Auch im Bereich der Blitzgeräte gibt es noch immer Innovationen. Der schwedische Studioblitzhersteller Profoto überrascht auf der Photokina 2016 mit einer Weltneuheit.

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Studioblitze sind ja so der Teil der Fotoausrüstung, der immer etwas später angeschafft wird. Das liegt zum einen am recht hohen Preis. Auf der anderen Seite muss man sich als Einsteiger auch erst einmal der Notwendigkeit bewusst werden. Bei Studioblitzen stehen dann meist Parameter wie die Blitzleistung, die Bedienbarkeit und die Auswahl an Lichtformern im Vordergrund. Für viele Anwendungen mag eine Einschränkung darauf auch ausreichend sein. Wenn es aber um sich schnell bewegende Motive handelt, spielt ein weiterer Wert eine wichtige Rolle: die Abbrennzeit. Der Name kommt noch von den Anfängen der Blitzfotografie, als ein Magnesiumpulver mit einigen weiteren Zusätzen entzündet wurde, was dann unter Abgabe von gleißend hellem Licht verbrannte.

nissin_Di866_Mk_II-Review

Unser Auge nimmt das Licht eines Blitzgeräts oder Studioblitzes ohnehin als sehr kurz wahr, wovon die meiste Zeit der Wahrnehmung das „nachleuchten“ auf unserer Netzhaut entfällt. Wir meinen das Blitzlicht noch zu sehen, wenn der Blitz schon längst wieder dunkel (abgebrannt) ist. Typische Abbrennzeiten bewegen sich z. B. bei meinen Elinchrom BRX250 Blitzköpfen um die 1/2500 Sekunde, also 0,4 Millisekunden. Je stärker die Blitzleistung wird, desto länger auch die Abbrennzeit. Der beliebte (und von mir gerne empfohlene) Aufsteckblitz Yongnuo YN 560 Mark III brennt bei voller Leistung (1/1) mit 1/200 Sekunde = 5 Millisekunden ab. Mit der geringsten Leistung (1/128) sind es dann nur noch 1/20.000 Sekunde = 50 Mikrosekunden.

Mein Nissin DI868 Mk II ist mit 1/300 bis 1/30.000 Sekunde Abbrennzeit angegeben.

Die maximale Blitzleistung wird also dadurch erzielt, dass man den Blitz einfach länger „brennen“ lässt. Zum Vergleich: Ein Lidschlag (Augenzwinkern) dauert etwa 300-400 Millisekunden. In Fotozahlen ausgedrückt wären das 1/3 Sekunde Verschlusszeit.

Warum ist die Abbrennzeit wichtig?

Nun, einen Studioblitz stellt man für gewöhnlich so ein, dass das vorhandene Umgebungslicht keinen Einfluss mehr auf das Motiv hat. Ohne in die Tiefe zu gehen läuft das so ab:

Man schaltet die Blitze aus (oder deaktiviert den Funkauslöser), stellt die gewünschte Belichtungszeit an der Kamera, z. B. 1/160 Sekunde, die Blende und die ISO-Empfindlichkeit so ein, dass man gerade so ein komplett schwarzes Bild erhält. Damit stellt man sicher, dass nur noch die Blitze für die Belichtung des Motivs zuständig sind. Man sollte hier die Kamera aber auch zu unempfindlich einstellen, da man sonst unnötig viel Blitzleistung benötigt.

Schwarzbild: es dürfte gerne noch dunkler sein.

Schwarzbild: es dürfte gerne noch dunkler sein.

Wenn man nun blitzt, ist einzig und alleine die Abbrennzeit des Blitze für die Belichtungszeit zuständig. Wenn der Blitz mit 1/1000 Sekunde abbrennt ist es egal ob die Kamera 1/160, 1/10 oder 1/250 Sekunden belichtet. Die Helligkeit des Bildes verändert sich dadurch nicht, weil der Blitz viel schneller abbrennt als die Kamera ihren Verschluss offen hat und damit den Weg für das Licht zum Sensor freigibt. Wenn der Blitz bereits abgebrannt ist, ist der Verschluss der Kamera immer noch offen, aber die Schwarzbildeinstellung vom Anfang sorgt dafür, dass nicht weiter durch das Umgebungslicht belichtet wird. Obwohl also die Verschlusszeit (der Kamera) z. B. 1/100 ist, ist die Belichtungszeit z. B. 1/2000 nämlich die Abbrennzeit des Blitzes.

Hier ein Vergleich unterschiedlicher Belichtungszeiten, bei gleicher Blende (f/11), ISO (50) und Blitzleistung

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2 Responses

  1. Tobias Bugala

    Der D2 kostet beileibe nicht 14.000$. Sondern liegt bei komfortablen 1500 (500Ws) bis 2000 (1000Ws) Euro.

    So teuer wie im Text erwähnt ist der ebenfalls auf der Photokina vorgestellte Pro-10 Blitzgenerator,d er dann aber auch nochmal ganz andere Leistungsdaten hat.

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