedanke ich mich für die Auflistung der Trends. Werde das an meine Blogleser weitergeben.
    Vielen Dank dafür.
    Mein Farvourit und klarer Gipfelstürmer ist das Geotagging.

    Liebe Grüße
    Franzi

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  2. apertur-7,1

    Hallo zusammen,
    eine interessante Diskusion die hier entstanden ist und der ich mich gerne anschließe.

    Das mit B+W ist auch genau mein Favorit für 2010. Was mir als zweites wohl am wichtigsten erscheint, ist die Tatsache das man mit einer Digitalkamera, anders als früher mit der analogen, dazu neigt immer gerne mal gleich einen riesen Berg an Bildern anzuhäufen. Ich gehe mittlerweile wieder dazu über mir das Sucherbild und den Bildaufbau genauer anzusehen. Macht auch richtig laune :-).
    Weitere Trends: Neue Wege in der Portait Photografie,

    Viel Spaß beim fokussieren

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  3. Thomas Mielke

    GPS bzw. Geotagging sehe ich auch als einen der Trends für 2010. Ich hoffe aber, dass die Kamera-Hersteller das auch so sehen und man bald nicht mehr auf externe Geräte angewiesen ist.

    Den Hype um HDR und noch schlimmer Tone-Mapping habe ich ohnehin noch nie nachvollziehen können. Ich habe ja nichts gegen eine DRI/HDR-Bearbeitung, die man dem Bild nicht auf Anhieb ansieht. Aber warum wird viel zu oft versucht, schlechte Bilder mittels Ego-Shooter-Tone-Mapping zu verschlimmbessern?

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  4. bee

    Gerade das „Back to the roots“ beobachte ich derzeit. Ob es jetzt die „light-Variante“ ist, mit Festbrennweite und manuellem Fokussieren, oder dass wir in der Fotogruppe demnächst aus Blech und Holz eine Lochkamera bauen. Irgendwie scheint in der ganzen Informationsflut und dem „man könnte auch noch…“ schon das Bedürfnis nach Bodenständigkeit, einem überschaubaren Umfang da zu sein.

    HDR: Ich hab auch das Gefühl, dass das abebbt. Zumindest diese extremen HDR-Aufnahmen, die aussehen wie aus einem Computerspiel. Ich werd ihnen nicht nachtrauern.

    Plus ein Trend, den ich allerdings nur im Netz, nicht jedoch in meiner Offlinewelt beobachte: Der Trend zum Bokeh. Viel Hintergrund, schöner Hintergrund, Lichtflecken… Der Hintergrund wird zum zweiten Hauptmotiv.

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    • Markus

      Das mit den Lochkameras etc. ist wohl wirklich ein Trend, da es das Fotografieren für viele wieder „spannender“ macht. Deshalb erlebt wohl die analoge Fotografie so ein Revival.
      Bokeh ist ein Aspekt, den mal wohl immer erst als etwas fortgeschrittenerer Fotograf für sich entdeckt.

      Wer mit dem Begriff „Bokeh“ übrigens nichts anfagen kann, erfährt wie immer alles bei Wikipedia

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  5. Stefan

    Ich habe auch den Eindruck, dass Geotagging eines der beherrschenden Themen sein wird – ob es schon die ersten Kameras mit eingebautem GPS bei Canon oder Nikon gibt, bleibt abzuwarten, aber ich vermute es fast. Interessant wird dann sicher wie sich sowas auf die Akkulaufzeit auswirkt…

    Ein Trend, der glaube ich langsam abebben wird ist HDR, zumindest vermute ich, dass der Hype darum nachlässt.

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  6. Christoph

    Also ich denke, dass die Videofunktion bald kein Thema mehr sein wird. Es sei denn, es wird motorisierte Zoom-Objektive geben, um einen geschmeidigen Zoom wie bei einer Videokamera zu bekommen. Erst diese Möglichkeit der Dynamisierung eines Bildes wäre ein Schritt vorwärts.

    Ich glaube, dass es bald keine Spiegel mehr in den SLR geben wird. Die Lichtempfindlichkeit wird sicherlich bald noch mehr erhöht, nicht nur nach oben, sondern nach unten (ISO 50 und niedriger).

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    • Markus

      Das HDR-Thema sehe ich nicht so. Es wird ja mit elektronischen Verschlüssen experimentiert, welche das extrem hohe Bildraten ermöglichen sollen, wodurch auch automatische Mehrfachbelichtungen für HDR möglich würden. Zudem wir offenbar eifrig am Dynamikumfang der Sensoren gebastelt.

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