Zum Glück gibt es immer wieder einmal Begegnungen, die einen Aha-Effekt auslösen. Gestern war so ein Tag. Ich habe eine exklusvie Vorführung der Bilddatenbank Pixx.io samt Hardware erhalten und war schon nach kurzer Zeit von den Funktionen, aber auch von den Machern dahinter überzeugt.

Viele von euch arbeiten mit Adobe Lightroom, das in der Hauptsache aus einer sehr ordentlichen Bildverwaltung besteht, welche durch die heutige Flut an Digitalbildern auch dringend notwendig ist. Die Verwaltung von Fotos in Ordernstrukturen auf der Festplatte ist mühsam, fehleranfällig und reichlich unpraktisch. Wer heute große Mengen an Bilder verwalten, aber auch schnell wiederfinden möchte, braucht ein System, das auf Metadaten basiert. Das heißt, dass jedes Foto mit sog. Tags oder Schlagwörtern versehen wird, die das Bild beschreiben. Titel, Kategorien und Beschreibungen helfen dabei, das Foto noch genauer einzuordnen. Aber auch ohnehin vorhandene Metadaten wie die Aufnahmezeit, Kamera, Objektiv oder gar GPS-Positionen helfen bei der Archivierung und dem späteren Finden in der immer größer werdenden Fotosammlung.

Lightroom macht hier eine gute Figur, allerdings hat es einen sehr großen Nachteil: Es ist nicht mehrplatzfähig. Gerade in Redaktionen und Firmen ist das aber die wohl wichtigste Anforderung an eine Bilddatenbank. Damit einher gehen Berechtigungsstrukturen, damit nicht jeder jedes Foto sehen oder nutzen kann, sowie die Anbindung an eine vorhandene IT-Infrastruktur.

Pixx.io Hardware

Pixx.io Hardware

Pixx.io – die Bilddatenbank aus der Box

Genau hier setzt Pixx.io an. Ihre Lösung besteht aus einer Bilddatenbank, die Browser-basiert ist und komplett installiert und einsatzbereit mit einer schicken kleinen Hardware daher kommt. Dabei darf man das Konzept nicht mit einfachen NAS-Systemen verwechseln, denn auf der einen Seite ist die Bildverwaltung sehr mächtig und geht weit über die Funktionen der NAS-Bildergalerien hinaus. Auf der anderen Seite ist die eingesetzte Hardware sehr leistungsfähig und erlaubt Berechnungen, bei denen NAS Laufwerke überfordert wären. Warum diese Rechenleistung benötigt wird, erkläre ich später.

Pixx.io Arbeitsplatz

Pixx.io Arbeitsplatz

Ausgestattet ist die Pixx.io Box mit einer Quadcore Intel-CPU vom Typ Intel Celeron J1900, 2 GB RAM 30 GB Flash-Speicher für das System und 2 x 1 TB Festplatten, die gespiegelt für mehr Betriebssicherheit und Verfügbarkeit sorgen. Zwei USB 3.0 Anschlüsse und ein eSATA Anschluss komplettieren die Ausstattung und ermöglichen den Anschluss externer Datenträger für Backups etc. Die Netzwerkanbindung erfolgt über einen Gigabit-Ethernet Anschluss.

Die Bildverwaltung

Für den Zugriff auf die Fotos in der Datenbank und für die Verwaltung benötigt man lediglich einen aktuellen Webbrowser. Es muss keine Software lokal installiert werden, was den Wartungsaufwand beim Mehrplatzeinsatz und die Verwendung auf unterschiedliche Betriebssystemen wie Windows, OS X oder gar Linux ermöglicht. Das ist schon einmal ein entscheidenden Kriterium, wenn es um die Mehrplatzanwendung geht. Per Drag and Drop werden ein oder mehrere Fotos einfach auf den Browser gezogen und automatisch hochgeladen. Danach werden die hochgeladenen Bilder mit Tags, Titel, Beschreibungen etc. versehen. Zudem können sie in sogenannten Kollektionen zusammengefasst werden, was den Sammlungen in Lightroom entspricht. Natürlich werden EXIF- und eventuell vorhandene IPTC-Daten ebenfalls mit übernommen, was wiederum den Wechsel von einer vorhandenen Bilddatenbank zu Pixx.io erleichtert. In vielen Kameras können bereits jetzt Copyright-Daten hinterlegt werden, die dann automatisch auch in Pixx.io zur Verfügung stehen.

Bilder zur Datenbank hinzufügen

Bilder zur Datenbank hinzufügen

Wer seine Fotos bislang in einer Ordnerstruktur verwaltet hat, kann einfach einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte an einen der USB 3.0 Ports anstecken und die komplette Fotosammlung inkl. der vorhandenen Struktur in einem Rutsch zu Pixx.io übertragen.

