Ein vernünftiger Systemblitz gehört zur Grundausstattung eines jede Fotografen und in jede Fototasche. Neben den meist recht hochpreisigen Produkten der Kamerahersteller, gibt es auch sehr viel günstigere Alternativen, die einen Vergleich nicht scheuen müssen. Zu dieser Gruppe zählt der Nissin Di866 Mk II den ich an meiner Nikon D7000 getestet habe und der nur knapp die Hälfte des Nikon SB910 kostet.

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Wer nach einer günstigeren Alternative zu den Flagschiff-Modellen von Nikon und Canon sucht, namentlich der Nikon SB910 und der Canon 600EX-RT, hat nicht die allergrößte Auswahl wenn es um Blitzgeräte mit automatischen TTL-Betrieb geht.

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Ich liebe zwar meinen manuellen Yongnuo YN-560, weil man davon auch gleich mal zwei oder drei Stück erstehen kann, ohne dass es die Bank sprengt. Mit etwas Zubehör hat man damit auch gleich eine kleine aber feine mobile Blitzanlage am Start. Aber manchmal braucht man doch einen verlässlichen Blitz mit automatischer Einstellung der erforderlichen Blitzleistung durch die Kamera.

Wirklich ernstzunehmende Alternativen in diesem Bereich sind hier nur die Blitzgeräte von Metz und eben die des Japanischen Herstellers Nissin.

Nissin Di886 Mk II

Nissin Di886 Mk II

Ausstattung und Verarbeitung

Ich Sachen Abmessung und Gewicht liegen Nissin und der SB910 von Nikon in etwa gleich auf. Das Gewicht gleicht sich  (je nach Akku/Batterie) sogar fast aufs Gramm genau. Im Lieferumfang befindet sich neben einer Aufbewahrungstasche auch ein Blitzhalter für den entfesselten Blitzeinsatz.

Einfacher Batteriewechsel durch Battierkäfig

Einfacher Batteriewechsel durch Battierkäfig

Das Gehäuse ist gut verarbeitet. Nichts knarzt oder quietscht. Der Blitzkopf rastet satt und ohne Spiel ein. Sehr schön gelöst ist der Batteriewechsel, denn die vier AA-Batterien werden in einem herausnehmbaren Käfig eingelegt – und zwar alle in die gleiche Richtung! Den Käfig gibt es zudem als Zubehör nachzukaufen und damit kann man blitzschnell (höhö!) die Batterien tauschen.

Der Blitzfuß ist aus Metall und der Zoomreflektor besitzt eine ausklappbare Streuscheibe und einen weißen Softbouncer. Insgesamt würde ich dem Nissin Blitz eine sehr gute Verarbeitungsqualität bescheinigen, wenngleich sie nicht ganz mit den Nikon-Topmodellen mitkommt.

Streuscheibe und Reflektorkarte

Streuscheibe und Reflektorkarte

Der Nissin Di866 Mk II hat eine Gemeinsamkeit mit den großen Metz-Modellen: Ein zweiter Sub-Blitz kann beim indirekten Blitzen gegen die Decke das Motiv zusätzlich direkt von vorne ausleuchten. Die Blitzleistung des Subblitz, der eine Leitzahl von 12 hat, kann dabei von 1/1 bis 1/128 eingestellt oder komplett deaktiviert werden.

Der Subblitz ist eigentlich für sich alleine schon ein Argument für den Nissin, denn damit lassen sich Effekte wie dunklere Bereiche unterhalb der Nase oder Augen die beim indirekten Blitzen von Personen oft entstehen, vermeiden und das Motiv wirkt plastischer. In den Testbildern am Schluss der Beitrags kann man das gut erkennen.

Statt vieler einzelner Knöpfchen und Tasten setzt man bei Nissin auf einen 4-Wege-Taster mit Set-Taste in der Mitte, einen Powerschalter mit LED für Standby- und Ruhemodus sowie eine LED für den Blitzstatus (bereit/ladend). Alle Einstellungen und Informationen werden auf einem Farbdisplay übersichtlich angezeigt. Im Gegensatz zum „Bildschirm“ eines Nikon SB910, findet das alles sehr übersichtlich statt und die Bedienung erfolgt bereits nach kürzester Zeit ohne weitere Fragen aufzuwerfen.

Steuerkreuz und Farbdisplay

Steuerkreuz und Farbdisplay

Nettes Gimmick: Dreht man die Kamera ins Hochformat, dreht sich auch die Anzeige des Nissin passend mit.

Anfänglich war ich erschrocken, wie laut der Motor des Zoomreflektors ist. Komischerweise wurde dieser aber nach ein paar Zoomfahrten flüsterleise und bleibt es seitdem auch.

Der Blitzkopf lässt sich 90 Grad nach rechts und 180 Grad nach links drehen. Leider kann er nicht um die üblichen 7 Grad nach unten geneigt werden, was bei sehr nahen Aufnahmen noch mehr Flexibilität bieten würde, aber für mich verschmerzbar ist.

Über einen Mini-USB-Anschluss kann neue Firmware aufgespielt werden, was die Kompatibilität zu neuen Kameramodellen ermöglichen soll. Daneben befindet sich ein Synchron-Anschluss sowie Anschlus für einen externen Batteriepack, der auch von Nissin angeboten wird.

Synchronbuchse, USB-Anscluss und Anschluss für den externen Akkupack

Synchronbuchse, USB-Anscluss und Anschluss für den externen Akkupack

 

In der Praxis

Der Nissin 866 Mk II trumpft mit einer Leitzahl von 60 bei 105mm Zoom und 40 bei 35mm Zoom auf. Bei voller Blitzleistung nimmt er sich dann aber auch gute 5 Sekunden (mit Sanyo Eneloop Akkus) zum Nachladen Zeit. Bei geringeren Blitzleistungen wie man sie üblicherweise nutzt, kann man aber sehr zügig mit dem Nissin arbeiten.

Mit dem zusätzlichen Nissin Power Pack PS-300 (etwa 90 Euro) kann man dann aber die Nachladezeit auf rekordverdächtige 0,7 Sekunden für eine Vollaufladung drücken.

Der „grüne“ Automatikmodus lieferte bei meinen Test immer exakt belichtete Fotos ohne weitere Eingriffe. Der Infrarotmessblitz ermöglicht dabei auch sichere Fokussierung bei Dunkelheit, wenngleich das beim SB910 gefühlt noch etwas zackiger funktioniert.

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5 Responses

  1. Michael N.

    Moin, leider hat sich der Preis für das Nissin Power Pack PS-300 Start verändert (leider keine 90€ mehr.
    Ich wollte es mir nach ihrem Artikel für mein Nikon SB900 kaufen.

    Antworten
  2. Wolfgang

    War auf auf der Suche – habe mir dann einen gut erhaltenen SB910 gebraucht gekauft, sonst wäre es auch der Nissin geworden (oder der Nissin Di700 – wg. dem 200mm Reflektor)

    Antworten
  3. shultzie

    Ich habe den Di866 II nun auch schon seit fast 2 Jahren in Betrieb. Deine Meinung kann ich nur genau so unterstützen, ein tolles Gerät zum fairen Kurs. Lediglich das Menühandling könnte noch etwas ausgereifter sein, da kommt man ab und an mal in Stolpern, wenns denn schnell gehen muss. Aber gerade die Leistung entschädigt dafür dann umso mehr. Und wer bei Events mit dem externen Batteriepack hantiert, der dürfte keinerlei Leistungs- oder Akkuprobleme bekommen.

    Antworten

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