Im Büro wird es zusätzlich eine Konstant-Helligkeitssteuerung über einen Lichtsensor und LED-Panels mit DALI-Ansteuerung geben. Damit bleibt die Beleuchtungsstärke zu jeder Tageszeit und Wettersituation gleich. Für die Garage habe ich beim Elektronikversender Pollin eine ehemals sündhaft teure E-Core LED-Leuchte von Toshiba gefunden, die aus 82 Watt lockere 5650 Lumen Lichtstrom macht. Dabei hat sie noch einen hervorragenden Abstrahlwinkel von 72° und leuchtet damit unsere komplette Doppelgarage (die durch einen offenen Giebel sehr hoch ist) wie einen Operationssaal aus. Gespeist wird das Teil mittels zwei DALI-Treibern und kostet trotzdem noch nicht einmal 35 Euro. Auch diese Leuchte habe ich gleich einmal ausprobiert und sie macht jedem Leuchtturm Konkurrenz. Man benötigt übrigens nicht zwingend eine DALI-Ansteuerung. Von Haus ist DALI so eingestellt, dass es an ist, sobald Strom vorhanden ist.

Das Toshiba E-Core LED-Monster samt DALI-Treiber (es werden 2 Stück benötigt)

Noch mehr Smart Home mit OpenHAB

Schon jetzt haben wir einige Philips Hue Leuchten, AVM Fritz!DECT Funksteckdosen, einen Logitech Harmony Hub und fernsteuerbare TV-Geräte und AV-Verstärker im Einsatz. Zudem tummeln sich hier mittlerweile 3 Alexa Echos (wurde schon genug diskutiert). Außerdem bastle ich aktuell auch an eigenen Sensoren (Luftqualität, CO, CO2,  etc.), 1-Wire Sensoren, Stromsensoren usw.

Mein OpenHAB Testboard

Zwar hatte ich bislang geplant, IP-Symcon mit meiner LCN-Steuerung zu verbinden, bin aber nun beim kostenlosen und extrem mächtigen OpenHAB hängen geblieben. Damit kann ich schon jetzt in der Wohnung alles perfekt steuern, Messwerte wie Temperaturen, Verbräuche oder Luftfeuchtigkeit erfassen und meine eigenen Sensoren per MQTT einbinden. Mehr dazu gibt es demnächst, denn das Thema würde den jetzigen Rahmen sprengen. Was mich an OpenHAB begeistert ist, dass man damit nahezu alle Geräte und Systeme, egal ob Homematic, EnOcean, Innogy, KNX, Lightify, aber auch Datenquellen wie Wetterdienste usw. zusammenführen, gemeinsam steuern und abfragen kann. Sollte mir später doch einfallen, dass irgendwo noch ein Lichtschalter nötig wäre, kann ich einfach einen EnOcean Funk-Taster an die Wand pappen, EnOcean Gateway Empfängermodul an den Rechner anschließen und somit etwa den EnOcean Taster per OpenHAB mit LCN und Philips Hue verbinden.

OpenHAB werde ich übrigens nicht auf einem Raspberry Pi laufen lassen, sondern auf einem kleinen PC von Dell, den ich als Gebraucht-PC bei Harlander erstanden habe. Der Grund hierfür ist, dass dieser Rechner noch weitere Aufgaben übernehmen wird, für die ein Raspi nicht geeignet ist, so z. B. die Aufzeichnung der …

… Kameras und Türsprechanlage

Da ich bereits in meiner Firma mit den IP-Überwachungskameras von Hikvision gute Erfahrungen machen konnte, kommen drei davon rund um unser Haus zum Einsatz. Da diese auch Bewegungen erkennen können, kann man sie über OpenHAB u. a. als virtuelle Bewegungsmelder einsetzen und damit z. B. das Außenlicht ansteuern.

