Wenn es um das Thema Mixing ITB (In The Box) geht, also nur mit Software und ohne externe Hardware kommt immer die Diskussion auf, dass das nicht direkt genug wäre. Abhilfe schaffen – zumindest nach meiner Erfahrung – Channelstrips auf jeder Spur, denn damit lässt sich viel schneller und intuitiver arbeiten. Brainworx liefert dazu mit der bx_console G, eine fabelhaft klingende Lösung mit ein paar Extras.

Selbst erfahrene DAW-User machen sich häufig das Leben unnötig schwer, weil sie oft für jede Spur eine eigene Kombination aus Plugins nutzen. Ein EQ-Plugin. Ein Kompressor und womöglich auch noch ein Gate. Gerade wenn es um eine schnellen Roughmix geht, ist das ständige Wechseln zwischen unterschiedlichen Plugins nicht zur zeitaufwändig, man verliert auch das große Ganze aus den Augen.

Mit einem Channelstrip-Plugin wie dem bx_console G hat man hingegen alle wichtigen Parameter immer im direkten Zugriff. So lassen sich Mixe sehr viel schneller und intuitiver erstellen.

Ein Klassiker als Vorbild: SSL-4000 E Konsole in „Brown“ und „Black“ Ausführung

Über das SSL 4000 Pult brauchen wir wohl keine großen Worte verlieren und Brainworx ist nicht der einzige Plugin-Anbieter, der sich diese Ikone als Vorbild genommen hat. Auch hier wurde der SSL 4000 Kanalzug optisch nachgeahmt. Man bekommt einen Kompressor, ein Expander/Gate (beides natürlich mit Sidechain-Funktion) den parametrischen Vierband-Equalizer sowie Hoch- und Tiefpassfilter. Hinzu kommen noch ein Phasen- und Mute-Taster sowie ein Kanalfader.

Man hat sich aber nicht sklavisch an das Vorbild geklammert, sondern liefert einige zeitgemäße Erweiterungen mit. So verfügt der Kompressor über einen Dry/Wet-Regler, mit dem man das komprimierte Signal dem Direktsignal zumischen kann – ideal für fette Drums oder das Andicken von Vocals. Außerdem hat der Kompressor einen eigenen variable Hochpassfilter, damit tieffrequente Signale den Kompressor nicht zu sehr treiben. Eine weitere Abweichung zum Vorbild ist der THD Regler im Kompressor-Modul, mit dem man den sonst eher cleanen SSL-Kompressor einen ganzen Schuss Charakter verpassen kann.

Anfänglich etwas schrullig mag der V Gain Regler wirken, der dem Signal Rauschen hinzufügt. Tatsächlich hilft aber ein geringer Rauschteppich dabei, die Signale im Mix homogener erscheinen zu lassen. Es handelt sich dabei um psychoakustische Effekte, die eine Aufnahme für unser Ohr besser klingen lassen. Da es in der digitalen Welt kein Rauschen, außer dem bei der Aufnahme von analogen Klangerzeugern gibt, ist das Hinzufügen von Rauschen nach Meinung einiger Tontechniker ein probates Mittel, um einen Mix wieder „analoger“ klingen zu lassen.

72x SSL Sound – immer ein bisschen anders

Ein kleiner Schalter im EQ wechselt zwischen dem eher cleanen „Black“ und dem deutlich aggressiveren „Brown“ Modus im EQ-Modul. Alleine damit bekommt man praktisch schon zwei ziemlich unterschiedliche Klangeigenschaften. Ganz anders als andere SSL-Emulationen wartet Brainworx aber noch mit einem echten Schmankerl auf: Jede Instanz des Plugins verhält sich minimal anders, als die andere.

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