Über die Notwendigkeit von Backups kann man gar nicht genug schreiben. Hier gibt es viele Lösungen, viele Irrtümer und viele, denen ein Backup egal ist – zumindest, bis die Daten weg sind. Von Ocster kommt eine preiswerte Lösung, die ein paar interessante Funktionen unter der Haube hat. Zudem werfen wie einmal einen Blick darauf, was ein gutes Backup ausmacht und räumen mit einigen Mythen auf.

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Wenn es um das Thema Backup geht, muss man – ähnlich wie bei den Anti-Rauch-Kampagnen oder der Verkehrserziehung – mit drastischen Bildern und Geschichten arbeiten, um die Notwendigkeit zu unterstreichen.

Ja es passiert, dass alle Daten weg sind!

Im Sommer 2009 gab es in unserem Haus einen direkten Blitzschlag. Lustig bahnte sich die Blitzenergie ihren Weg durch Antennen-, Strom- und Netzwerkkabel. Dabei nahm der Blitz nahezu alle angeschlossenen Geräte mit ins Nirvana – nicht nur die Festplatten im Rechner, sondern auch die angeschlossenen Backup-Festplatten und NAS-Speicher. Die Bilder dazu könnt ihr euch HIER mal ansehen. Über den DSL-Router verteilte sich dieser Blitzschlag auch in der näheren Umgebung und zog die Router und Telefonanlagen einiger Nachbarn mit ins Jenseits.

Ein verbranntes Netzwerkkabel und ein defekter DSL-Router

Zum Glück hatte ich entsprechende Backups auf Festplatten die nicht angeschlossen und an einem anderen Ort deponiert waren. So konnte ich innerhalb weniger Stunden wieder auf meine Daten zugreifen und dank Festplatten-Images meines Desktoprechners sogar mit meiner gewohnten Umgebung arbeiten – ganz ohne aufwändige Installationen und Konfigurationen. Dazu später mehr.

Was ist eine Datensicherung und was nicht?

Eine einfache Datensicherung kann man mit den Bordmitteln von Windows und Mac machen. Der Mac hat mit seiner Timemachine sogar eine sehr komfortable Lösung mit dabei, an die sich Windows 8 mit seinem „Dateiversionsverlauf“ mehr oder weniger angelehnt hat. Trotzdem haben andere Backup-Lösungen noch immer ihre Berechtigung, da sie häufig zusätzliche Funktionen mitbringen und ausgefeiltere Backup-Szenarien erlauben. Zudem hat Windows 8 leider keine Möglichkeit mehr an Bord, das komplette System mit allen Einstellungen als Image zu sichern.

Viele meinen, dass ein RAID-System im Rechner eine Datensicherung wäre. Das ist leider ein großer Irrtum, denn RAID-Systeme erhöhen entweder nur die Verfügbarkeit (RAID 1, 5 etc.) oder die Geschwindigkeit und den Speicherplatz (RAID 0).

Fällt in einem redundanten RAID 5 eine Platte aus, kann man trotzdem auf die Daten zugreifen und die Platte normalerweise im laufenden Betrieb austauschen, ohne dass Unterbrechungen in der Verfügbarkeit der Daten entstehen.

Beim RAID 0 werden die Daten auf die Platten verteilt. Fällt eine der Festplatten aus, sind alle Daten verloren. Bei RAID 0 erhöht sich das Risiko des Totalverlusts der Daten sogar, da ja zwei oder mehrere Platten ausfallen können.

In meinem Fall wären alle Daten futsch gewesen, da alle Festplatten meines RAIDs und der RAID-Controller nach dem Blitzschlag defekt waren. Auch das von mir verwendete NAS mit seinem RAID5 war defekt und die Datensicherungen darauf verloren.

Es ist also wichtig, dass man nicht nur regelmäßig eine Datensicherung macht, sondern dass man einen kompletten Sicherungssatz auf einem Medium hat, das nicht permanent am Rechner oder im Netzwerk angeschlossen ist. Im einfachsten Fall ist das eine Festplatte mit z. B. einem wöchentlichen Backup, die man ins Regal stellt.

Aber halt! Der Hurricane Sandy in den USA hat mal wieder gezeigt, wie abhängig wir von der Technik sind und wie schnelle alles weg sein kann. Zwar werden wir in unseren Breitengraden von derlei Naturkatastrophen verschont, aber sie zeigen uns, dass man beim Thema Datensicherung eigentlich noch einen Schritt weitergehen muss.

