Ein sicheres Lightroom-Backup erstellen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die nachfolgenden Tipps kann man nicht nur auf Lightroom anwenden, sondern sie sind ein Leitfaden für jegliches Backup mit ein paar Lightroom-Spezialitäten!

Damit ein Backup logisch und durchschaubar bleibt, ist ein bisschen „Datenhygiene“ nie verkehrt. Legt euch feste Ziele für bestimmte Daten an. Unter Windows habt ihr ja schon einen Ordner Dokumente, Fotos, Videos etc. die erst einmal auf dem C: Laufwerk beheimatet sind. Was viele gar nicht wissen, ist, dass man diese Systemordner auch auf andere Laufwerke verschieben kann. Mit einem rechten Mausklick auf z. B. den „Dokumente“ Ordner von Windows und Eigenschaften wird der derzeitige Speicherort angezeigt. Dieser ist zunächst C:UsersEuerBenutzernamedocuments.

Mit Verschieben könnt ihr das Ziel aber auf eine andere Festplatte verlegen. Dabei werden alle bereits vorhandenen Dateien automatisch an den neuen Ort verschoben. Gerade bei Fotos benötigt man ja viel Speicherplatz, so dass es sinnvoll ist, dieses Ziel auf eine große Festplatte zu verlagern.

Ihr müsst natürlich nicht diese Systemordner nutzen. Sie schaffen aber eine gewisse Grundstruktur und sind für jeden begreifbar.

Beim Import gibt Lightroom ja die Möglichkeit, ein Ziel auszuwählen, in dem die Fotos gespeichert werden sollen. Das kann bei jedem Import ein anderes sein. Sehr viel einfach ist es jedoch, einen Stammordner anzugeben, in dem die importieren Fotos immer abgelegt werden.

Wie Lightroom Bilder organisiert – der Katalog

Nicht nur Lightroom-Einsteiger haben große Probleme zu verstehen, wie Lightroom Fotos organisiert und verwaltet. Grundlage von Lightroom ist der Katalog, der die Dateiendung .lrcat hat. Wo sich dieser Katalog auf der Festplatte befindet, kann man herausfinden, in dem man Bearbeiten ->Katalogeinstellungen aufruft (oder STRG+ALT+, als Tastenkürzel drückt). Oben rechts seht ihr den Pfad zum aktuellen Katalog.

Dieser Katalog enthält eure Metadaten inkl. Keywords, eure Bearbeitungen, Vorschauen etc. Dieser Katalog enthält auch die Informationen, wo Lightroom die Originaldateien finden kann. Und nun aufgepasst: Der Lightroom-Katalog enthält NICHT eure Bilder! Das ist sehr sehr wichtig zu wissen! Er enthält nur die Information darüber, wo er die Dateien findet! 

Ich weiß nicht, wie oft ich schon verzweifelt von nachbelichtet-Lesern gefragt wurde, wo denn nun die Originalfotos wären. Die Festplatte ist kaputt, aber man hätte doch ein Backup vom Katalog. Das bietet Lightroom ja auch noch beim Beenden an. Mit dem Katalog-Backup von Lightroom wird aber nur eine Kopie dieser Datenbank gespeichert, und das geschieht bei den meisten auch noch an der gleichen Position, an der auch der Originalkatalog zu finden ist – sofern man das nicht geändert hat.

Die Backup-Funktion von Lightroom erstellt nur eine Sicherheitskopie des Katalogs – nicht eurer Fotos!

Die eigentlichen Fotos können sich irgendwo auf euren Festplatten oder NAS-Laufwerken befinden – je nachdem, was ihr beim Import als Ziel ausgewählt habt.

Und damit sind wir schon beim …

Lightroom-Import

Auch dieser ist so eine Sache, welche Einsteiger nicht sofort verstehen, und Schuld daran ist tatsächlich Adobe. Eigentlich gibt es einen klaren Hinweis darauf, wie der Import abläuft. Das Import-Interface ist aber so doof gestaltet, dass das nur Adleraugen auffällt:

Die unauffällige Reihenfolge beim Lightroom-Import

Tatsächlich zeigt Adobe den Ablauf beim Import. Nur ist das so unauffällig, dass es von den meisten nicht erkannt wird. Der Import hat eine Quelle (z. B. eure Speicherkarte), eine Methode (kopieren, verschieben, hinzufügen oder als DNG kopieren) und ein Ziel. 

