Gestern kamen die neuen Lightroom Versionen CC Classic und CC heraus. Seitdem rollt die Empörungswelle, nur leider häufig deshalb, weil viele den Zusammenhang nicht verstanden haben. Ich versuche es noch einmal verständlich aufzudröseln.

Was ist Lightroom CC Classic und was ist der Unterschied zu Lightroom 6 / CC2015?

Lightroom CC Classic ist die bislang bekannte und von allen eingesetzte Desktop-Version von Lightroom, wie wir sie alle kennen. Sie hat nur einen anderen Namen und – erfreulicher Weise – einige neue Funktionen bekommen. Zudem wurde an der Geschwindigkeitsschraube gedreht.

Lightroom CC Classic gibt es weiterhin im bekannten Abo mit gleichen Modalitäten und gleichem Preis. Es erfordert keine andere Hardware als die Vorgänger und natürlich hat es auch – wie bisher – einen lokalen Katalog und eure Bilder speichert ihr auf euren Festplatten. Also bleibt alles beim alten.

Was ist Lightroom CC und was ist der Unterschied zum bisherigen Lightroom?

Lightroom CC ist eine komplette Neuentwicklung *** hier jetzt wirklich genau lesen! >>> und wird parallel zur bisherigen Lightroom-Version angeboten. Lightroom CC ging aus dem Projekt „Nimbus“ hervor, hat eine komplett neue Oberfläche, aber derzeit auch nicht alle Funktionen von Lightroom CC Classic. Der große Unterschied bei Lightroom CC ist, dass es alle Fotos, Metadaten etc. in der Creative Cloud speichert.

Lightroom CC Benutzeroberfläche

Niemand muss Lightroom CC nutzen und es ist auch nicht absehbar, dass Lightroom CC in naher Zukunft Lightroom CC Classic ablösen wird. Dagegen stehen langsame Internetanschlüsse und immer größer werdende RAW-Dateien.

Hat man ein Creative Cloud Abo, bekommt man Lightroom CC zusätzlich zu Lightroom CC Classic. Es muss aber niemand darauf umsteigen. Lightroom CC ist derzeit einfach als Experiment zu sehen.

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82 Responses

  1. David

    Ich habe mir das mal angesehen. Es werden Duplikate von den Originalen und Arbeitskopien lokal gespeichert. Sind lediglich zwei Häkchen in den Lightroom CC Einstellungen.

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  2. Hofer Bernhard

    Keinen Vertag ans bein Binden finde ich gut ausgedrückt .Es geht mir ähnlich. Jetzt soll ich eine Software nochmals (PS 5 und upgrade 6)mieten für welche ich annähernd 1000.00 Sfr. bezahlt habe, nochmals bezahlen. Lightroom kenne ich seit der Version 2 (dann 4. 5 und heute habe ich LR 6.14)und fand die Software für das beste welches meinen Fotos und Archiven geschehen konnte. Nun bin ich ernsthaft auf der Suche nach einer Alternative.Und die wird kommen, ob sich Adobe drum kümmert oder nicht. Ich bin ja auch nicht das Zentrum des Universums, sondern ein weiterer verärgerter Adobe Kunde.
    Ich freue mich auf Rückmeldungen.

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  3. wernman

    Ich als Nutzer des Foto Abo mache mir neuerdings erhebliche Sorge darüber was passiert, wenn ich das Abo mal kündigen will: Was wird dann mit meinen (-zig Tausenden) bearbeiteten Raw Files? Kann ich doch nur mit Lightroom
    oder camera raw im bearbeiteten Zustand öffnen. Oder??? Bin ich jetzt an Lightroom geknebelt? Wäre Lightroom mein Eigentum hätte ich oder jeder in meinem Umfeld Zugriff solange ich nicht entscheide, Lightroom zu löschen.
    Im Abo hab ich die Freiheit meiner Entscheidung abgegeben. Der Vorteil, dass ich die ursprüngliche Raw Datei nicht verändere (…non destrucktive) wird hier zur Falle! Fast unbemerkt Hat Adobe hier meine Freiheit beschnitten! Ich kann nicht einfach auf eine andere Software umsteigen ohne Gefahr zu laufen, tausende Stunden Arbeit in den Eimer zu treten… es sei denn ich überweise brav meinen Obolus an Adobe!!!

