Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Ab etwa 10 Metern (je nach Objektiv, Blende und Brennweite) wird das manuelle Scharfstellen immer einfacher. Möchte man jedoch einen näher kommenden Darsteller fokussieren, wird es ohne richtige Kontrolle sehr schwer den richtigen Schärfepunkt zu finden.

Manche Filmer messen den Abstand von der Aufnahmeebene (also vom Sensor) bis zu bestimmten Punkten im Set und markieren diese auf ihrem Fokusring an der Kamera. Da dieser aber im Gegensatz zu einer richtigen Filmkamera bei einer DSLR auch schwerer zu erreichen und recht unsensibel bedienbar ist, gibt es hier Adapter, die das Schärfeziehen seitlich an der Kamera ermöglichen, wie hier beim Quenox-Rig

Quenox Kamera-Rig mit Schärfeadapter

Das Kameradisplay ist keine gute Hilfe bei der Schärfeeinstellung, denn die kleinen hochauflösenden Displays lassen alles schärfer aussehen, als es eigentlich ist. Abhilfe schaffen externe HDMI-Monitore mit sog. Peaking. Das Peaking zeigt im Monitor eine farbige Markierung um die Bereich, die innerhalb des Schärfebereichs liegen, die übrige Darstellung ist dann Schwarzweiß.

Ein recht preisgünstiger und ordentlicher Vertreter dieser Monitorgattung ist der Sony CLM-V55, der am HDMI-Ausgang der Kamera angeschlossen und mit Akkus betrieben wird.

Sony CLM-V55 tragbarer Monitor für Foto- und Videokameras

 

Der richtige Ton

Unsere Kameras haben zwar Mikrofone für Stereoaufnahmen eingebaut, diese sind aber nicht mehr als eine Krücke, da sie Handgeräusche von der Bedienung der Kamera ebenso aufnehmen, wie Windgeräusche.

Die erste Möglichkeit für eine guten Filmton ist ein externes Richtmikrofon, das auf den Blitzschuh der Kamera aufgesteckt werden kann. Bekannte und gute Modelle sind das Sennheiser MK400 und das Rode VideoMic. Für diese Mikrofone gibt es auch Windschutzaufsätze – auch „Deadcat“ genannt, weil sie wie eine überfahrene Perserkatze aussehen.

Rode Videomic Pro

Diese Zusatzmikrofone werden am Mikrofoneingang der Kamera angeschlossen und dieser ist leider oft auch für schlechten Ton verantwortlich. Manche Eingänge rauschen oder sind von einem hochfrequenten Fiepen überlagert. Manche lassen sich nicht manuell aussteuern und „pumpen“ dann je nach Schallpegel.

Möchte man noch mehr Einfluss auf die Tonqualität, hilft ein externer Digitalrecorder. Diese sind in den letzten Jahren immer zahlreicher und auch günstiger geworden. Praktisch ein Standard im Amateur- und Semi-Profi Bereich ist der Zoom H4n, den ich hier ausführlich im Video vorgestellt habe.

Zoom H4n auf einer DSLR montiert

Mein wichtigster Tipp

Meinen wichtigsten Tipp möchte ich dir nicht vorenthalten:

Wenn du bessere Filme machen möchtest, brauchst du nur beim Fernsehen etwas genauer hinsehen. Gerade Serien wie der Tatort etc. zeigen meist hervorragende Kameraarbeit und auch wie ein guter Schnitt auszusehen hat.

Über entsprechende Adapter lässt auch er sich auf den Blitzschuh oder an einem Kamera-Rig montieren und sorgt für optimale Tonqualität. An die XLR-Buchsen lassen sich zusätzliche Mikrofone z. B. für Interviews anstecken und sogar auf getrennten Tonspuren aufnehmen.

Zu einem guten Filmton gehören die sog. Atmos, also eine Aufnahme der Umgebungsgeräusche, die dann bei der Bearbeitung z. B. mit denen eines Sprechers gemischt werden. Daher sollte man auch immer einige Minuten Umgebungsgeräusche aufnehmen. Führt man etwa ein Interview in einer belebten Innenstadt, ist es sehr hilfreich Atmos zur Verfügung zu haben, die bei späteren Schnitten für einen gleichmäßigen und authentischen Hintergrundsound eingesetzt werden können.

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19 Responses

  1. maria

    vielen dank fuer den tollen beitrag, hat mir sehr geholfen und vieles klarer gemacht. eine frage: wenn ich den monitor und den tonaufzeichner anbringen moechte, hab ich ein problem, oder? beides wird auf den blitzschuh gesteckt. was kann man machen? gibt es alternative befestigungmoeglichkeiten fuer eines der beiden geraete?

    dank und gruss aus auckland,

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  2. Marian Gagliano-Rosenfeld

    Vielen Dank für den gut geschriebenen Artikel. Nun habe ich noch eine ganz doofe Anfängerfrage: Wenn ich mit dem von dir beschriebenen Equipment, also eine DSLR Kamera und dem Zoom H4n aufnehme, habe ich die Daten anschliessend auf 2 SD-Karten. Muss ich denn nun beide SD-Karten in den Computer geben, um das Video nachbearbeiten zu können?

