Vor einiger Zeit habe ich mich ja schon einmal über die Hasselblads Geschäftsmodell ausgelassen, das einer Sony NEX-7 einen wulstigen Griff, ein paar seltsame Knöpfe und dann ein Preisschild mit 6000 Euro verpasst. Nun wird’s noch exklusiver.

Wenn etwas noch teurer verkauft werden soll, legt man eine „Limited Edition“ auf. So auch bei der Hasselblad Lunar. Nur 200 Stück gibt es von dieser, aus Titan gefertigten Kamera, die außerdem einen Griff aus toskanischem Leder. Die Oberseite wurde „PVD-beschichtet“ – oder einfach gesagt, mit einer Goldschicht bedampft.

Ebenfalls dabei ist ein schwarzer Schultergurt – aus echtem Leder versteht sich. Wer gerne für eine Sony NEX-7 mit 18-55mm Kit-Objektiv 7.200  (natürlich OHNE Mehrwertsteuer!) statt der im Moment aufgerufenen gut 800 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) ausgeben möchte sollte sich beeilen, den die Ausgabe erfolgt ab dem 31.01.2014.

Liebe Hasselblads: Früher hat man Spoiler an den Golf oder 3er gebastelt, damit er anders aussieht als ein anderer Golf oder 3er. Trotzdem blieb die Kiste was sie war: Ein gleiche Auto, nur mit einem Spoiler dran.

Einer zugegebenermaßen ziemlich guten Kamera wie der Sony NEX-7 ein seltsames Aussehen aus hochwertigen Materialien zu verpassen ist auch legitim, allerdings bleibt es trotzdem eine ganz normale Sony NEX-7.

Hättet ihr der Lunar für diesen Mondpreis doch wenigstens ein ordentliches Objektiv, z. B. ein Sony Carl Zeiss 16-70mm spendiert (die paar Euros hätten euch die Oligarchen und Ölscheichs auch noch bezahlt), dann wäre es wenigsten aus fototechnischer Sicht eine sinnvolle Kombination gewesen.

So ist diese Kamera aber ebenso prollig wie eine Rolex, die man mit einem Haufen Brillanten künstlich teurer macht. Unter dem ganzen Blingbling befindet sich trotzdem nur eine Standard-Uhr, wie sie auch der örtliche Sparkassenvorstand am Arm trägt.

Hasselblad Website

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