Pixx.io versteht auch GPS-Geodaten und kann diese auf einer Karte anzeigen. Die Datengrundlage dafür ist das freie Open Streetmaps. Enthält ein Foto GPS-Daten, wird Open Streetmaps automatisch abgefragt, Adresse und Land ermittelt und in Klartext in die entsprechenden Felder der Bildverwaltung eingetragen. Auch das manuelle Geotagging ist möglich, in dem man einfach Fotos markiert und auf der Landkarte den entsprechenden Aufnahmeort per Hand auswählt. Bei der späteren Suche sind damit Umkreissuchen oder die Suche nach „Fotos in der Nähe von …“ möglich.

Pixx.io Geotagging

Pixx.io Geotagging

Die Rechenleistung der Pixx.io Lösung ist nötig, weil das System nahezu alle gängigen Bildformate vom einfachen JPEG über RAW-Dateien wie NEF, CR2, ARW, DNG zu Photoshop PSDs, TIFF, SVG etc. verwalten und darstellen kann. Beim Upload wird aus der Datei ein JPEG Foto generiert, damit das Bild im Browser dargestellt werden kann. Gerade im Team ermöglicht diese Funktion aber auch die einfache Nutzung von Dateien, ohne dass man die entsprechende Software wie Photoshop oder einen RAW-Konverter installiert haben müsste. Natürlich kann man auch die Originaldatei herunterladen.

Fotos werden in verschiedenen Auflösungen zum Download angeboten, denn ein Online-Redakteur benötigt meist kein sehr hochauflösendes Foto und kann sich damit gleich ein Foto in der passenden Auflösung herunterladen. Damit können auch Kollegen mit Fotos beliefert werden, die selbst keine Fotos herunterrechnen können oder eine größere Menge an Bildern per E-Mail versenden möchten, ohne dass das Postfach des Empfängers überläuft.

Fotos weitergeben und teilen

Eine der großen Stärken von Pixx.io ist die Verteilung von Bilddateien. Über sehr granulare Berechtigungsstrukturen können Fotos nur in bestimmten Dateiformaten oder Größen bereitgestellt werden. Das Herunterladen von Bildern kann auch gänzlich unterbunden und Fotos automatisch mit frei positionierbaren Wasserzeichen versehen werden. Ebenso können Copyright- und Nutzungshinweise eingeblendet werden, was besonders bei der Nutzung von Stockfotos hilfreich ist. Natürlich können ganze Kollektionen oder Ordner freigegeben oder für den Zugriff gesperrt werden.

Foto teilen

Fotos teilen

Pixx.io ist aber nicht auf die interne Weitergabe festgelegt, sondern kann Bilder und Kollektionen auch nach außen zugänglich machen. Damit arbeitet die Box als persönlicher und eigener Cloud-Service, bei dem man weiß, wo die Fotos liegen. Der Zugriff auf die Bilder kann dabei auch per Smartphone oder Tablet erfolgen, wobei hier dem Nutzer wieder die hohe  Rechenleistung der Hardware zu Gute kommt, denn die Bilder werden vor der Auslieferung auf das mobile Endgerät nicht einfach auf dem Endgerät skaliert, sondern bereits vorher in der Box auf die passende Auflösung heruntergerechnet. Das erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit und minimiert das zu übertragende Datenvolumen.

Pixx.io Smartphoneansicht

Pixx.io Smartphoneansicht

Weitere Funktionen sind geplant

Die Leute hinter Pixx.io sind sehr sympathisch und wir haben uns angeregt über weitere Funktionen unterhalten. In einer der nächsten Versionen der Software können auch Videos inkl. Vorschau verwaltet werden, und schon jetzt können PDF- und Office-Dokumente in die Datenbank aufgenommen werden. Hier entwickelt man auch einen Vorschau-Modus, der auch aus diesen Dokumenten JPG-Vorschauen erzeugt.

Wer die Funktionen der Bilddatenbank in größerem Stil einsetzen möchte, kann auf die Enterprise-Version der Software zurückgreifen, die dann auf einem entsprechenden Server in der Firma installiert wird und auch große Unternehmen mit Fotos bedienen kann. Das war auch der Grund meines Geschäftstermins mit Pixx.io. Die Firma, für die ich arbeite, sucht gerade eine Bilddatenbank für unsere 3000 Mitarbeiter, die einfach zu bedienen ist, minimalen Service-Aufwand erzeugt und nicht zuletzt preislich sehr attraktiv ist. Im Vergleich zu etablierten DAM (Digital Asset Management)-Systemen und Bilddatenbanken wie Cumulus oder Picture-Park ist Pixx.io – auch in der Enterprise-Version – schon beinahe lächerlich preiswert und die schicke cleane Benutzeroberfläche wird sicher auch von den Kollegen postitiv angenommen werden.

