Im letzten Beitrag zum Thema Arduino und Elektronik ging es um das passende Arduino Starter-Kit. Damit die Bastelei aber auch richtig Spaß macht, braucht man noch ein bisschen Werkzeug und Zubehör. Ich gebe euch einige Empfehlungen von der Pinzette bis zum Multimeter mit einer preiswerten und einer teureren Variante. Außerdem erfahrt ihr, was ich in meiner Elektronikwerkstatt im Einsatz habe.

Mit den Arduino Kits kann man sofort loslegen. Neben dem Arduino-Board sind Breadboard, Breadboardkabel und natürlich die Bauteile enthalten. Strom bezieht der Arduino entweder über den USB-Port, ein USB-Netzteil oder aus 6 AA-Batterien, die sich in einem Batteriehalter befinden. Das passende Werkzeug macht die Bastelei einfacher und ein Multimeter hilft bei der Bestimmung der Bauteile und bei der Fehlersuche.

Pinzetten und Zangen

Elektronische Bauteile werden immer kleiner. In den Arduino-Kits befinden sich zwar nur bedrahtete Teile (THT: Through Hole Technology) die sich auch noch gut mit den Fingern verarbeiten lassen, aber vernünftige Pinzetten und Zangen erleichtern den Aufbau der Schaltungen, gerade wenn diese etwas umfangreicher werden und das Breadboard schon recht voll ist. Mit einer Zange lassen sich Beinchen und Drähte wieder gerade richten.

Nicht nur bei Amazon gibt es ein 7-teiliges Set aus verschiedenen Pinzetten, deren Qualität mich ziemlich überrascht hat. Eine Pinzette sollte spitz sein anti-magnetisch, gut und genau schließen und sich danach wieder genau so weit öffnen. Die schicken schwarzen Pinzetten aus dem Set haben eine Antistatikbeschichtung (ESD) und werden unter sehr vielen Markennamen vertrieben. Qualitativ handelt es sich meiner Erfahrung nach um ein und dieselbe Ausführung. Die günstigste Version habe ich für 8,99 Euro bei Amazon gefunden.

Preiswerte aber gute Pinzetten im 7-teiligen Set

Preiswerte aber gute Pinzetten im 7-teiligen Set

Wer nicht auf den Euro schauen muss, holt sich Pinzetten von den Qualitätsherstellern Bernstein, die auch an vielen professionellen Arbeitsplätzen zu finden sind.

Um Drähte zu biegen, festsitzende Bauteile zu entfernen etc. benötigt man auch eine Elektronikerzange. Für den Start genügt eine kleine Spitzzange. Hier gleich mal ein Tipp von mir: Kauft erst einmal das was ihr wirklich braucht, dafür in guter Qualität. Bei Zangen setze ich auf Knipex und hier genügt vorerst eine Elektronikzange.

knipex_elektronikzange

Wer es günstig und gleich mehr Auswahl haben möchte, kann sich das Elektronikzangenset von Völkner ansehen. Die sind im besten Sinne preiswert. Ich habe mir welche als „Zweitzangen“ für meinen Schreibtischschub gekauft.

Toolcraft Zangenset von Völkner

Toolcraft Zangenset von Völkner

Sehr wichtig ist ein guter Seitenschneider um Drähte und Kabel zu kürzen. Hier sollte man nicht sparen, denn ein billiger Seitenschneider hält seine Schärfe nur kurz und nervt sehr schnell. Ein gutes Modell kostet zwar etwas mehr, dafür hat man diesen viele Jahre. Sehr gute Modelle kommen von Knipex, Wiha oder Bernstein. Sehr praktisch sind dabei Seitenschneider mit Drahthaltefeder. Diese verhindert, dass der abgeschnittene Draht durch die Gegend fliegt oder in ein Gerät fällt und dort Kurzschlüsse verursacht.

Hier möchte ich euch den vergleichsweise preiswerten Seitenschneider von Wiha empfehlen

Elektronikseitenschneider von Wiha

Elektronikseitenschneider von Wiha

 

Schraubendreher

Normale Schraubendreher in gängigen Größen hat wohl jeder daheim. Oft findet man aber etwas exotischere Kleine Schrauben vom Typ TORX oder ähnliche. Von der Reparaturhilfeseite iFixIt kommt ein 54-teiliger Bitsatz, der bei mir ständig im Einsatz ist. Dieser enthält praktisch alle gängigen Bits für kleine Schrauben. Damit bekommt man auch Smartphones, MacBooks und Kameras auf und wieder zu. Die Qualität ist gut und die Bits zeigen bei mir auch nach intensiver Nutzung keinerlei Abnutzungserscheinungen.

