Manche Dinge sind so offensichtlich, bleiben uns aber trotzdem verborgen. So ist es auch bei einer „eingebauten“ Hilfestellung zur Bildbearbeitung in Lightroom. Eine häufige Frage hier im Blog ist: „Was stelle ich zuerst ein und welche Dinge ändere ich zuerst?“ Hier hilft uns Lightroom schon seit der ersten Version.

Dieser Tipp mag am Schluss profan erscheinen. Tatsächlich gibt er aber eine wichtige (und richtige) Marschrichtung bei der generellen Bildbearbeitung vor. Die Hilfestellung von der ich spreche, ist ganz einfach das rechte Panel im Entwicklungsmodul, denn das gibt – von oben nach unten – den Arbeitsablauf in Lightroom vor und hier gilt: First Things first!

Der erste Blick gilt dem Histogramm. Hier kann man erkennen, ob ein Bild über- oder unterbelichtet ist und ob es Farbverschiebungen (z. B. falscher Weißabgleich , wenn die einzelnen Farbkanäle nicht weitestgehend deckungsgleich sind). Darum sollte man zunächst für eine neutrale Grundeinstellung mit dem Weißabgleich arbeiten. Dann geht es weiter zur Belichtungskorrektur und zur Farbsättigung. Damit hat man einen neutralen Ausgangspunkt für die weitere Bearbeitung – und auch für den Einsatz von Vorgaben/Presets, denn die sehen nur gut aus, wenn auch die Grundlage gut ist.

Weiter geht es mit einer der wichtigsten Einstellungen: Den Kontrast mit der Gradationskurve anpassen, um damit die grundsätzliche Kontrasteinstellung des Kontrastreglers zu verfeinern.

Die Gradationskurve ist ja mein absoluter Liebling und ist eine Geheimwaffe, wenn man den Umgang damit verstanden hat. Das habe ich in diesem Video gezeigt:

Mit dem HSL/Farbe/ und SW Panel kann man nun Farben (Himmel, Grün, Hauttöne) feineinstellen oder die Entscheidung zum Schwarzweißbild treffen, was ebenfalls ein gut entwickeltes Quellbild voraussetzt (zumindest macht es das viel einfacher).

Hat man sich für S/W entschieden, ist man jetzt bei der Teiltonung und kann dem Bild einen Look geben. Natürlich darf man das auch bei Farbbildern.

Kreativ werden

An diesem Punkt würde man nun lokale Korrekturen mit dem Korrekturpinsel, Radial- und Verlaufsfilter durchführen, Flecken und störende Elemente entfernen und das Bild zuschneiden. Jetzt ist auch der richtige Zeitpunkt, um kreativ zu werden und – ausgehend von dieser Grundeinstellung – nun mit allen Reglern den gewünschten Look zu generieren.

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6 Responses

  1. Michael Schweim

    Hammer… wenn ich nicht ständig deine Artikel lesen würde, wäre meine Entwicklung mit LR stehen geblieben. Danke ^^

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  2. Manfred Wegler

    Bislang war meine Vorgehensweise die, dass ich Beschnitt und Ausrichtung vor der Belichtungs- bzw. Kontrastkorrektur erledigte, sofern gewünscht. Durch entfallende Bildinhalte ändert sich doch auch die
    Tonwertverteilung.

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  3. Gerhard Bögner

    Eine Ausnahme würde ich aber vor schlagen. Wenn du mit RAWs arbeitest und vor hast das Profil zu ändern, so würde ich das ganz am Beginn (und ganz unten) machen.
    Die Interpretation der Raw Informationen ist so grundlegend, dass du mit dem Feintuning ganz von neuem beginnen könntest, würdest du erst am Schluss z.B auf Vivid umstellen.
    LG Gerhard

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    • Marc Mertens

      Vielen Dank für den Artikel, welcher im LR-Universum auch tatsächlich nützlich ist. Aber dieses Kompliment möchte ich gerne auch für das Blog als solches aussprechen. Immer wieder gibt es spannende Details zu lesen und als Hobby-Knipser hat man nicht immer die Zeit sich in die Tiefen des Adobe-/PS-/LR-Dschungels zu begeben.

      Ansonsten stimme ich Hr. Bögner zu. Ich selbst bin seit einiger Zeit passionierter Fuji-X-Nutzer und stelle die Filmsimulation immer als erstes ein. Da bin ich im Standard-Workflow selber schon ordentlich auf die Nase gefallen. 😉

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