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  3. Marian

    Vielen Dank für die praktischen Infos! Ich stehe kurz vor meinem ersten Videodreh mit DSLR und habe schon eine Menge darüber gelesen und geschaut. Bis jetzt habe ich mich aber vor dem Kauf der Mikrofone gedrückt, weil ich mir nicht sicher bin. Ich werde Interviews aufnehmen, d.h. Ich möchte gerne mit zwei Lavaliers arbeiten. Wenn ich eine Funkstrecke baue, muss ich dann dazu auch noch einen externen Recorder benutzen oder fällt der dann weg?

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    • nachbelichtet

      Da selten beide Interviewpartner gleich laut reden werden, muss eine Möglichkeit zum Mix her. Zwar könnte man mit einem Y-Adapter das eine Mikro auf den linken und das andere Mikro auf den rechten Kanal der Kamera aufnehmen, allerdings sind die Vorverstärker der Kameras auch klanglich nicht so toll und häufig verfügen sie nicht über eine manuelle Aussteuerung.

      Darum lohnt sich die Anschaffung eines Audiorecorders wie des Zoom H4n, H5 oder gar H6 schon sehr. Mit diesen Modellen kannst du mindestens 2 externe Mikrofone getrennt sowie zusätzlich den Raumklang über die eingebauten Mikrofone aufnehmen, was häufig einen sehr professionelleren Sound ergibt.

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      • Marian

        Vielen Dank! Das werde ich versuchen. Wenns klappt, schicke ich einen Link… 😉

  4. Tom

    Hallo,
    sehr aufschlussreicher Artikel für DSLR Videointeressierte. Ich filme nun seit über einem Jahr mit der DSLR und wil sie nicht mehr missen.
    Dieses Video habe ich zu Halloween gefilmt und Geschnitten. Canon 70D, Kamerar Rigg.
    Zombiewalk Essen 2014: http://youtu.be/3W0cQkSB6CA

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  5. Nils

    Ein ohne Frage sehr interessanter Artikel!
    Grade den Opteka Grip kannte ich noch nicht, klingt aber sehr interessant da ich nicht immer so begeistert davon bin ein Stativ mit mir rumzuschleppen, das man bei kleineren Kamerafahrten sowieso nicht verwenden kann.

    Dein Angebot mit dem Youtube Video werde ich natürlich nicht abschlagen 🙂 Mir sind an dem Video auch schon einige Schwächen aufgefallen, aber eine weitere Meinung kann ja nie schaden: https://www.youtube.com/watch?v=hljjDtU2RyM

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  6. Tame

    Hey, lob an die Autoren! Sehr übersichtlicher und hilfreicher Artikel. Ich hätte gern einen Film mal zum Feedback sammeln gepostet, aber das geht leider nicht aus Datenschutzgründen. Aber hier ein kleiner Film auf YouTube, allerdings ist der nur mit Gopro 3 Silver und Gopro 1 gefilmt… 😉

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  7. Silvio

    War super Spannend der Blog. Vieles habe ich schon gehört, vieles schon gemacht. Ist aber immer wieder interessant Infos zu lesen, da ist immer etwas dabei das man noch nicht kannte, vergessen hat, oder noch nie davon gehört hat. Ich fands gut, auch wenn ich Ihn erst zwei Jahre später entdeckt habe. 😉
    Danke.

    Der Link auf Vimeo ist ein selbstgemachte klein Reportage mit Zero Budget und nur mit DSLR, Stativ; Zoom H4n und sehr viel Enthusiasmus. Leider auf schweizerdeutsch, deshalb vieleicht nicht für jeden Verständlich. Untertietel folgen noch nach. Vieleicht.
    Würd mich freuen über ein paar Meinungen und Feedbacks.

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    • nachbelichtet

      Oh, sorry. Also zuerst sollte man immer ein Stativ verwenden, damit das Bild ruhig ist. Außerdem ist der Weißabgleich wichtig – das Video hat einen Farbstich. Zoomen etc. sollte man komplett vermeiden. Das kommt nur selten in Filmen und noch weniger in Musikvideos vor. Gerade Musikvideos sind aber besonders anspruchsvoll für den Einsteiger, weil hier Bild und Ton zusammenpassen müssen. Das lässt sich nicht in ein paar Sätzen erklären.

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  8. Lena

    Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit Videodreh, darum hat es mir für den Anfang einen guten Einblick geliefert.
    Ich würde mich freuen, wenn du Zeit und Lust hättest dir meine Videos auf Youtube einmal anzuschauen und mir gegebenenfalls ein Feedback zu geben.
    Viele Grüße, Lena

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  9. Walter Fischer

    Beinahe hätte ich einen teuren XLR Soundadapter für meine A77 gekauft, bis ich hier gezeigt bekam, dass man ja auch den Zoom h4n einstöpseln kann- und den habe ich seit längerem. Vielen Dank für diese anschaulichen Infos !

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  10. Josef

    Sehr schöner Artikel. Ich kann fast alle Punkte unterschreiben.
    Nur kurz: Die Canon 1 D C nimmt 4K nicht unkomprimiert auf.
    Ich würde bei dem Flackerproblem noch anmerken, dass man mit der Änderung der Verschlusszeit auch die Bewegungsschärfe ändert. In der Regel sollte man ja mit einem 180° Shutter drehen.

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