Affinity kennen (und nutzen) ja schon viele von euch als preiswerte Photoshop-Alternative, die dem Vorbild in Bedienung und Funktionsumfang erfreulich nahe kommt. Nicht nur, dass man die als Photoshop-User bewohnten Shortcuts nutzen kann, auch der Workflow ist sehr ähnlich, das Interface wirkt vertraut und Affinity Photo muss sich auch in Sachen Geschwindigkeit nicht verstecken. Gerade die Geschwindigkeit – oder besser Langsamkeit – ist ja der häufigste Kritikpunkt an Adobe Lightroom. Eventuell könnte nun aber auch Lightroom Konkurrenz von Affinity bekommen.

Ich bin ja eingefleischter Adobe-Nutzer, da ich sowohl privat, als auch beruflich täglich damit arbeite, viele Anwendungen einsetze (Photoshop, Lightroom, Premiere, After Effects, Illustrator, Audition) und die Interaktion der einzelnen Adobe Programme schätze. Zudem muss ich Daten auch häufig mit anderen Agenturen oder Kollegen austauschen und hier ist Adobe einfach ein Standard. Ich verstehe aber auch, dass viele nicht auf das Abo-Modell aufspringen wollen. Gerade für Gelegenheitsnutzer, die nur selten ihrem Hobby frönen können, ist eine monatliche Abogebühr oft zu viel. Darum sind Photoshop-Alternativen wie Affinity Photo sehr willkommen, besonders wenn sie so nahe am Original sind und einfach mehr Spaß machen und schneller arbeiten als z. B. GIMP.

Nun gab es schon immer wieder mal Gerüchte, dass Affinity auch an einer „Bildverwaltungssoftware“ arbeiten könnte. Dieses Gerücht wurde nun durch einen Tweet befeuert, der dies von offizieller Seite bestätigt:

 

Es ist jetzt natürlich die Frage, ob es sich dabei um einen Lightroom-Klon inkl. Raw-Entwicklung und anderer Module samt Katalog-System handeln wird, oder eher um einen Bilder-Browser wie Adobe Bridge (welcher natürlich Affinity Photo komplettieren würde). Momentan wird nur ein „Digital Asset Manager“ genannt – also eine Bildverwaltungssoftware. Ich könnte mir aber vorstellen, dass man bei Affinity ein komplettes Paket schnüren möchte, das als Alternative zum Adobe Creative Cloud Fotografie Abo positioniert werden kann.

Das wird auf jeden Fall sehr spannend!

