Wer meine Seite häufiger besucht wird schon festgestellt haben, dass ich einen ziemlichen Technikmix benutze. Bei mir leben Windows, Mac, iPad und Android in friedlicher Koexistenz. Beim Thema Smartphone setze ich jedoch schon immer Android, weshalb ich mir das Huawei Ascend P1 einmal genauer angesehen habe. Ich war positiv überrascht!

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Irgendwie kann ich mich nicht an ein iPhone gewöhnen. Klar ist es sehr viel schicker, als viele anderen Smartphones und das Alugehäuse ist natürlich sehr hochwertig. Allerdings ist ein Handy für mich in erster Linie ein Arbeitsgerät und wird meist nicht besonders gut behandelt. Zudem sehe ich die meisten iPhones in Silikonhüllen oder irgendwelchen Täschchen verpackt, sodass vom tollen Design und geringen Gewicht nicht mehr viel zu sehen oder spüren ist.

Huawei Ascend P1

Ich bevorzuge Android-Smartphones im mittleren Preisbereich, die noch hemdtaschenkompatibel aber trotzdem leistungsfähig sind. Zu sehr stehe ich auf die netten Widgets, die mich gleich auf dem Startbildschirm über alles Wichtige informieren und den offenen Zugang zum System.

Mit dem Ascend P1 hat nun der chinesische Hersteller Huawei ein Android Smartphone auf dem Markt, das alle meine Anforderungen erfüllt, wie sich nach 3 Wochen Dauertest herausgestellt hat. Dieser Beitrag ist daher weniger ein Test oder Review, sondern viel mehr ein Erfahrungsbericht aus der Praxis.

Huawei dürfe vielen – wenn überhaupt –  nur durch Surfsticks bekannt sein, denn tatsächlich kommt ein Großteil aller verkauften UMTS-Sticks von diesem Hersteller.

Ausstattung

Das Huawei Ascent P1 (P steht übrigens für „Platinum“) ist mit einem 4,3 Zoll Super-SMOLED Display mit 540 x 960 Pixeln ausgestattet und kommt damit auf eine Auflösung von 257 ppi. Das Display ist tatsächlich sehr scharf, brillant und auch bei starkem Sonnenschein gut ablesbar. Schwarz ist wirklich schwarz und die Kontraste AMOLED-typisch groß. Der erste Eindruck von der Darstellung ist auf jeden Fall „Wow!„.

Huawei Sensortasten

Am unteren Displayrand findet man drei Sensortasten für Home, zurück und Menü. Der untere Rand ist dezent abgerundet, was dem ohnehin schon schlanken Erscheinungsbild noch etwas Finesse verleiht.

Im Inneren werkelt ein Dualcore Prozessor von Texas Instruments mit 2×1,5 GHz (OMAP 4460). Zusammen mit 1GB RAM-Speicher, kommt das Ascend P1 auf eine wirklich respektable Performance. Intern wurden 4 GB Speicher verbaut, von dem noch knapp 2,2 GB für Apps etc. zur Verfügung stehen.

Natürlich lässt sich der Speicher durch Micro-SD Kartenauf 32 GB erweitert werden. Der Akku ist fest eingebaut und kann nicht gewechselt werden. Dafür ist das Gehäuse sehr dünn: knapp 8 mm in der Gehäusemitte, das Kameramodul und der untere Gehäuseteil stehen etwas weiter hervor, lassen das Handy aber gut in der Hand liegen. Die Rückseite hat eine gummierte „Softtouch“ Oberfläche, was noch einmal zur guten Griffigkeit beiträgt.

Das Gehäuse misst 129 x 64,8 x 7,69 mm und das P1 wiegt federleichte 110 g.

Huawei Ascend P1 Rückseite

Die 8-Megapixel Kamera auf der Rückseite wird von zwei „Blitz“ LEDs unterstützt und es gibt auch eine Frontkamera mit 1280×960 Pixel Auflösung ohne Hilfslicht. Eine Lautstärkenwippe an der linken und der Einschaltknopf an der rechten Gehäuseseite komplettieren die Ausstattung. Oben findet man eine 3,5mm Kopfhörerbuchse sowie einen Micro-USB Anschluss. Einen HDMI-Ausgang gibt es optional über einen MHL-HDMI Adapter. Eine Kamerataste gibt es nicht.

Insgesamt macht die Verarbeitung einen sehr guten Eindruck. Es knackt und knarzt nichts und ich konnte auch keine Schludrigkeiten im Detail erkennen. Das Gerät wirkt wie aus einem Guss.

Mitgeliefert wird ein sehr kompaktes USB-Ladegerät und ein recht ordentlich klingender Kopfhörer.