Das Ziel ist bei mir immer gleich: Der Ordner LR-Fotos auf meinem externen Western Digital My Book, welches per eSATA flott an meinem Rechner angebunden ist. Hier laufen alle Importe hinein und werden nach Ordnern mit dem Importdatum als Namen abgespeichert. Meine RAW-Formate lasse ich dabei als DNG konvertieren.

Man kann beim Import einen zweiten Speicherort angeben. Dann speichert Lightroom die Fotos automatisch zusätzlich noch an diesem Speicherort und man hat damit eine Sicherungskopie. Das kann ganz sinnvoll sein, wenn es schnell gehen muss, die Daten aber sehr wichtig sind und man nicht das regelmäßige Backup (siehe Teil 1) abwarten kann oder will. Ich halte es so, dass ich die Daten von der Speicherkarte beim Import in Lightroom immer nur kopiere oder als DNG kopiere und niemals verschiebe. Damit habe ich die Daten nach wie vor auf der Speicherkarte, falls etwas passieren sollte. Zudem hat meine Nikon D750 zwei Kartenslots. Bei wichtigen Shootings lasse ich parallel auf beide Karten schreiben, falls eine Speicherkarte den Geist aufgeben sollte.

Ihr könnt beim Import auch einen eigenen Ordnernamen vergeben und die Dateien umbenennen lassen. Für mich spielt das keine Rolle, aber das kann ja jeder machen, wie er möchte.

Tatsächlich ist mein Workflow noch etwas komplexer, denn ich habe zwei Ziele im Einsatz:

Das erste Ziel ist eine interne SSD, auf die neue Fotos importiert werden. Warum eine SSD? Weil Lightroom damit einfach schneller ist. Wenn ich mit diesen Fotos fertig bin, verschiebe ich sie in einen Ordner auf meinem NAS. Dort habe ich mehr Platz als auf der SSD, dafür ist der Zugriff langsamer. Verschoben werden die Fotos natürlich ausschließlich in Lightroom! Auch das ist sehr wichtig. Viele verschieben Fotos per Explorer oder Finder und wundern sich dann, dass Lightroom die Dateien nicht mehr findet. Wie auch? Alles, was außerhalb von Lightroom passiert, bekommt Lightroom nicht mit und sucht an dem Ort, welchen es im Katalog findet.

Wie man Fotos in Lightroom verschiebt und archiviert, habe ich HIER ausführlich beschrieben.

Ein sicheres Lightroom Backup erstellen

Nun haben wir ein definiertes Ziel, an dem alle unsere importieren Fotos zu finden sind. Wir wissen auch, wo der Lightroom Katalog zu finden ist. Beides zusammen ergibt ein komplettes Lightroom Backup. Man schließt nun diese beiden Ordner in das regelmäßige Backup ein. Der Rest erfolgt wie im ersten Teil beschrieben: Ein rollierendes Backup, bei dem eine Festplatte außerhalb des Hauses gelagert wird (wenn man wirklich sicher sein will).

Wer mit mehreren Katalogen arbeitet (die Vor- und Nachteile habe ich HIER beschrieben), legt für jeden Katalog einen Stammordner an, damit die Originaldaten verschiedener Kataloge klar voneinander getrennt sind.

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61 Responses

  1. Eric

    Hallo Markus,

    auf Deinen informativen Blog bin ich vor längerer Zeit aus der Perspektive Fotografie – Lightroom gestoßen. Ich verfolge ihn schon lange und sehr gerne. Die pragmatischen Ansätze gefallen mir. Weiter so!