HIKVision IP-Kameras für den Außenbereich (Modell DS-2CD2342WD). Der Fuß stammt aus dem 3D-Drucker

Gar nicht so einfach war die Suche nach einer IP-Türsprechanlage mit Kamera, die sich per SIP an die Fritzbox anbinden lässt. Fündig wurde ich bei der deutschen Firma Wantec. Die Wantec Monolith C IP sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch top verarbeitet und mit einer HD-Kamera samt 170° Weitwinkelobjektiv ausgestattet. In welcher Sprechanlage findet man schon einen Visaton-Lautsprecher? Als eine der wenigen Lösungen kann sie ohne Klimmzüge an die Fritzbox angebunden werden, klingelt nicht nur auf den Fritz!Fon Telefonen, sondern zeigt auch gleich das Kamerabild und den Türöffner kann man ganz bequem vom Telefon (oder Smartphone) aus betätigen.

Die Wantec Türsprechstelle Monolith C IP

Natürlich geht das auch per App wenn man unterwegs ist. Mit etwa 850 Euro ist die Wantec Monolith IP Türsprechstelle zudem erstaunlich preiswert.

die Wantec von innen

Wie geht es weiter?

So, das war mal ein grober Überblick über unser zukünftiges Smart Home. „Grob“ deshalb, weil das nur ein Bruchteil der Möglichkeiten und meiner aktuellen Planungen darstellt. Das Thema ist einfach sehr umfangreich und für jede einzelne Überschrift könnte man ein eigenes Blog eröffnen. Zwischenzeitlich habe ich ein paar Sensoren auf Basis von ESP8266 Modulen gebaut und in OpenHAB eingebunden und Alexa beigebracht, dass sie diverse Lampen und Steckdosen schalten kann.

Prototyp eines MQTT Geräts für div. Sensoren auf Basis eines ESP8266

Klar ist aber auch, dass man Freude an der Technik und natürlich auch technisches Verständnis braucht, wenn man ein Smart Home in diesem Umfang selbst planen und konfigurieren möchte. Gerade bei der Installation sollte man einen flexiblen und pragmatischen Elektriker zur Verfügung haben. Zusammen mit „meinem“ Elektriker Florian, konnten ich die genauen Positionen von Schaltern, Leuchten und Steckdosen vor Ort und auf Zuruf klären. So konnten einige Dinge verbessert und den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden, auch wenn es mein Leitungsplan ursprünglich anders vorgesehen hatte.

Natürlich sind die Grundfunktionen nach wie vor klassisch und ohne technische Vorkenntnisse oder Wissen über die Anlage verfüg- und bedienbar. Das muss meiner Ansicht nach auch so sein und das ist auch einer der großen Vorteile von LCN, denn es gibt hier keine zentrale Komponente, die beim Ausfall alles andere mitziehen würde. Jedes Modul kann für sich alleine seinen Dienst verrichten. Fällt z. B. ein 8-fach Relais aus, funktionieren ein paar Lampen oder Steckdosen nicht mehr, aber trotzdem noch der ganze Rest.

Nachdem nun die Kabel verlegt und die Dosen gesetzt sind, kommt nun der neue Putz an die Wand, die Fußbodenheizung rein und der Estrich darüber. Darin werden übrigens noch ein paar billige 18B20 1-Wire Temperaturfühler versenkt. Die Ideen gehen bestimmt nicht aus – man könnte die Bezüge der Kaffeemaschine nach OpenHab … oder den Füllstand des Wassertanks, oder … oder …

8 Responses

  1. Ralf

    Hi Markus,
    ich habe gerade ein Déjà-vu, nachdem ich Deinen Smarthome Artikel gelesen habe. Ich habe selbst sehr viel gemacht, incl. einer Schulung bei LCN.
    Deinen Argumenten für den Einsatz von LCN gegenüber anderen Lösungen möchte ich gerne unterstreichen. Vor allem das es keine zentrale Komponente gibt, war für mich ein wesentliches Argument, neben der einfachen Verkabelung.
    Alle Möglichkeiten zur Steuerung von Licht, Raumtemperatur und Rollos sollten über die Taster und LCN-GTx verfügbar sein. Darüber hinaus können einige Dinge wie Rollos bei Starkwind hochfahren oder bei Dämmerung die Rollos herunterfahren innerhalb von LCN gesteuert werden.