Das iFixIt Set

Das iFixIt Set

 

Darf nicht fehlen: Das Multimeter

Jetzt geht es ans Eingemachte. Das erste Messgerät kommt ins Haus! Warum braucht man ein Multimeter und warum „Multi“? Mit einem Multimeter kann man Spannungen vom Millivoltbereich bis zu mehreren hundert Volt messen. Beim Arduino möchte man z. B. wissen, ob am Ausgang tatsächlich keine Spannung anliegt oder ob vielleicht nur die LED falsch angeschlossen ist. Man kann auch schnell mal eine Batterie nachmessen. Ob die LED okay ist, kann man mit dem Diodentester in eine Multimeter herausfinden.

Widerstände haben meist einen Farbcode statt eines Widerstandswertes aufgedruckt. Wer sich hier nicht sicher ist, kann mit dem Ohm-Messbereich nachmessen, ob es der richtige Widerstandswert ist oder ob er gar kaputt ist. Der Durchgangstester hilft Unterbrechungen zu finden oder Sicherungen zu messen. Der Strommessbereich schafft Gewissheit darüber, wie viel Strom eine Schaltung benötigt.

Mein Rhode&Schwarz / Hameg HMO8012 Tischmultimeter

Mein Rhode&Schwarz / Hameg HMO8012 Tischmultimeter

Weil man mehrere Größen und Messbereiche mit einem Gerät messen kann, nennt sich das Ganze Multimeter. Viele Geräte haben heute auch noch Messbereiche für Kapazitäten (Kondensatoren) oder Frequenzen. Heutzutage greift man üblicherweise eher zu Digitalmessgeräten, da sich hierauf der Messwert einfach und ohne Umdenken ablesen lässt. Auch muss man bei den meisten Geräten nur noch die Messgröße wie Spannungsmessung (Volt) auswählen und das Multimeter stellt sich automatisch auf den passenden Messbereich ein (Autorange Funktion).

Es wird außerdem zwischen Handmessgeräten mit Batterie unterschieden, die man problemlos transportieren kann und den Labormultimetern, die für den stationären Einsatz am Arbeitsplatz oder eben im Labor gedacht sind. Ein mobiles Handmultimeter sollte man auf jeden Fall im Sortiment haben, auch wenn man später vielleicht mal ein Tischgerät kaufen sollte.

Den Unterschied im Preis machen Verarbeitung, Genauigkeit und natürlich die Ausstattung aus. So gibt es auch Geräte mit USB-Schnittstelle für den Rechner. Für die ersten Gehversuche im Elektronikbereich genügt eine Genauigkeit von 1% im DC-Volt und Ohm-Bereich vollkommen.

UNI-T UT120B von Pollin Electronic

UNI-T UT120B von Pollin Electronic

Sehr klein, praktisch und preiswert ist das UNI-T UT120 Multimeter. Ich habe es in meiner Schreibtischschublade für schnelle Messungen. Das UNI-T hat eine schnelle Autorange-Funktion und auch der Durchgangsprüfer reagiert flott, was oft nicht einmal bei teureren Geräten der Fall ist. Das Messgerät kann Gleich- und Wechselspannungen bis 600 Volt, Ströme bis 400 mA und Widerstände bis 40 MOhm messen und versteht sich sogar auf Frequenz- und Kapazitätsmessung.

Sehr günstig bekommt ihr das UNI-T UT120 bei Pollin Electronic. Wenn ihr euch dort noch für den Newsletter anmeldet, ist der Versand ab 15 Euro Bestellwert kostenlos.

Fluke 115 - praktisch unverwüstlich aber auch teuer

Fluke 115 – praktisch unverwüstlich aber auch teuer

Wer gleich etwas mehr möchte, findet eine riesige Auswahl an Digitalhandmultimetern die problemlos auch die 1000 Euro Grenze überschreiten können. Die wohl bekanntesten Handmultimeter kommen von der  Firma Fluke. Diese sind robust, zuverlässig aber auch schon sehr viel teurer. Praktisch schon ein Klassiker ist das Fluke 115 Multimeter, das aber bei überschaubarer Ausstattung bereits knapp 200 Euro kostet.

UNI-T UT71C

UNI-T UT71C

Eine weitere gute Alternative mit sehr guter Ausstattung kommt ebenfalls von UNI-T und nennt sich UT71C (aufs „C“ achten!). Das gibt es z. B. bei PinSonne Elektronik für 130 Euro und ist auch mit einer USB-Schnittstelle zur Messwertaufzeichnung am PC sowie einem Temperaturmessbereich ausgerüstet. Die Messgenauigkeit und Auflösung genügt dabei schon professionellen Ansprüchen.

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