Das „echte“ Backup

Bei unserem Blitzschlag hätte auch das Haus abbrennen können und dann wäre auch die Festplatte im Regal mit dran gewesen, liegt das Zimmer doch direkt unter dem Dach. Wenn man Berichte von Menschen hört, die durch einen Brand ihr Hab und Gut verloren haben, wird oft der Verlust der persönlichen Erinnerungen an erster Stelle angeführt.

In unserer digitalen Welt sind das tausende Digitalfotos, die oft nur auf der Festplatte existieren oder E-Mails im Mailprogramm. Im Zweifelsfall hat man nicht mehr die Zeit, die Festplatte mit der Datensicherung zu schnappen oder ist gar nicht vor Ort.

Darum ist es sinnvoll, die zusätzliche Festplatte nicht im gleichen Gebäude zu lagern, sondern an einem anderen Ort. Das könnte z. B. im Büro, bei Freunden oder gar in einem Bankschließfach sein, wenn es sich um Daten handelt, deren Verlust sogar die Existenz bedrohen könnte, wie es bei vielen Geschäftsdaten der Fall ist.

Alternativ käme auch ein Backup in Internet in Frage, was aber derzeit meist nur für die allerwichtigsten Daten praktikabel ist, da die Datenmengen für ein regelmäßiges Vollbackup einfach nicht schnell genug übertragen werden können.

Ocster Backup Pro 7

Ocster ist ein recht unbekannter Anbieter von Backup-Lösungen, dessen Produkte aber umso interessanter sind. Mit Backup Pro 7 geht man ähnliche Wege, wie man sie z. B. bei Acronis True Image kennt. Backup Pro 7 erlaubt das Sichern kompletter Festplattenabbilder (Images), aber auch die Sicherung einzelner Verzeichnisse und Dateien. Man kann so regelmäßig wichtige Dateien sichern, während man in längeren Zeitabständen z. B. ein Abbild seines Systems sichert.

Ocster Backup Pro 7

Als Backupziele stehen interne und externe Festplatten, USB-Sticks, Netzlaufwerke und das eigene Cloud-Backup „Ocster Secure Storage“ zur Verfügung, welches mit 4,99 Euro/Monat für 10GB und 9,99 Euro/Monat für 20GB jedoch ziemlich teuer ist.

Die Spezialitäten von Ocster Backup Pro 7

Neben dem typischen Backup-Szenario, bestimmte Ordner und Dateien für einen Backup-Job auswählen zu können, kann Ocster das Backup auf bestimmte Dateitypen begrenzen. So könnte man einen Backup-Plan erstellen, der nur JPG und RAW-Dateien oder nur MP3 Dateien oder nur Office-Dokumente sichert – egal wo sie auf der oder den Festplatten liegen. Hier kann man auch eigene Dateitypen bestimmen.

Sicherung nach Anwendung oder Dateityp

Ebenso kann man die Anwendungsdaten von Internet Explorer (Favoriten), Windows Kontakte, Outlook E-Mails und Termine (PST), Firefox und Chrome (Einstellungen, Lesezeichen und Erweiterungen) oder Thunderbird-Mails mit einem eigenen Job sichern.

Bei jedem Sicherungs-Job kann man außerdem auswählen, ob man das Backup in speziellen Archiven oder als schlichte 1:1 Kopie ablegen möchte. Der Vorteil einer 1:1 Kopie wäre, dass man ganz einfach per Explorer darauf zugreifen kann. Der Vorteil der Ocster-Methode ist, dass alle Dateiattribute mitgesichert werden und die Sicherung bei inkrementellen Backups blockweise erfolgt.

Unterschiedliche Sicherungsmethoden

Das bedeutet, dass nur die Bytes neu gesichert werden, die sich seit dem letzten Backup verändert haben. Bei einem großen Outlook-Archiv würde das heißen, dass nicht die ganze PST Datei mit vielleicht 4 GB jedes mal wieder gesichert sind, sondern nur die wenigen Kilo- oder Megabyte an Daten, die seit dem letzten Backup hinzugekommen sind.

Systembackups virtualisieren dank VMDK-Container

Noch interessant ist, dass Ocster für seine eigene Backup-Methode den Standard VMDK (Virtual Machine Disk) verwendet. Dieses Format wurde von VMware für die Virtualisierung von Betriebssystemen erfunden und von einer ganzen Reihe von Anwendungen unterstützt.

