Tethering ist ja so eine Geschichte, die ich nicht mehr missen möchte. Jedes Foto direkt nach dem Auslösen auf dem Rechner betrachten zu können, ganz ohne lästiges Auslesen von Speicherkarten, ist schon eine tolle Sache. Wenn man aber etwas mehr Bewegungsspielraum möchte, wird es schnell teuer. Ich habe habe eine günstige Alternative gefunden.

Tethering muss ich glaube ich nicht groß erklären? Mit Lightroom (und anderen Programmen) kann man die Kamera fernbedienen oder ganz normal auslösen und die Fotos landen danach sofort in der Bibliothek. Das hat ganz erhebliche Vorteile: Man hat auf dem großen (und hoffentlich kalibrierten) Display sofort einen Eindruck was Schärfe und Aufnahmequalität angeht und man muss nicht jedes Mal die Speicherkarte entnehmen, in der Kartenleser schieben, auslesen usw.

Folgt nachbelichtet auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und YouTube

Den meisten tethering-fähigen Kameras liegt ein entsprechendes USB-Kabel bei. Leider ist das aber immer sehr kurz, sodass eine Alternative her muss. Sofern man einen USB-Mini Anschluss an der Kamera hat ist man fein heraus, denn dafür gibt es fix und fertige Kabel für wenig Geld. Bei der D750 hat sich Nikon aber wieder einmal einen besonderen Anschluss an der Kamera überlegt. Auch hierfür gibt es alternative Kabel mit knapp 5 Metern Länge von Tethertools, diese kosten aber gleich 40 Euro und mehr.

Mit einer Handschlaufe an der Kamera gesichert

Mit einer Handschlaufe an der Kamera gesichert

Wenn man noch etwas mehr Spielraum wünscht, gibt es ein weiteres Problem: Leider erkennt der Rechner viele Kameras nicht mehr, wenn das Kabel über 5 Meter lang ist. Teilweise gibt es schon ab 3 Metern Kabellänge Probleme. Die Lösung kommt in Form einer aktiven USB 2.0-Verlängerung. Diese verstärkt das Datensignal und darum sind auch Kabellängen von 10 Metern kein Problem mehr. Ich habe mir eine 10m USB-Verlängerung von DeLock besorgt, die man für etwa 14 Euro bekommt. Zwar ist das Kabel nicht so schick Orange, dafür kostet es aber auch nur ein Drittel der Tethertools Kabel.

Damit das Original-Tetherkabel nicht während des Shootings aus der USB-Buchse der DeLock-Verlängerung flutscht, habe ich diese mit einer einfachen Handschlaufe an einem Gurtpunkt der Kamera fixiert. Ich werde mir aber noch eine Sicherung konstruieren und mit meinem 3D-Drucker ausdrucken.

Ich bin übrigens nach einem Ausflug über die WiFi-Lösung mit dem TL-MR3040 3G/4G (ein paar Details dazu gibt es HIER) wieder zum Kabel zurückgekehrt, weil es einfach zuverlässiger ist, der TP-Link Router nicht erst geladen werden muss etc..

Wer sich in der glücklichen Lage befindet, dass seine Kamera einen USB3.0 Anschluss verfügt, kann auf ein USB 3.0 Verlängerungskabel zum Tethering zurückgreifen.

8 Responses

  1. Frank Weber

    Ich habe auch einige Kabel ausprobiert, bevor ich beim Delock gelandet bin. Funktioniert prima mit meinen Nikons (D4, D810, D750).

    Liebe Grüße Frank

    Antworten
  2. Hans

    Also ich nutze mit der EOS 6D mein WLAN völlig problemlos.
    Ich habe immer wieder Kabel gekillt und daher umgestellt.
    Übers WLAN werden aber nur mittlere Jpeg an den überwachten Ordner von Lightroom gesendet, mit RAW hackt es merklich. Die JPEG genügen aber, um am großen Monitor kontrollieren zu können.

    Antworten
  3. Carsten

    Deine D750 hat doch schon ein integriertes WLAN.
    Hast du Erfahrungen oder Ideen wie man dies gut im Studio einsetzen könnte?
    Ähnlich dem von dir verlinkten Artikel mit dem WLAN Router?

    Antworten
    • nachbelichtet

      Das kannst du komplett vergessen! Diese ganzen einbauten W-LAN Funktionen taugen bei keiner Kamera etwas. Auch der Umweg über digiCamControl ist sehr anstrengend und unzuverlässig. Lightroom unterstützt die WiFi Protokolle der verschiedenen Kamerahersteller nicht direkt (ist auch nicht deren Aufgabe) und es gibt keine einfachen Lösungen der Hersteller, bei der die Kamera einfach in das vorhandene WLAN-Netz eingebunden wird (und nicht Adhoc wie bislang üblich) und die gemachten Bilder einfach auf ein Netzlaufwerk oder zumindest mit einer Desktop-App in einen Ordner speichert, der von Lightroom überwacht wird (kann LR ja).
      Geht alles über Umwege, auch mit http://dslrdashboard.info/ – aber das ist alles andere als elegant und zuverlässig. Während des Downloads der Bilder ist die Kamera blockiert etc.

      Antworten
      • Carsten

        Okay das ist natürlich wirklich sehr schade. War für mich eigentlich eines der Features warum ich mich für die D750 entschieden habe, aber scheinbar scheint es keine tolle Lösung zu geben die WLAN Funktionalität auch produktiv nutzen zu können.
        Hatte gehofft mir das nervige Kabel sparen zu können und auch mein Tablet bei Outdoor Shootings zu nutzen 🙁

      • nachbelichtet

        Das kannst du getrost knicken. Die iOS Apps sind praktisch unbrauchbar. Auch schnell mal ein Foto zu Instagram etc. zu schicken nervt einfach.

  4. Dirk

    Würde es gerade beim Tethern nicht Sinn machen ein Kabel zu verwenden, dass für USB-3.0 geeignet ist???

    Antworten
    • nachbelichtet

      So lange die Kamerahersteller nicht den längst überfällige USB3.0 Anschluss auch in ihren Kameras verbauen nicht. Bislang gibt es ja nur sehr wenige Modelle mit USB 3.0 Canon 7D, 5 ds). Ich werde es aber im Beitrag ergänzen.

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.