Informationen zum aktuellen Wetter bekommt man dank Internet heutzutage sehr detailiert und zeitnah. Trotzdem macht die eigene Wetterbeobachtung noch immer mehr Spaß. Mit der Netatmo Wetterstation sogar ganz besonders viel.

Die Netatmo Wetterstation kommt sehr stylisch daher. Zwei Aluzylinder mit weißen Abdeckungen, ein USB-Netzteil und das war es auch schon. Nur eine lange LED-Anzeige am Empfänger. Nur ein Taster und kein Display zum an die Wand hängen. Als Display für die gesammelten Wetterdaten, Temperaturen, Luftfeuchtigkeit etc. dient nämlich in erster Linie ein Mobilgerät. Es gibt Apps für iOS und Android, zudem ist der Zugang per Webbrowser möglich.

NETATMO Wetterstation

NETATMO Wetterstation

Die Einrichtung ist denkbar einfach. Der lange Zylinder fungiert als Empfänger und Basisstation und klinkt sich in heimische WLAN ein. Der zusätzliche Sender kann innen oder außen positioniert werden und misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit am Standort. Beim Außeneinsatz sollte er im Schatten und nässegeschützt stehen. Die Basisstation wird über ein mitgeliefertes Micro-USB Netzteil mit Strom versorgt. Der Sender begnügt sich mit zwei AAA-Batterien. An der Rückseite befindet sich auch ein Langschlitz zur Aufhängung an einem Nagel oder einer Schraube.

NETATMO Rückseiten

NETATMO Rückseiten

Schon nach kurzer Zeit empfängt die Station erste Daten. Dabei werden an der Basisstation neben Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck, auch der Schallpegel und der CO2 Gehalt der Raumluft ermittelt. Die Auswertung kann einfach über die App aufgerufen werden, die dann auch die gemessenen Werte als Diagramme aufbereitet. Über zusätzliche Sender können auch weitere Räume, Garage, Wintergarten etc. erfasst werden. Jeder Zusatzsender kostet noch einmal 69 Euro.

NETATMO Sender innen

NETATMO Sender innen

Die eigene Wetterstation kann dabei auch im Netz freigegeben werden und sendet die Außendaten an die Netatmo-Wetterkarte. Hier fand ich es erstaunlich, wie viele Station schon im Einsatz sind, wobei diese Übersicht schon viele Stationen zusammengefasst hat. Den Zugriff auf die eigenen Daten kann man auch für Familie und Freunde freigeben.

Netatmo Stationen in Deutschland

Netatmo Stationen in Deutschland

Keine Messung ohne Account und sensible Daten

Das Ansinnen von Netatmo wird damit auch etwas klarer: Hier baut man ein ziemlich leistungsfähiges Netz an Wetterstationen auf und bekommt jede Menge Daten. Das ist auch nicht weiter verwerflich, wenn da nicht zwei Dinge wären:

Die Wetterstation kostet im Basisset mit Sender und Empfänger knapp 170 Euro, was ein stolzer Preis für eine Wetterstation ohne eigene Anzeige ist. Damit sie überhaupt funktioniert, benötigt sie einen Netatmo-Account ohne den keine Auswertung erfolgen kann, denn auch die Apps greifen auf diesen Account und nicht direkt auf die Station zu. Sollte Netatmo seine Geschäfte einmal beenden, sind die beiden Röhren nur noch schicke Briefbeschwerer. Das kann aber einen echten Gadget-Fan nicht vom Kauf abhalten.

Der etwas schwierigere Problem ist die CO2- und Schallpegelmessung. Zwar ist es schön zu wissen, wann man mal wieder Luft hereinlassen muss, aber hiermit lässt sich auch sehr gut feststellen, wann die Wohnung bewohnt ist. Der Kohlendioxidwert gibt sogar eine Einschätzung wie viele Personen in etwa anwesend sind. In meinen Messungen lässt sich das erschreckend genau nachvollziehen.

CO2 und Lautstärkeverlauf

CO2 und Lautstärkeverlauf

Neben den Temperatur/Luftdrucksender gibt es auch noch einen Niederschlagsmesser, der jedoch nicht beheizt ist, was die Messung im Winter schwierig macht. Allerdings ist dieser Fühler auch lt. Netatmo nicht für den Frosteinsatz konzipiert. Dieser schlägt dann noch einmal mit 69 Euro zu Buche.

Interessant ist die Lösung allemal und es macht auch Spaß die verschiedenen Messwerte zu beobachten. Am Preis dürfte Netatmo gerne noch schrauben. Ob einem die Datenerfassung stört oder dass das Gerät nur zusammen mit dem Netatmo-Account funktioniert, muss jeder selbst entscheiden.

Mehr Infos: https://www.netatmo.com

5 Responses

  1. Gehard

    Ich finde es prinzipiell nicht schlecht, aber wenn der Server nicht mehr läuft habe ich halt auch keine Wetterstation mehr. Darum habe ich mir lieber etwas mit einem Arduino gebaut

    Antworten

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