Viele von euch beschweren sich, dass Lightroom zu langsam ist oder Bearbeitungsfunktionen zu lange brauchen. Zwar ist es natürlich notwendig, dass die Rahmenbedingungen stimmen und die wichtigsten Tipps zum Leistungsverbesserung von Lightroom habe ich ja schon vor einiger Zeit beschrieben (diese sind am Ende des Artikel verlinkt). Es gibt aber noch einen ganz einfachen Tipp, der ohne Einstellung oder gar Hardware-Kosten mehr Geschwindigkeit bringt.

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Klar sind Dinge wie ausreichend viel RAM-Speicher, die richtige Einstellung des Lightroom-Caches oder das vorab-Rendern der 1:1 Vorschauen wichtige Parameter, um die Leistung und damit die Geschwindigkeit zu erhöhen. Es gibt aber noch ein paar sehr einfache Tricks, die ganz ohne Fummeleien in den Einstellungen oder gar Hardware-Kosten funktionieren.

Adobe Lightroom neu starten

Es klingt sehr trivial, funktioniert aber bei längeren Session verblüffend oft. Gerade nach einer großen Anzahl von Bearbeitungen kann es sein, dass der Speicher vollgelaufen ist. Der Neustart räumt den Speicher wieder frei und Lightroom läuft wieder deutlich schneller.

Problem; Hochauflösende Displays

Ich sitze hier auch vor einem 27 Zoll EIZO FlexScan SX2762W und dieser hat eine Auflösung von 2560×1600 Pixeln und auch die neuen MacBooks mit Retina-Display habe eine solch hohe Auflösung. Adobe empfiehlt hier entweder das Programmfenster kleiner zu machen und nicht die ganze Bildschirmfläche zu nutzen oder die Ansicht auf 1:2 oder 1:3 umzuschalten.

Die Reihenfolge macht es schneller

Das ist überhaupt der Tipp schlechthin! Befolge bei der Bearbeitung diese Reihenfolge

Schritt 1: Bereichsreparatur:

Zuerst alle Bereiche reparieren, noch bevor du irgendeine andere Einstellung machst! Bitte beachte, dass dieses Werkzeug nicht für hunderte von Reparaturen gedacht ist, sondern für einige wenige Problembereiche.

Schritt 1: Bereichsreparaturen

Solltest du umfangreichere Reparaturen vornehmen müssen, ist Photoshop ein geeigneteres und schnellere Werkzeug.

Schritt 2: Objektivkorrektur:

Der zweite Schritt sollte immer die Objektivkorrektur sei. Auch die manuellen Korrektureinstellungen wie die Verzerrung oder vertikale Korrektur.

Schritt 2: Objektivkorrekturen

Schritt 3: Standardkorrekturen

Im Schritt 3 kommen die Standardeinstellungen wie Weißabgleich, Belichtung, Farbeinstellungen, also alles unter Grundeinstellungen, Gradationskurve, HSL-Mixer oder Teiltonung.

Schritt 3: Standardkorrekturen

Wenn es sich nur um ein bisschen Belichtungskorrektur handelt, kann das aber auch der allererste Schritt sein.

Schritt 4: Lokale Korrekturen

Lokale Korrekturen mit dem Korrekturpinsel oder dem Verlaufsfilter erstellen. Auch hier wieder die gleiche Einschränkung wie bei Schritt 1: Auch diese Werkzeuge sind für einige wenige Problemstellen gedacht, nicht aber für umfangreiche Bildmanipulationen.

Schritt 4: Lokale Korrekturen

Schritt 5: Detailfunktionen

Der letzte Schritt sollte dem Schärfen und der Rauschreduzierung vorbehalten sein. Diese frisst am meisten Leistung, wenn man sie schon von Anfang an bei der Bearbeitung mitzieht.

Schritt 5: Detailkorrekturen

So wenig wie möglich korrigieren

Grundsätzlich sollte man natürlich nur die Korrekturen durchführen, die auch tatsächlich notwendig sind. Bei meiner Nikon AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G Festbrennweite ist es schlicht nicht notwendig, eine Objektivkorrektur durchzuführen, da es keine nennenswerten Verzerrungen und Randabschattungen aufweist.

Oft dreht man auch an einem Regler und lässt ihn mit dieser Einstellung, obwohl es keine wirkliche Verbesserung gebracht hat. Diese Einstellung muss Lightroom aber bei jedem weiteren Schritt jedes mal wieder berechnen.

Die Reihenfolge oben bedeutet natürlich nicht, dass man jeden Schritt machen muss. Nur wenn man die Funktionen braucht, sollte man sie in dieser Reihenfolge einsetzen!