Infos zu Affinity: Affinity Website

8 Responses

  1. Hans Dampf

    Danke für die Anregungen. Ich habe die letzten Tage damit verbracht, Testversionen von on1 Photo Raw 2017.05, DXO Optics Pro 11 & Capture One 10 zu vergleichen. Sehr erstaunlich was der Markt inzwischen hergibt! Kurzum, on1 fällt raus, da es zumindest unter Windows im Entwicklungsmodul einfach zu langsam ist…es hakelt, es ruckelt, es schleift. Damit fühl es sich eigentlich genauso wie LR an. Videos auf Youtube (welche i.d.R. die MAC-Version zeigen) vermitteln da allerdings ein ganz anderes Bild. An meiner Hardware kann es auf jeden Fall nicht liegen…also schiebe ich es mal auf eine schlechte Windows-Implementation. Mal abgesehen davon macht on1 einen guten Eindruck, allerdings arbeiten die „Entwicklungs-Automatismen“ (Belichtung, Farben, Entrauschen, Schärfen) der beiden anderen Alternativen DEUTLICH besser, mal abgesehen davon sind sie richtig schnell. DXO als reines Entwicklungstool macht einen super Job und liefert in meinen Augen viel schneller und auch noch deutlich bessere Ergebnisse als Lightroom..und das zu einem attraktiven Preis. Die meisten Bilder musste ich nach dem Import nicht mal mehr nachbearbeiten. Das war der erste große Wow-Effekt. Schon an dieser Stelle war LR für mich Geschichte. Aufgrund des recht hohen Preises wollte ich Capture One eigentlich nicht testen, aber mich hat dann doch die Neugier gepackt. Die Default-Automatismen in Capture One sind ähnlich DXO hervorragend, wenn auch für meinen Geschmack evtl. einen Ticken zu konstrastreich. Aaaaber beim pixelpeeping kam der zweite große Wow-Effekt…Entrauschen und Schärfen ist in Capture One unglaublich gut. Ich habe versucht das Ergebnis der Default-Settings (!!) aus Capture One in DXO nachzubilden und habe es einfach nicht geschafft. Egal was ich angestellt habe, DXO produzierte immer etwas mehr Grieseln an Kontrastkanten oder auch mal ganz leichte Halos. Capture One steht dagegen wie ein Fels in der Brandung….absolut tadellos. LR dagegen stinkt in Sachen Entwicklung ehrlich gesagt gegen beide komplett ab. Wenn ich jetzt noch den Import/Sortier/Export-Vorgang in meine Betrachtungen mit einbeziehe, verliert DXO als reiner Entwickler ebenfalls wieder etwas an Boden. Mal schauen, noch hadere ich mit dem doppelten Preis von Capture One ggü. DXO…aber das Entrauschen…und Schärfen….Holla die Waldfee… 😉

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    • Hans Dampf

      Eine kleine Ergänzung. Affinity Photo habe ich auch probiert. Es macht wirklich Spaß damit zu arbeiten, aber wie schon Photoshop ist dies für mich keine Software um meinen RAW-Workflow für eine Vielzahl von Fotos EFFEKTIV abzubilden. Dafür fehlt mir einfach die Zeit (und Lust).

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      • nachbelichtet

        Bei Photoshop ist das, dank Bridge, durchaus möglich. Bei Affinity stimme ich dir zu. Dazu ist es bislang nicht geeignet und auch nicht gemacht.

  2. Kai

    Adobe benötigt dringend Konkurrenz um Lightroom endlich weiterzuentwickeln. Capture One allein reicht da nicht, auch wenn die meisten Werbe- und Fashion-Fotografen inzwischen damit arbeiten. Eine Alternative von Affinity wäre super, noch mehr erhoffe ich mir momentan aber von VSCO, die auch gerade eine Finanzierungsrunde abgeschlossen haben und möglicherweise an einem LR-Konkurrenten mit den bekannten Film-Emulationen arbeiten.

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  3. tzoumaz

    Ich bin ebenfalls Gelegheitsnutzer und habe Affinity Photo vor kurzem gekauft. Ich benutze als Browser z.Zt. die Bridge von Adobe die ja kostenlos ist. Wenn die RAW Engine von AP noch verbessert wird, gibt es keinen Grund mehr Adobe Produkte zu mieten für Freizeitfotografen zumal ich dafür die Sony-Version von Capture One für kleines Geld im Einsatz habe. Affinity Photo wird seinen Weg machen, mit oder ohne DAM. Die Retusche-Möglichkeiten jedenfalls können locker mit PS mithalten. Lightroom mit seinen Pseudoebenen sieht dagegen ziemlich alt aus.

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  4. Hans Dampf

    Es wird höchste Zeit für eine echte LR-Alternative! Ich bin einer dieser Gelegenheitsnutzer und Adobes Abo-Zwang (gepaart mit der Alternativlosigkeit am Markt) hat eine regelrechte Antipathie in mir wachsen lassen, sodass ich auch meinen jahrelang gepflegten LR-Katalog inkl. Entwicklungseinstellungen gern über den Haufen werfen würde, um letztendlich bei Null neu anzufangen. Und dabei bin ich LR-Nutzer der ersten Stunde, bzw. noch früher…als Lightroom noch Raw Shooter Premium hieß und noch nicht von Adobe einverleibt wurde.

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