Was hat man vom VDMK Format? Am Anfang dieses Beitrags habe ich geschrieben, dass ich nach wenigen Stunden wieder mit meiner gewohnten Windows-Umgebung arbeiten konnte – obwohl ich noch keinen neuen Rechner hatte.

Ich hatte aber ein Festplatten-Abbild meines defekten Rechners in Form einer VMDK-Datei und konnte diese mit VMWare bzw. Virtual Box mit meinem Notebook laden und dort eine virtualisierte Version meiner Windows-Umgebung nutzen.

Allein diese Funktion macht Ocster Backup Pro 7 zu einer der interessantesten Backup-Lösungen im unteren Preisbereich. Natürlich gibt es auch eine Rettungs-CD, die man aus Backup Pro heraus erstellen kann. Damit lassen sich Festplatten-Images auf neue Festplatten zurücksichern.

Appropos Rücksichern: Das beste Backup nützt nichts, wenn die Wiederherstellung der Daten oder Festplattenabbilder scheitert, was mir leider bei True Image schon passiert ist. Meine Tests mit Ocster verliefen hingegen problemlos – auch in Zusammenhang mit der Rettungs-CD.

Aktives Backup mit automatischer Pausierung

Bei der Sicherung selbst geht Ocster Backup Pro 7 sehr flott zu Werke. Sehr schön ist die automatische Pausierung des Backups, wenn der Rechner mehr Leistung benötigt. So kann man regelmäßige Backups auch dann erstellen lassen, während man am Computer arbeitet.

Ocster bietet eine kostenlose Testversion an, die 30 Tage lang voll funktionsfähig ist. Die Vollversion kostet 39,90 Euro. Natürlich ist Ocster Backup Pro 7 vollständig zu Windows 8 kompatibel und ist dort eine gute Ergänzung zum fehlenden Systembackup.

5 Responses

  1. Gerlos

    Hier kann ich nur zustimmen, habe früher einige Stunden/Tage… mit korrupten, vorher validierten, Sektor-Sicherungen von Acronis zugebracht (viel Ärger, Datenverlust und eine Menge Lehrgeld für die Lizenzen und Versionen). Selbst ein durch Acronis erstellter HDD-Clone hat dieses kosten- und zeitintensive Programm nicht zurückspielen können, Clonezilla hat diesen Job dann übernommen und bewerkstelligt, das ist doch schon sehr merkwürdig, oder?
    Der Gipfel war, kaum die Upgrades auf True Image 2012 gekauft, etwas später Win 8 installiert und kein Support bzw. Update für Win 8 seitens Acronis , man müsse nun Version 2013 erwerben. Danke und Adieu!

    Daraufhin schaute ich mich intensiv im Netz um, entdeckte Ocster, testete Backup Pro 7 (inzwischen gibt es Ver. 8) ausgiebig und war schnell begeistert. Jedes aber auch jedes Image-Backup lies sich reibungslos und zügig auf meinen Geräten wieder herstellen.
    Ocster ist inzwischen für mich die Backuplösung, denn ich muss beim Recover nicht mehr bangen, es funktioniert perfekt.und einfach.
    Die regelmäßige kostenfreie Updateversorgung, auch älterer Versionen, setzt den Ocster-Produkten die Krone auf, alle Versionen sind Windows-8-fähig.

    Ein großes Lob an die Entwickler! Diese Software ist sehr durchdacht, solide, zuverlässig und einfach zu bedienen.

    G.

    Antworten
    • Robert Hock

      Auch ich hatte bisher nur negative Ergebnisse – vor wenigen Jahren mit dem damals vielgepriesenen Acronis True Image – oder wei immer es hieß Alles mögliche funktionierte nicht und man hatte den Eindruck, daß das programm unterstellt, daß der Computer nur dazu da ist, daß Acronis läuft. Eine Wiederherstellungs-CD funktionierte ebenfalls nicht.
      Aber das passte gut zu früheren Erlebnissen, z.B. mit Norton Ghost. Das orgelte stundenlang herum um CD#s mit den Backupdaten zu brennen und kurz vor Schluß krachte dann alles zusammen.
      Manuelles Umkopieren schien da weitaus besser (wenn auch nur in Bezug auf eigene Daten – nicht auf Programme).
      Macrium Reflect scheint da weitaus besser – und jetzt -gemäß Ihrer Empfehlung auch Ocster. Haben Sie das mit Macrium Reflect mal verglichen ??

      Antworten

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