Bedienung

Auf dem P1 läuft Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich, ICS). Leider ist noch nicht bekannt, ob und wann es ein Update auf Android 4.1 (Jelly Bean) geben wird. Auf der anderen Seite ist das Menü nicht verbastelt oder mit herstellereigenen Anpassungen versehen, was ich sehr schätze. Man bekommt mit dem Ascend P1 ein nahezu originales Android ICS, wie man es auch von einem Nexus kennt und das schlägt sich ganz eindeutig positiv in der Bedienungsgeschwindigkeit wieder: Das P1 ist SCHNELL – und zwar richtig SCHNELL!

Screenshot vom Startbildschirm mit ausgeklappten Menü

Sehr schön ist die Lock-Screen, von der aus man sofort drei weitere Funktionen, die sich individuell einrichten lassen, erreichen lassen. So aktiviert man auf Wunsch z. B. die Kamera direkt vom Lock-Screen und auch diese ist deutlich schneller betriebsbereit, als ich es von anderen aktuellen Android Telefonen kenne. Ich habe mir als weitere direkt erreichbare Anwendungen die Taschenlampen-Funktion und das Telefonmenü auf die Lock-Screen gelegt.

App und Widget-Menü

Neben der Standard-Android Tastatur liefert Huawei noch eine eigene Interpretation mit, die ordentlich bedienbar ist. Mich wird aber so schnell nichts von Swiftkey X weglocken.

Die Menüs entsprechend weitgehend dem Original-Android. Menüs werden horizontal gescrollt, Apps und Widgets teilen sich das gleiche Menü (erst Apps, dann kommen die Widgets) und können über zwei Tabs oben schnell aufgerufen werden.

Kamera und Video

Die Frontkamera kann Gesichter erkennen und die Belichtung danach anpassen. Die Bilder der Frontkamera sind passabel und bewegen sich auf dem Niveau anderer Hersteller.

Die Bildqualität der Hauptkamera ist bei guter Beleuchtung sehr gut und steht dem Samsung Galaxy S III in nichts nach – beide erreichen aber nicht das Niveau eines iPhone 4s. Besonders gut funktioniert auch das „HDR-Programm“, mit dem ich das nachfolgende Bild fotografiert habe. Darunter seht ihr das Originalbild, sowie zwei Ausschnitte mit 100% Ansicht aus der Bildmitte und dem Bildrand.

Beispielfoto – die Belichtung ist erstaunlich gut

Beispielfoto

 

100% Ausschnitt aus der Bildmitte

100% Ausschnitt vom Bildrand

Selbst bei geringer Beleuchtung macht das P1 mehr als akzeptable Fotos mit erstaunlich geringem Bildrauschen.

Sehr schön ist der Touch-Fokus: Man tippt einfach den Bereich auf dem Display an, auf den die Kamera scharfstellen soll. Funktioniert tadellos und zuverlässig – ebenso wie die Belichtungsautomatik. In manchen Fällen lässt sich der Weißabgleich etwas aus dem Tritt bringen und neigt besonders im Schatten zuweilen zu bläulicher Darstellung.

Beispielfoto

Die beiden Aufhell-LEDs machen ihre Aufgabe ziemlich gut und belichten recht präzise und natürlich. Natürlich  sind LEDs kein echter Blitzersatz und haben – wie in allen anderen Smartphones auch – ihre (physikalischen) Grenzen.

Blitzbelichtung

Das Huawei zeichnet Videos mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) 30fps und einer hohen Datenrate von 20 MBit/s auf, was bei wenig Schenks zu sehr guter Bildqualität führt. Leider ist der Autofokus bei Videoaufnahmen etwas unentschlossen und nimmt sich gerne auch mal mehr Zeit oder „pumpt“, obwohl es nichts zum nachstellen gibt.

Insgesamt machen die Foto und Videofunktionen sehr viel Spaß und die Ergebnisse sind allesamt als sehr gut zu bewerten. Sogar eine einfache Schnittsoftware mit Effekten, Titelgenerator und Hintergrundmusik-Editor ist schon installiert.

Musik und Klang

Der Musikplayer sortiert nach Titel, Album, Interpret, Genre und auch nach Ordnern. Es gibt Wiedergabelisten, die man auf dem Handy editieren kann, letzte und am häufigsten gespielte Songs werden automatisch als Playlist angelegt und der schicke Coverflow macht Spaß. Der P1 klingt sehr ausgewogen und klar und begeistert durch wuchtige Bässe – auch über den mitgelieferten Kopfhörer. Ich würde sagen, dass es sich auf jeden Fall mit dem iPhone 4 messen kann.

Der eingebaute Lautsprecher ist naturgemäß kein Basswunder, spielt aber ordentlich, laut und weitgehend verzerrungsfrei auf.

In der Praxis

Nach drei Wochen mit dem Huawei Ascend P1 gibt es nur wenig zu beanstanden. Die Verständlichkeit beim telefonieren ist auf beiden Seiten ausgezeichnet und die Wiedergabe klar und deutlich. Auch das Freisprechen funktioniert sehr gut und laut. Einzig bei der Annahme eingehender Anrufe braucht das P1 gut eine Sekunde bis man sich auf beiden Seiten tatsächlich hört.