    Nun bist Du mit Deinen Artikeln über das Thema BackUp bei mir in ein Wespennetz gestoßen. Meine der-zeitige Lösung ist halbherzig und nicht wirklich sinnvoll. Vor vielleicht 1 bis 2 Jahren hatte ich mich der Sache gewidmet und dann irgendwann wegen der Komplexität -ich möchte mich doch vornehmlich mit der digitalen Fotografie und nicht mit EDV beschäftigen- in dem jetzigen Stadium abgebrochen. Hintergrund war aus meiner Erinnerung auch, daß ich nicht noch mehr intellektuelle und monetäre Kapazitäten in den Aspekt NAS stecken wollte und konnte. Die Anschaffung eines NAS möchte ich auch jetzt erstmal zurück-stellen und zunächst auf die Lösung PC>interne HDD>externe HDD (USB 3.0) zurückgreifen. NAS kommt sicher später.

    Erlaubst Du mir ein paar konkrete Fragen, die mir nachdem ich das Thema BackUp wieder aufgegriffen und Ashampoo Backup Pro 11 erworben habe, so im Verlauf kommen? Ich starte einfach mal:

    -Was setzt Du für die externen HDD ein? NTFS oder FAT 32? Aus Gründen der Universalität habe ich bislang auf FAT 32 gesetzt. Beim Testen diverser BackUp-Programme stieß ich aber manchmal -je nach Systematik des BackUp-Programms- an die 4 GB-Grenze. Das hat mich ins Nachdenken gebracht auch wenn Ashampoo Backup Pro 11 an diese Grenze nicht stößt, daß eine andere Methodik gewählt wird.

    -Komprimiertes oder unkomprimiertes BackUp? Sehe den Vorteil in einem unkomprimierten BackUp, daß ich sehr leicht an Dateien/Fotos via Dateimanager gelange ohne die Software Ashampoo Backup Pro 11 einsetzen zu müssen.

    -Du schreibst vom Archivieren von HDD via ORICO Docking-Station o.ä. Schicke Lösung, die ich sehr sinnvoll finde. Auch um ein Archiv kostengünstig andernorts zu bringen. Das geht aber doch nur, wenn die die UrsprungsHDD auch leicht auszubauen ist. Wenn ich das richtig verstehe, geht das doch nur bei einigen NAS-Typen gut. Oder verstehe ich da was falsch? Ich vermute doch richtig, daß Du nicht dau-erhaft mit so einfachen Adaptern- USB auf IDE Adapter Converter für alle Formate inkl. Netzteil arbei-test.

    Danke Dir schon jetzt für Deine hilfreiche Unterstützung bei meinem Projekt BackUp 2017.

    Viele Grüße in den SüdOsten Deutschlands aus der regnerischen Landhauptstadt Düsseldorf

    Ciao

    Eric

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  2. Eric

    Moin in den SüdOsten Deutschlands,
    Du hast mich mit dem Thema Datensicherung jetzt wieder angefixt.
    Nach dem Test diverser -meist kostenloser- BackUp-Programme habe ich mich entschieden Ashampoo Backup Pro 11 konkret einzusetzen bzw. genauer zu testen.
    Jetzt habe ich die Hoffnung einen Gewinn „abzustauben“. Wenn nicht – auch nicht schlimm. Das Programm gibt es z.Z. sehr günstig bei Ashampoo. Nur doppelt ist Quatsch!
    Deshalb die Frage/Bitte: „Ist es schon zur Auslosung gekommen oder bis wann muß ich mich noch gedulden?“
    Ciao aus dem regnersichen BergsichenLand und weiter so mit dem sehr informativen Blog.
    Eric

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  3. Martin

    Schade….bin leider 1h zu spät? oder welche Zeitzone gilt? Danke für den Gewinn 😉
    Gruß
    Martin

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  4. Thomas Reschke

    vielen lieben Dank Markus für deinen lehrreichen Artikel, ich habe selber auch schon oft genug Daten verloren wegen defekter Platten ;( … von daher ein sehr wichtiges Thema

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  5. Markus

    Danke für den informativen Artikel zum Thema Backup. Sind sehr wichtige Denkanstösse für mich dabei. Und gewinnen möchte ich auch gerne 😉

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  6. Roland Zerwinski

    Danke für den interessanten Artikel und ich nehme sehr gerne am Gewinnspiel teil.

