Mit Plugged-In möchte ich dir interessante Plugins für deine DAW vorstellen, die es wirklich wert sind, beachtet zu werden. Weil man viel über solche Plugins und deren Klang schreiben kann, es aber sehr viel sinnvoller ist, diese selbst auszuprobieren, möchte ich dir regelmäßig ein paar Anregungen für eigene Tests geben.

Zum Start der Serie gibt es neues Altes von PSP, klassische String-Sounds von UVI und einen Channelstrip, der mehr kann, als der Name vermuten lässt.

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

PSP Audioware Easyverb

Los geht es mit dem Easyverb von PSP Audioware. PSP ist für viele ausgezeichnete Plugins bekannt, allen voran der VintageWarmer oder der kürzlich vorgestellte NobleEQ. Easyverb ist dabei kein wirklich neues Plugin, gibt es den Halleffekt doch schon seit 2004. Neu ist aber, dass es nun auch als 64-Bit Plugin für Windows und Mac sowie im neuen AAX-Format für AVID Protools verfügbar ist.

PSP Easyverb - großer Sound, wenig Einarbeitung

Am hervorragenden Klang hat sich nichts geändert – muss es auch nicht – weil die Hallqualität auch nach vielen Jahren noch immer auf der Höhe der Zeit ist. Neun Hall-Algorithmen – Ambience, Chamber, Room, Hall, Arena, Cathedral, ein Federhall und Plattenhall umfassen praktisch sämtliche Anforderungen an ein Hall-Plugin. Easy ist das Easyverb deshalb, weil es nur wenige Parameter zur Feineinstellung gibt, diese aber vollkommen ausreichend sind. Time bestimmt natürlich die Nachhallzeit, Damp die Bekämpfung der Höhen beim Ausklingen, Mix den Effektanteil und Output die Ausgangslautstärke des Effekts.

Einen wichtigen Regler könnte man fast übersehen, denn das Mikrofon und der kleine Lautsprecher sind tatsächlich ein Schieberegler, mit dessen Hilfe man das Pre-Delay einstellen kann, was von 0 bis 1000ms reichen kann. Aber nicht nur das: Hiermit beeinflusst man auch den Klang des Nachhalls und den des Gesamtsounds.

Mit dem semiparametrischen Equalizer kann man den Klang des Halls noch einmal bearbeiten, was zu zusätzlichen Klangfarben verhilft.

Jeder Algorithmus klingt sehr dicht, weich und in keinster Weise metallisch. Besonders gut gelungen sind die Room-Effekte und Räume, aber auch die Plate-Effekte und der herrlich realistisch scheppernde Federhall sind absolut gelungen. Es ist schon erstaunlich, wie man mit so wenig Einstellmöglichkeiten eine solch große Palette an Hall-Sounds erzeugen kann.

Eine neue Presetverwaltung, A/B Vergleich zwischen unterschiedlichen Einstellungen und über 50 Presets aus allen Bereichen machen das Easyverb für schlappe 69,00 $ zu einem Pflicht-Plugin für jede DAW. Downloaden und selbst ausprobieren! Bis zum 17.06.12 gibt es das Easyverb übrigens für nur 39$!

Mehr Infos und einen kostenlosen Demo-Download gibt es hier: http://www.pspaudioware.com

UVI String Machines

Die französischen Sample-Experten von UVI haben sich den alten und in den 70ern sehr populären String-Machines angenommen, also den Klangerzeugern, die in Kultsongs wie dem Intro zu „Shine On You Crazy Diamond“ von Pink Floyd, Ozzy Osbournes „Mr. Crowley“ und vielen anderen Klassikern zu hören sind.

Keyboards wie das Solina String-Ensemble, das Siel Orchestra (das bei meiner zweiten Band tatsächlich im Proberaum stand) oder das Korg Poly Ensemble waren der Versuch, in einer Zeit als es noch keine digitalen Sampler gab, Streicher-ähnliche Sounds zu erzeugen. Von realistisch klingenden Streichersounds war das alles zwar ziemlich weit entfernt, es entstand aber ein ganz eigener Flächensound, der sich großer Beliebtheit erfreute und noch immer erfreut.

UVI String Machines

Schön ist auch die Tatsache, dass sich der Sound der String-Ensembles von damals noch immer gut im Mix durchsetzt und für einen schönen, schwebenden Soundteppich sorgt.