16 Responses

  1. millo

    Hallo Markus,
    vielen Dank für deine Tipps!
    Obwohl Lightroom nach Zuschnitt, Objektivkorrektur und evtl. Upright deutlich an Speed verliert, nutze ich es meist zuerst. So weiß ich erst welche Bildbereiche ich nicht brauche, bzw. nicht mehr gebrauchen kann und so auch nicht weiter berarbeite bzw. wie intensiv ich es tue. Ich lese meist das Gegenteil aber trotzdem finde ich es in den meisten Fällen so herum besser…

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  2. Jo

    Ich kann „lichtbildwerkerin“ nur zustimmen, bei mir gehört die Objektivkorrektur mit zu den ersten Arbeitsschritten. Vielleicht schafft Adobe es ja mal, diesen Schritt weiter oben anzusiedeln. Ansonsten noch, danke für deine hilfreichenTtipps und Tricks.

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  3. Ralph

    Das macht mich jetzt doch neugierig. Ich glaube, ich kann mich daran erinnern, dass Du beim Kauf des Mac Mini fast ganz umgestiegen wärst. Immerhin hast Du zwischenzeitlich auch ein Macbook Pro (welches?wozu?) Und jetzt lese ich, dass Du zu 90% doch mit Windows arbeitest. Ich fände es sehr spannend, wenn Du Deinen Hard- und Softwarepark sowie Deine Vorlieben der jeweiligen Nutzung einmal vorstellen würdest. Vielleicht kann ich (auch andere Leser?) daraus etwas für die eigene Kaufentscheidung (Weihnachten naht!) lernen.

    Dankle Ralph

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    • Markus Dollinger

      Letztendlich war es die Einsicht, dass ein Mac Mini seine (zu erwartenden) Grenzen hat, ein iMac nichts ist, weil ich meine EIZO Profi-Displays weiterhin betreiben möchte und mehr (schnellen) Speicherplatz benötige und Mac Pros einfach unverschämt teuer und veraltet sind.

      Zudem hat Windows 8 das Blatt für mich maßgeblich gewendet, weil Windows zum ersten mal ganz ohne Ruckler und Kunstpausen läuft. Wenn ich mehr Power brauche (und die benötige ich für Adobe Premiere CS6, After Effects oder meine Audio-Geschichten häufig), kann ich schnell und preisgünstig aufrüsten.

      Ich werde mal meine weiteren Gedanke in einen Beitrag fassen. Gute Idee!

      Antworten
  4. Ralph

    Hmmm, stehe vor der Frage, ob ich mir einen Mac Mini, iMac oder wieder einen Windowsrechner holen soll. Hintergrund ist, dass ich eine Nikon D800 habe und die Bearbeitung der Bilder unter Lightroom schon Zeit kostet. Bislang arbeite ich unter Windows 8 auf einem Notebook (Dell Studio XPS 1645) mit einem Monitor der sRGB und AdobeRGB zu 100 % darstellen kann. Kannst Du mit Blick auf Deine Erfahrungen aus 2 Welten eine Empfehlung aussprechen?

    Danke Ralph

    Antworten
    • Markus Dollinger

      Ich hab hier einen Mac Mini mit 16GB RAM, habs vergleichsweise auf einem neuen MacBook Pro ausprobiert und arbeite zu 90% auf einem Windows 8 Rechner.

      Mein Windows Rechner (mit 2 SSDs) und das MacBook Pro sind bei der Bearbeitung in etwa gleich schnell, wobei der Windowsrechner bei manchen Dinge wie Import und Export deutlich schneller (und deutlich günstiger) ist.

      Du wirst mit einem Mac nicht schneller oder besser arbeiten, weil es ein Mac ist. Manchen beflügelt aber der Gedanke, mit einem (neuen) Mac zu arbeiten, weil es etwas exklusiveres zu sein scheint. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht. Der nüchterne Vergleich zeigt auf beiden Seiten Vor- und Nachteile.

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  5. thok

    Herzlichen Danke für diesen Tipp! Der Gedanke (obwohl eigentlich logisch), Schärfe und NR zum Schluss zu machen ist mir nie gekommen. Aber verbessert die Arbeitsgeschwindigkeit erheblich! 🙂

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  6. Ralph

    macht es einen Unterschied, ob man mit Lightroom auf dem Mac oder dem Windows-Rechner arbeitet?

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    • Markus Dollinger

      Nein, grundsätzlich nicht. Da man allerdings bei einem PC auf deutlich leistungsfähige Hardware zugreifen kann, bevorzuge ich einen Windows 8 Rechner mit mehreren SSDs

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  7. lichtbildwerkerin

    Ich habe mich auch schon gefragt, warum die Objektivkorrektur so weit unten im Menü angesiedelt ist. Gehört bei mir auch immer zu den ersten Schritten.

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