Das handliche Gehäuse wirkt sehr solide und gar nicht nach Kunststoff. Die „Soft-Touch“ Gummierung und der leichte Wulst am unteren Ende der Rückseite lässt es sehr gut und sicher in der Hand liegen.

Außerordentlich gut ist jedoch die Akkulaufzeit. Die würde ich schon als sensationell bezeichnen. Trotz einem Gmail-Account, Exchange-Postfach, Twitter, Facebook, Foursquare, Google+ und Drive, Evernote usw. die ja für reichlich Hintergrundaktivitäten und Datentransfer sorgen, hält das Ascend P1 locker 2 Tage ohne Steckdose durch. Dabei mache ich täglich mehrere Fotos (Evernote Notizen), nutze reichlich Twitter, Whatsapp und den Webbrowser. Ich komme teilweise sogar auf mehr als 3 Tage Laufzeit.

1 Tag und 7 Stunden und noch immer 50% Akkukapazität

Zusammen mit der wirklichen flotten Bedienbarkeit ohne Hänger und Pausen, ist das Huawei Ascend P1 ein wirkliches Arbeitsgerät für den professionellen Einsatz. Huawei setzt dabei mit der integrierten Backup-Funktion noch einen oben drauf, denn ganz ohne Root-Rechte kann man damit das gesamte Telefon samt Apps und Einstellungen sichern – auf Wunsch sogar automatisch und zeitgesteuert.

Die W-LAN Reichweite ist ausgezeichnet und deutlich besser als bei meinen früheren Sony Ericsson, Motorola und Samsung-Androiden.

Der GPS-Fix kommt sehr schnell und zuverlässig – für mich ein wichtiger Punkt, da ich gerne mal Foursquare nutze und das Smartphone auch beim Geocahing einsetze.

eingebaute Datensicherung

Besonderes Lob verdient auch die PC- (und Mac-) Software „Hi-Suite“. Damit lassen sich Fotos, Musik und Videos verwalten und mit dem Rechner synchronisieren. Hi-Suite kann auf iTunes zugreifen, SMS verfassen und verwalten und das alles nicht nur per USB-Verbindung, sondern auch per W-LAN.

HiSuite PC-Software

Dabei geht die Software sehr flott zu Werke. Für mich ist das die erste PC-Software für Smartphones, die wirklich brauchbar ist.

Fazit

Dass es sich beim Huawei Ascend P1 um eine Smartphone aus chinesischer Feder handelt, hat man schon nach wenigen Augenblicken vergessen. Tadellose Verarbeitung, sehr schnelle Bedienung, flüssige und unverbastelte Menüs, eine starke Kamera und einige Software- und App-Goodies, die das Leben einfacher machen, lassen das Herz eines Android-Fan höher schlagen.

Das Killerargument ist jedoch die ungewöhnlich lange Akkulaufzeit – so etwas habe ich noch bei keinem anderen Smartphone erlebt. Den Kritikpunkten was die Verzögerung bei der Anrufannahme, den pumpenden Fokus bei der Videoaufnahme und den zeitweisen Schwierigkeiten beim Weißabgleich angeht, könnte Huawei sicher mit einem Software-Update entgegenwirken. Ach ja: Die hässliche Beschriftung und das CE-Zeichen auf der Rückseite müsste auch nicht sein …

Wenn ich aber am nächsten Morgen auf die Akkuanzeige schaue, kommt mir jedes mal wieder ein Grinsen auf die Lippen …

Für knapp 360 Euro bekommt man auf jeden Fall ein ausgezeichnetes Android Smartphone, das man auf jeden Fall einmal ausprobieren sollte – wer möchte neben Matt Black auch in Ceramic White, Metallic Red.

Mehr Infos gibts bei Huawei: http://www.huaweidevices.de/telefone/ascend-p1.html

5 Responses

  1. Sazii

    Ich kann dir auch nur zustimmen ,aber meine akkulaufzeit ist nicht so lang… meines hält wenn dann 7-9 Stunden aber ansonsten ist alles gut 😉

    Antworten
    • Markus Dollinger

      Das hängt natürlich schon von der Nutzung ab, allerdings gibt es auch Apps, die wahnsinnig viel Akku verbrauchen. Ich komme auf jeden Fall mind. 24 Stunden damit durch, meistens auch deutlich mehr.

      Antworten
  2. Maik

    Als frischgebackener Ascend P1-Besitzer kann ich diesem Test nur zustimmen! Zu 100%!! Wirklich sehr guter Test, danke.

    Antworten
  3. Ron

    Da ist ja jemand so begeistert, das man sein jetziges SmartPhone gleich weglegen und umsteigen möchte. Der Preis ist ja attraktiv, dafür gibt es ja nichts besseres 😉

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