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    • nachbelichtet

      Hatten wir hier zwar schon oft, aber noch einmal: Wenn man das Abo beendet, kann man die Kataloge, Sammlungen etc. noch immer öffnen und bereits bearbeitete Fotos exportieren. Man kann nur keine neuen Bearbeitungen vornehmen. Die RAWs sind ja nach wie vor da und können auch in einem anderen RAW-Programm bearbeitet werden.

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  4. wernman

    Abo hin oder her… was mir Sorgen macht ist die Frage, wer im Falle des neuen Lightroom cc Zugriff auf meine Fotos hat??? Ich doch wohl nur , wenn ich einen einigermassen schnellen Internetzugang habe. Den hat man fast nirgendwo!!! (vielleicht ausser daheim) Und was geschieht mit meinen Bildern, wenn ich mal ausfalle??? Wem gehören dann meine Fotos??? Haben dann meine Partnerin, meine Kinder, Enkel usw. Zugriff??? Hier sehe ich ganz erhebliche Copyright Probleme. Soll hier Copyright ausgehebelt werden?

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    • nachbelichtet

      Natürlich nur du! Und für den Todesfall hinterlegt man eine Liste mit allen Passwörtern bei einer vertrauenswürdigen Person. Das ist aber nicht nur ein Lightroom-Problem. Copyrightprobleme gibt es da keine.

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  5. Karl

    Danke für den Beitrag, den ich mit Interesse gelesen habe.
    Auch ich werde mich nicht für das Abo-Modell entscheiden. Gelesen habe ich mittlerweile viele Kommentare dazu und meine Meinung dazu suche ich immer aus Pro und Cons.
    Ich bin seit 2011 Nutzer von LR und bin bei der Version 5.7 stehen geblieben. Alle Updates der Versionen habe ich auch nicht mit gemacht. Ich habe mir immer vorab eine Testversion in einer virtuellen Maschine installiert und geprüft ob ein Update Sinn macht. Als Beispiel kann man hier die HDR und Panorama Funktion in Version 6 sehen. Hier gibt es deutlich besser Programme die sich als Plugin einbinden lassen.

    Als Hobby- / Amateurfotograf werde ich nie in die Lage kommen, die Kosten für ein Abo als Betriebsausgaben bei Finanzamt geltend zu machen. Täglich werde ich das Programm nie nutzen, ist ja mein Hobby. Somit zahle ich jährlich den Preis einer Vollversion.
    Die Frage stellt sich nun, was ist das Ziel von Adobe?
    – Keine Hobby / Amateurfotografen mehr als Kunden zu haben?
    – Interne Kostenoptimierung bezüglich der Entwicklung von Updates?
    – Gewinnmaximierung um die Aktionäre zufrieden zu stellen?

    Da ich aus der Analog-Fotografie komme, habe ich Lightroom immer als mein digitales Fotolabor angesehen. Die Aussicht Photoshop in der Cloud „kostenlos“ dazu zu bekommen, kann ich so nicht als Vorteil sehen. Warum soll ich ein Bild mit Photoshop verfremden. Ich glaube, das wie bei dem Technikwettrennen der Kameras, hier der Sinn des Fotografierens vernebelt wird. Was mach ein gutes Bild aus? Die Technik oder der, der durch den Sucher guckt und das Motiv auswählt. Die Technik kann sicherlich helfen, aber mehr auch nicht.

    Ich bin nicht gegen technologische Entwicklung. Der Umstieg von Analog auf Digitaltechnik in der Fotografie ist sicherlich einer der größten Entwicklungen im Computerzeitalter. Aber was hat eine Kamera in einem Smartphone zu suchen? Für Schnappschüsse sicherlich ok, aber für Bilder die ich größer als DIN A3 drucken will….?
    Somit stellt sich am Ende die Frage:
    Wer ist der Motor für die technische Entwicklung im 21. Jahrhundert? Die Industrie zur Gewinnoptimierung oder der Anwender, weil er bei der Entwicklung einbezogen wurde?

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    • nachbelichtet

      Es wird niemand gezwungen LR zu nutzen und jeder muss selbst entscheiden, was einem das Hobby wert ist und ob man sich das leisten möchte. Wenn es nur um die RAW-Entwicklung geht, braucht man auch nicht unbedingt Lightroom. Und wenn man nur Lightroom einsetzt ist ein Abo natürlich nicht so attraktiv, als wenn man auch den darin enthaltenen Photoshop einsetzt (was meiner Ansicht nach der eigentliche Hit am Abo ist).

      Zum Thema Smartphone-Fotos: Die Qualität taugt auch professionellen Ansprüchen und heute auch für Titelseiten von Time, Cosmopolitan etc.

      Und ja: Wir leben in der Marktwirtschaft.

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      • Karl

        … mit freier Meinungsäußerung. Und das ist gut so.
        Danke für die Antwort.

  6. David

    Ich finde das Abo-Modell für mich leider trotzdem unpassend. Auch wenn ca. 10€/Monat nicht die Welt sind, aber Kleinvieh maht nunmal auch Mist – und neben den 10€ für Lightroom kommen dann eben auch noch die 10€ für einen Streamingdienst, 10€ für MS Office, etc.pp. das summiert sichd ann doch ganz schön. Ich habe auch nicht jedes Jahr eine Update für Lightroom gemacht, arbeite bis heute noch mit der 5er-Version. Wäre aber durchaus bereits alle 2 oder drei Jahre einen entsprechenden Betrag für eine neue Version mit neuen Funtionen zu investoeren. Aber nicht jedes Jahr – dafür nutze ich LR nicht intensiv genug! Und asl wenig-Nutzer ist man dann irgendwann gea…

    Ich verfolge aktuell interessiert was das neue Luminar zu bieten hat. Leider fehlt hier (noch) die Katalog-Funktion, aber die soll ja nachgeliefert werden. Gibt´s da vielleicht eine Test-Version? Hab zwar Hinweise daruaf gefunden, konnte aber bis jetzt noch keine downloaden.

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  7. Harald

    Vor nicht gar so langer Zeit stand ich vor dem gleichen Problem.
    Apple hatte beschlossen Aperture nicht mehr weiter zu entwickeln und es sterben zu lassen.
    Man hatte sich darauf eingerichtet, Bücher bzw. Trainingssoftware gekauft und dann – Pech gehabt. Also auf ein neues Pferd gesetzt, dass sich Adobe Lightroom nannte und das gleiche Spiel von vorne.
    Ich werde mir mit 66 für mein Hobby niemals ein Abo an´s Bein binden! Also heißt es früher oder später sich nach etwas Neuem ohne Abo umzusehen.
    Es ist nur eine Schande wie heute mit dem Kunden zum Zwecke der Gewinnmaximierung umgegangen wird. Man kann nur hoffen, dass viele Kunden die richtigen Konsequenzen ziehen!

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    • Mike

      Du wirst dir kein Abo ans Bein binden? Schön für dich, interessiert nur weder Adobe noch die Leser hier. Und die richtige Konsequenz? Abo machen und für wenig Geld immer die aktuellste Version nutzen können? Ja, die werden viele ziehen, auch wenn es dir nicht passt. Du bist NICHT das Zentrum des Universums…

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  8. eastfrisian1

    Danke für den Beitrag ? Dazu hätte ich noch eine Frage – ist es möglich, das Lightroom classic UND das neue Lightroom CC parallel auf dem gleichen Rechner zu betreiben? Der Gedanke dahinter war, dass man mit Lightroom CC die „aktuellen“ Bilder von überall aus bearbeiten kann, während der eigentliche Katalog in Lightroom classic schlummert. Da Lightroom CC noch nicht alle Funktionen hat, macht ein kompletter Wechsel ja nicht unbedingt Sinn. Außerdem speichert CC die Bilder (automatisch und unabdingbar???) in der Cloud – wenn ich meine Daten selbst organisieren möchte, bringt mir das ebenfalls wenig.

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