Wir haben uns während und nach der Präsentation von Pixx.io noch über mögliche Funktionen unterhalten, die den Funktionsumfang der Software noch deutlich erweitern könnten. Hier ist man auch für Ideen und Anforderungen von Nutzern offen, was auch gerade bei der Enterprise-Version ein gutes Gefühl vermittelt. Braucht man hier z. B. ein eigenes Feld für eine Artikelnummer, kann dieses problemlos von den Entwicklern integriert werden. Man arbeitet auch ein einer API, welche die Einbindung des Systems in andere Anwendungen ermöglicht. So kann demnächst ein Einbettungs-Code erzeugt werden, der Fotos direkt aus der Datenbank in eine Webseite integrieren kann.

Ebenso ist ein Photoshop CC Plugin sowie die Einbindung in Adobe InDesign in Arbeit.

Pixx.io bei Indigogo kaufen

Die Software ist bereits fix und fertig und wurde uns gestern ausführlich vorgestellt. Die Hardware wird über die Crowdfunding-Plattform Indigogo finanziert und derzeit noch optimiert, wobei die das gestern vorgestellte System bereits einen sehr kompletten und fehlerfreien Eindruck machte. Wer schnell ist, kann sich eine Pixx.io Box noch für 499,00 Euro sichern oder die Entwicklung auf der Crowdfunding-Plattform unterstützen. Der zukünftige Verkaufspreis wird bei 599,00 Euro liegen. Ein ausführlicher Test folgt!

Mehr Infos:

Pixx.io auf Indigogo

Pixx.io Websiste

12 Responses

  1. Sabine

    Könntet Ihr die Enterprise-Version inzwischen im Praxisalltag testen? Welche technischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein (Hardware)? Wir suchen eine Lösung für 40-50 Mitarbeiter. Welche Version passt dazu? Ist das Hochladen im Browser performant genug?

    Antworten
    • nachbelichtet

      Wir haben es bei uns mittlerweile installiert und ich bin einer der Keyuser. Wir versorgen damit 3.500 Mitarbeiter weltweit und pflegen gerade die ganzen Bildbestände ein. Soweit alles sehr übersichtlich und praxisnah gelöst.

      Für 40-50 Nutzer wäre vermutlich auch die pixx.io Box ausreichend, wenn man auf eine Einbindung des AD-Controllers (mal euren Admin fragen) etc. verzichten kann

      Antworten
  2. Boris

    wenn ich das richtig verstanden habe, sind nicht alle Fotos auf der Box in der Cloud verwendbar (nur für die Admin-Gruppe oder Erweiterte Nutzer) sondern nur die geteilten. Und dann ist kostenlos nur das Teilen von 1000 Fotos möglich.
    Es ist also nicht die ganze Box von außen zugänglich (für mich) sondern nur geshareter Content?
    Dann baue ich doch lieber auf meinen NAS basierten Foto-Server (synology & Photo Station), bei dem ich Alles teilen bzw. Fernzugang darauf habe !?

    Antworten
    • nachbelichtet

      Die Cloud-Geschichte sehe ich eher als Sicherheitsfunktion, da damit die Box nicht selbst öffentlich zugänglich gemacht werden muss. Mit einer entsprechenden Portweiterleitung im Router sollte aber auch das kein Problem sein.

      Antworten
  3. Rudi

    2 TB ist halt leider lächerlich wenig als umfassende Bilddatenbank. Soviel haben wir etwa in einem halben Jahr. Kann man das mit einer NAS Lösung verbinden oder müssen die Bilddaten immer auf dem Gerät liegen?

    Antworten
  4. Sabine

    Klingt interessant. Auf die Workflows für Lightroom und den ausführlichen Test bin ich gespannt. Die Integration von InDesign (möglichst nicht nur die CC-Version) wäre für uns allerdings eine Voraussetzung.

    Antworten
    • Christian

      Folgt denn noch ein ausführlicher Test? Das System klang zu weiten Teilen wirklich sehr gut! Frage mich nur wie eine spätere Bearbeitung der Bilder noch möglich sein könnte …

      Antworten
  5. Andy

    Hallo Markus,
    hat mich sehr gefreut, dass wir uns anlässlich der Pixx.io Vorstellung persönlich getroffen haben :-). Ich war auch total überrascht, die Möglichkeiten und Performance die das System bietet, zu dem Preis unschlagbar!

    LG
    Andy D.

    Antworten
  6. Matthias

    Klingt spannend, aber wie komme ich an die RAWs um sie in Lightroom oder so zu entwickeln? Ist dann eine Versionierung eines Bildes möglich?

    Antworten
  7. Sascha

    Schade das man sowas mit Hardware vertreibt. Die Software ist interessant aber nicht in kombination mit der Hardware.

    Antworten

Und jetzt seid ihr dran! Schreibt doch einen Kommentar!

Mit gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links zu Amazon

%d Bloggern gefällt das: