Was in der letzten Zeit an Kameras auf den Markt kam, fiel für mich eher in die Kategorie „laaaangweilig!“. Man hat ja eine oder mehr ordentliche DSLRs oder Systemkameras und die Unterschiede waren – zumindest für mich – eher marginal und haben keinerlei Kauflust erzeugt. Mit der Sony Alpha 7s könnte sich das ändern, denn hier hat Sony wohl sehr vieles, sehr richtig gemacht.

Der Kameramarkt hat ein Wachstumsproblem. Während mit günstigen Kompakten überhaupt kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist, da Handykameras immer besser werden und Systemkameras auch nicht so sehr eingeschlagen haben, schwächelt nun auch der DSLR-Markt. Alle aktuellen Kameras haben einen Standard in der Bildqualität und Bedienung erreicht, der vielen Fotografen einfach genügt.

Sony Alpha 7s

Sony Alpha 7s

Ein Markt der aber tatsächlich boomt, ist der Bereich der DSLR-Videos. Nicht nur Amateur- und Indie-Filmemacher haben die Vorzüge von DSLRs für den Film entdeckt. Während die Canon 5d Mark III praktisch noch der Standard in diesem Bereich ist (besonders wenn sie mit der Magic Lantern Firmware bestückt wurde) behandeln die meisten großen Hersteller dieses Thema sehr stiefmütterlich.

Unkomprimiertes 4k Video und ISO 409.600

Hier kommt Sony mit seiner neuen spiegellosen Kamera Alpha 7s. Entgegen dem Megapixelwahn, kommt diese kompakte Kamera mit 12 Megapixeln aber Vollformatsensor. Große Pixel bedeuten wenig Bildrauschen und das zeigt die Alpha 7s schon bei den ersten Beispielfotos extrem eindrucksvoll. ISO 409.600 ist ein Wort und dieser Wert wird angeblich künstliches Hochrechnen und Glattbügeln erreicht.

Besonders deutlich ist das in einigen Beispielvideos zu sehen. Diese wurden bei Mondlicht gedreht und sehen phänomenal aus. Dabei setzt Sony auf einen „Full Pixel read-out“. Das bedeutet, dass jedes einzelne Pixel vom Sensor auch 1:1 ausgelesen wird. Bei anderen Kameras werden Pixel interpoliert, ein Zeilensprung angewandt etc. die dann häufig zu Moirée und anderen Artefakten führen. Am HDMI-Ausgang wird ein unkomprimierter „High Speed Data Stream“ im 4k Format ausgegeben und kann mit einem externen Recorder aufgenommen werden. Von der Firma Atomos wurde bereits ein passender 4k Recorder, der Shogun, angekündigt, der auf günstige SSD-Platten aufzeichnen kann.

Intern kann die 7s mit XAVC S Format mit 50 Mbit/s und Full-HD Auflösung aufzeichnen  – im APS-C Modus sogar mit 100 bzw. 120 Bildern pro Sekunde, was sehr geschmeidige Zeitlupen erlaubt.

Sony Alpha 7s

Sony Alpha 7s

Dass die Videofunktion hier nur noch ein Abfallprodukt ist, sondern wirklich eine Kernfunktion ist, zeigen S-Log2, Time Code sowie ein optionaler XLR-Adapter für externe Mikrofone.

Durch das geringe Auflagemaß der E-Mounts lassen sich zudem praktisch alle Fremdobjektive adaptieren. Mit Hilfe der aktiven Metabones Adapter können auch z. B. auch Canon Objektive ohne Blendenring samt Autofokus genutzt werden.

Im Videobereich ist die Sony a7s eine ziemliche Gefahr für die Canon C100/300 5D Mk III oder auch Nikons D4s und 1Dx. Leider gibt es noch kein genaues Lieferdatum. Seitens Sony meint man nur „vor der Photokina“. Auch über den Preis ist noch nichts bekannt.

4 Responses

  1. Maurice

    Es nähm mich eigentlich mal wunder wie ihr zu den elektronischen Sucher steht

    Antworten
    • B.O.K.I

      Ich persönlich habe mich, nach jahrelangem verweigern, mit dem Digitalen anfreunden können. You see what you get…

      Antworten
  2. Imhof

    Wie immer sind deine Berichte sehr interessannt und informativ. Die Sony Alpha 7s interessiert mich momentan extrem. Von dem her bin ich mal gespannt auf die Foto Tests.

    Antworten

Und jetzt seid ihr dran! Schreibt doch einen Kommentar!

Mit gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links zu Amazon