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  7. Dima

    Interessant. Ich muss immer auf deine verlinkten Beiträge klicken und werde gar nciht fertig mit dem lesen. Dankeschön! PS: Will auch gerne gewinnen : )

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  8. Gunnar Neidhardt

    Vielen Dank für Deine Mühe, uns dieses Thema so strukturiert näher zu bringen. Auch in Deinen Lightroom Tips finde ich immer wieder Dinge, um die Arbeit zu vereinfachen. Ich nehme gerne am Gewinnspiel teil.

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  9. Ralf Thyssen

    Mache zwar schon länger ein Backup auf zwei räumlich getrennte Festplatten, aber mehr oder weniger händisch. Hier kann mir die Software sicher helfen korrekter die Daten zu sichern, wie in deinen Artikeln beschrieben, darum nehme ich gerne teil.

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  10. Sabine

    Vielen Dank für deinen aufschlussreichen Artikel zu diesem heiklen Thema. Ich muss meine Datensicherung auch noch optimieren. Über einen Gewinn der Software würde ich mich deshalb echt freuen.

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  11. Andreas

    Interessanter Artikel zum Thema Backup. Schaue regelmäßig hier vorbei und lese deine Beiträge zu den Themen Fotografie und Computer immer mit großem Interesse.
    Beim Gewinnspiel bin ich natürlich gern dabei.

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  12. RichArt

    Toller Artikel, einfach erklärt. Gibt ansporn mit dem Gewinn endlich eine richtige Backup Strategie aufzugleisen…
    Danke auch für die immer wieder tollen und hilfreichen Infos

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  13. Florian

    Danke für die beiden guten Artikel. Gehöre auch zu der Fraktion – ich möchte schon seit geraumer Zeit mit sowas anfangen, aber bis jetzt noch nicht „geschafft“ *schnarch* dabei habe ich schon eine menge Systemplatten verloren über die Jahre. Zum Glück haben die wichtigen Daten immer auf externen Platten überlebt. *Puhh*. Bei dem Gewinnspiel bin ich gerne dabei !

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  14. Florian

    Vielen Dank für die zwei interessanten Artikel zu diesem Thema. Und ich nehme natürlich sehr gerne am Gewinnspiel teil.

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  15. René

    Ich mache schon seit Jahren Backups. Diese beiden Artikel haben aber doch wieder neue Erkentnisse gebracht. Beim Gewinnspiel bin ich dabei. Danke

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  16. Thomas

    Sehr informativer Artikel! Ich habe im Bekanntenkreis auch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass ein NAS allein ebend keine ausreichende Datensicherung darstellt. Über eine Vollversion von Backup Pro würde ich mich freuen 🙂

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  17. Peter

    Super Beiträge! Hat mich mal wieder dazu angeregt, meine Bup-Strategie zu überdenken. Kleiner Tipp: Bei StackSocial.com gibt es momentan bei Zoolz 2TB Speicherplatz für 50€ und bei Degoo 3TB für 65€ jeweils als lebenslange Lizenz online als Schnäppchen.
    Über die Backupsoftware würde ich mich freuen. Kann man das Backup dabei verschlüsseln?

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  18. Jörg Zimmer

    Haben ist besser als brauchen sagt man ja… mit nem gewinn bräuchte und hätte ich es sogar ?

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  19. nachbelichtet

    Da ist wieder die Fehleinschätzung mit den gespiegelten Festplatten 🙂 (siehe Teil 1 meiner Beiträge)
    Zu 90% wird nie eine ausgefallene Festplatte das Problem beim NAS sein, sondern Fehlkonfiguration, Firmware-Pannen, Fehlbedienung, Elektronikausfall etc.

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  20. Manfred Ryba

    Danke für diesen tollen und wichtigen Artikel.
    Über die Lizenznummer würde ich mich natürlich sehr freuen und dann das Thema Datensicherung richtig angehen.

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  21. Hans-Peter

    Teil 1 und Teil 2 sind sehr informativ, mit der zugewinnenden Software wird es besser. Ich bin dabei.

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