Auf Basis der kostenlos erhältlichen UVI Workstation, die es für Windows und für Mac gibt, hat man 11 der interessantesten String-Machines von damals gesampelt. Namentlich sind das das Korg Poly Ensemble PE2000, Eko Stradivarius, Siel Orchestra (baugleich mit dem Arp Quartet), Excelsior Strings Synthesizer K4, Logan String Melody (was übrigens baugleich mit dem Wersi String Ensemble ist), Crumar Performer, Elka Rhapsody, Yamaha String Ensemble, Yamaha SS30, Roland RS-505, Roland VP-330 sowie meinen persönlichen Liebling, das ARP Solina String Ensemble.

ARP-Solina-String-Ensemble

Im Gegensatz zu den echten Keyboards lassen sich die Sounds in der UVI Workstation mit Filtern, ADSR-Filtern und LFOs bearbeiten. Der Dual-Layer Modus erlaubt das Übereinanderschichten zweiter Sounds, der eingebaute Step-Modulator sowie die umfangreiche Auswahl an Effekten der UVI Workstation ermöglichen auch Sounds, die gar nicht mehr an ein olles Stringensemble erinnern.


Die Sounds wurden sehr sorgfältig mit Prism-Wandlern in 24/96 eingefangen und auf 16bit und 44.1 kHz Samplingrate konvertiert, was zu einer stattlichen Sample-Library von 1,27 GB führte. Beim Anspielen erkennt man sofort den klassischen und ureigenen Sound dieser „Tischgeigen“.

Für 99,00$ bekommt man viel klassischen Sound für’s Geld. Allerdings sichert UVI seine Sample-Libraries mit dem iLok Dongle, sodass dessen Anschaffungskosten noch oben drauf kommen, sollte man noch keinen iLok besitzen.

Mehr Infos gibt es bei http://www.uvisoundsource.com

Voxengo Drumformer

Der Drumformer von Voxengo ist ein Channelstrip, der speziell für die Bearbeitung von Drums ausgelegt ist. Ein Multiband-Kompressor/Expander, der auch 2 oder nur 1 Band reduziert werden kann, wird von einem schnellen Noisegate, einem parametrischen Equalizer samt FFT-Analyzer, einem Enhancer/Exciter, einer 3-bandigen Sättigungsstufe sowie einem Ausgangs-Clipper unterstützt.

Das Routing kann flexibel angepasst werden, denn es stehen neben dem Stereo-Modus, auch M/S und sogar ein 5.1 Processing zur Verfügung.

Der Drumformer sorgt zum einen für den berühmten „Glue“, also einem kompakten und „zusammengeschweißten“ Sound, auf der anderen Seite kann man mit ihm auch das Übersprechen einzelner Signale wirksam bekämpfen, was zu einem klareren und differenzierteren Drumsound führt.

Voxengo Drumformer nicht nur für Drums - hier ein Setting für drückende Rockbässe

Tatsächlich arbeiten die Kompressoren sehr musikalisch und erinnern an Klassiker wie den Urei 1176. Voxengo-typisch ist der hervorragende Sound sowie die Benutzeroberfläche, die schlicht, aber durchdacht wirkt.

Den Drumformer ausschließlich auf Drums zu beschränken, halte ich für eine Verschwendung – auch wenn er auf Raummikros oder in der Drumsumme wahre Wunder vollbringen kann (siehe und höre Soundbeispiel, hier wird vom trockenen Sound langsam in eine mit den Drumformer bearbeitete Drumsumme übergeblendet), denn er kann auch hervorragend für andere Signale eingesetzt werden. So konnte ich – dank der gut klingenden Sättigungsstufe und dem Multibandkompressor – einen hervorragenden Bass-Sound alleine mit diesem Plugin erzeugen (Einstellungen siehe Screenshot). Dass man auch bei Voxengo über andere Einsatzmöglichkeiten nachgedacht hat, erkennt man an den guten Presets, die u. a. auch Einstellungen für Vocals und Mastering vorsehen.

Der Drumformer ist eines dieser Plugins, die sehr komplex sein können, aber nicht sein müssen. 8-faches Oversampling sorgt für besten Klang, wobei der Drumformer die CPU nur wenig reizt.

Für 99,95 $ gibt’s gleich einen ganzen Baukasten an Klangformern, denn alleine der Kompressor und die Sättigungsfunktion ist ein Grund, den Voxengo Drumformer im Plugin-Ordner zu haben. Noch erfreulicher ist die unkomplizierte Aktivierung mittels einer einfachen Seriennummer.

Mehr Infos gibt’s bei http://www.voxengo.com/product/drumformer/

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