    Mit Linhk und openhab lässt sich dann prima die LCN Umgebung mit dem Rest an Technik im Haus verbinden und automatisieren. Da kann man dann auch wieder Abende an der Programmierung versenken. Schön ist es dann, wenn es dann auch so funktioniert wie es soll 😉

    Vielen Dank für den schönen Blog
    Ralf

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    • nachbelichtet

      Ich werde wohl auf die offizielle LCN PCHK zur Kopplung setzen. Die Visualisierung wird per OpenaHAB laufen, wobei Domiq auch nicht uninteressant ist.

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  2. Torsten

    Hallo Markus,

    danke für Deinen wirklich einen sehr interessanten Blog.
    Die Entscheidung für LCN kann ich sehr gut nachvollziehen – das habe ich nämlich genauso gemacht… 😉 Neben der einfachen Verkabelung war auch bei mir vor allem der dezentrale Ansatz von LCN das entscheidende Argument.

    Ich habe das Ganze damals auch in meinem Baublog dokumentiert, wenn auch nicht so ausführlich wie Du: http://torstenschriewer.de/blog/index.php?catid=6&blogid=1

    Mittlerweile bin ich in meinem Haus weit über die ursprüngliche Grundprogrammierung hinaus (z.B. Warnhinweis aufs Smartphone bei geöffnetem Dachfenster und Regen, automatische Rolladensteuerung nach Aussentemperatur und Lichteinfall, Klingelsignalisierung über blinkende Lampen etc.). Visualisierung und erweiterte Logik betreibe ich derzeit über DOMIQ Base, plane hier mittelfristig aber einen Schwenk zu openHAB oder IP-Symcon.

    Gruß Torsten

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    • nachbelichtet

      Sauber! Bei mir ist OpenHAB gleich in der Planung mit drin, allerdings nur für die „Kür“ und nicht die „Pflicht“ 🙂
      Außerdem kommen Sensoren auf Basis von MySensors mit dazu, die ich gerade zusammenlöte.

      Lass uns LCNler mal in Kontakt blieben!

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    • nachbelichtet

      Dazu gibt es eigentlich schon jede Menge im Netz. Irgendjemand hat geschrieben, dass es „the glue of the IoT“ wäre. Das stimmt meiner Ansicht nach tatächlich. Mit meinem „Gardenbot“ Projekt habe ich mir ein eigenes Protokoll und Visualisierungen ausgedacht und programmiert. Tatsächlich bieten MQTT und z. B. OpenHAB alles, um etablierte und eigene IoT- und SmartHome-Hardware einzubinden und zu visualisieren.

      Natürlich gibt es weitere Updates zum nachbelichtet Smart Home – und da wird auch MQTT weiterhin ein Thema sein.

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  3. Günter

    Vielen Dank für diesen tiefen Einblick in deine Smart Home Planung. Leider findet man recht wenig zum Thema und die Elektroinstallateure in meine Region haben davon keinerlei Plan. Es wird alles noch immer als Spielerei angesehen und die Verbindung zu anderen Systemen (so wie du sie z. B. zu Philips Hue und Openhab beschreibst), bietet ohnehin niemand an.

    Jetzt ist natürlich auch nicht jeder in der Lage (so wie du), eine solche Konfiguration selbst auf die Beine zu stellen und zu planen, darum freue ich mich auf (hoffentlich) viele neue Einblicke!

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    • nachbelichtet

      Hi Günter,

      ja, das ist tatsächlich ein Problem, denn viele Anbieter trauen sich nur „ihr“ System zu integrieren (wenn überhaupt). „Smart Home“ besteht aber nicht nur aus Steckdosen, Licht und Jalousien, sondern auch aus Multimedia, Netzwerk, Umweltdaten, Kameras und der Integration von anderen Systemen wie der beliebten Philips Hue, Amazons Alexa oder IFTTT. Auch das von mir angesprochene Thema „LED“, ist für viele Installateure eine graue Zone. Hier möchte ich mit eigener Erfahrung aufklären und zeigen was derzeit wirklich funktioniert.

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