Viele Diskussionen und Meinungen drehen sich bei Audio Interfaces in der Einsteigerklasse darum, welches wohl die beste Lösung für’s Geld wäre. Die Auswahl an Audio-Interfaces unterhalb der 200€ Schallmauer ist nicht gerade übersichtlich. Wirklich herausragende Geräte gehen aber in der Masse der durchschnittlichen Vertreter fast unter. Das musste auch ich feststellen.

Für meine Screencasts und für Unterwegs war ich auf der Suche nach einem kompakten USB Audio-Interface, mit dem man auch mal eine Gitarre oder Gesang aufnehmen kann, das aber auch über mindestens zwei symmetrische XLR-Eingänge samt Phantomspeisung verfügt. Hier gibt es recht frisch das Focusrite Scarlett 2i2, welches anfänglich in der engeren Auswahl stand, aber unter den ganzen Geräten stach eines hervor, das sich aber eigentlich gar nicht unter meinen Favoriten befand …

Oder vielleicht doch? Ein Standard unter den zweikanaligen Audiointerfaces war immer das Roland UA-25, das später – nach dem Ankauf von Calkwalk durch Roland – als Cakewalk UA-25EX erhältlich war.

Mit dem, nun wieder unter der Marke Roland angebotenen UA-55 Quad-Capture, gibt es einen mehr als würdigen Nachfolger, der alle anderen Geräte in diese Preisklasse hinter sich lässt. Warum das so ist, möchte ich dir hier zeigen:

Klein, stark, schwarz

Das kompakte Kistchen mit gerade mal 185 x 134 x 44 mm Größe und knapp 600 Gramm Gewicht ist extrem gut und robust verarbeitet. Die deutlich erkennbaren Imbus-Verschraubungen der XLR-Kombi-Buchsen lassen sofort uneingeschränktes Vertrauen in die Mobilität und lange Haltbarkeit des Interfaces aufkommen und erinnern schon fast an den Military-Standard von Manley. Die 4 Regler an der Vorderseite sind sehr griffig, gummiert und haben kein bisschen Spiel.

Auf der Rückseite sieht es nicht anders aus. Auch hier großzügige Verschraubungen und Buchsen die nicht wackeln.

Klein, aber oho!

Auf den ersten Blick geht man von einem normalen 2in/2out Interface aus, wären da nicht noch zwei MIDI-Buchsen, denn das UA-55 Quad-Capture kommt tatsächlich mit MIDI-In und MIDI-Out Anschlüssen. Sowas vermisse ich bei vielen aktuellen Audio-Interfaces. Gerade diese kleinen Geräte sind doch ideal für die Bühne um virtuelle Instrumente live verfügbar zu haben. So kann ich wenigstens mein MIDI-Basspedal, den alten Analog-Synthie oder eine MIDI-Fußleiste zum Umschalten von Programmen und Sounds anschließen.

Zudem findet man auf der Rückseite ein ominöses Pärchen Cinch-Buchsen, die nicht etwa nur eine weiterer analoger Eingang sind, sondern digitale S/PDIF Ein- und Ausgänge! Daher auch der Name Quad-Capture: Das UA-55 hat 4 Eingänge – zwei analoge und zwei digitale Eingänge, die getrennt voneinander aufgenommen werden können.

Damit kommt man auch gleich zu einer weiteren Besonderheit des schicken Interfaces: Es kann auch als DI-Box und Wandler, ganz ohne Rechner eingesetzt werden. Lediglich eine Stromversorgung über den USB-Eingang ist erforderlich. Ein zusätzlicher Netzteilanschluss ist nicht vorhanden, es funktioniert aber auch mit USB-Netzteilen, wie sie heute vielen Handys beiliegen. Der Ground-Liftschalter auf der Rückseite unterstreicht das professionelle Konzept des Quad-Capture.

UA 55 675x506 Das beste Audiointerface unter 200€ für Musiker und Podcaster

Roland UA-55 Quad-Capture USB-Interface

So kann man ein vorhandenes Audio-Interface mit S/PDIF-Anschüssen um zwei weitere Eingänge erweitern, in dem man das UA-55 als Wandler daran betreibt. Sehr gut und in dieser Preisklasse einzigartig!

Bleiben wir bei einzigartigen Dingen. Die Regler sind zwar sehr stabil und griffig, aber man braucht sie eigentlich gar nicht. Das UA-55 kommt nämlich mit digital gesteuerten Preamps und einer automatischen Einstellung des Eingangspegels. So etwas gibt’s sonst nur in den teueren Interfaces von RME und einigen wenigen anderen Hersteller.

Drückt man den “Auto-Sens” Knopf an der Vorderseite und spielt, spricht oder singt dann so laut, wie man es in den lautesten Passagen machen würde, wird der Eingang auf den optimalen Pegel eingestellt – ganz automatisch.

Installiert man noch die mitgelieferte Kontrollsoftware, kann man auch noch diesen Tastendruck über die Software erledigen. Die Vorverstärker lassen sich natürlich auch manuell einstellen, auf Wunsch auch über die übersichtliche Software. Über den Eingangspegel gibt ein schicker LED-Kranz rund um die Gain-Regler sowie ein Peak-LED Auskunft.

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UA-55 Rückseite

Natürlich verfügt Eingang 1 auch über einen umschaltbaren Hi-Z Modus zum Anschluss von E-Gitarren und Bässen. Leider kann man nicht nachlesen welche Eingangsimpedanz der Hi-Z Input hat, aber darüber eingespielte Gitarren klingen sehr spritzig und man hat nicht das Gefühl, dass ein zu niedriger Eingangswiderstand das Gitarrensignal dumpf werden ließe. Im Gegenteil! Im Vergleich zu einem Focusrite Saffire 56 und Motu 828 Mk II gefiel mir der Input des Quad-Capture sogar am besten.

Für den mobilen Betrieb ist es auch nicht ganz unwichtig, dass der Kopfhörerausgang richtig Bumms hat.

Natürlich beherrscht das UA-55 eine Auflösung von 24 Bit sowie Samplingraten bis zu 192 kHz – wer bietet unter 200€ mehr?

DSP, Kompressoren und so

Damit aber noch nicht genug, denn Roland hat das Quad-Capture mit DSP-Funktionen ausgerüstet die gerade für Podcasts, Videonachvertonung, Voiceover und Screencasts mehr als praktisch sind. Neben einem zuschaltbaren Low-Cut (bei 100 Hz) und Phaseninvertierung, gibt es eine komplett ausgestatteten Kompressor für beid Analogkanäle.

Für alle die es genau wissen wollen: Dieser Kompressor ist digital und kommt nach den A/D Wandlern und nicht davor. Das ist aber kein Nachteil, lassen sich, wie schon erwähnt, die Eingänge sicher und automatisch Aussteuern und haben dadurch auch genügend Headroom. Ein Kompressor oder Limiter im analogen Signalweg ist nur für Diejenigen, die unnötig sehr “heiß” aussteuern. Mit den -6d dB Maximalpegel (der sich auch noch anpassen lässt), hat Roland einen idealen Wert für die Auto-Sens Funktion gefunden. Ich persönlich steuere sogar nur bis -10 dB Peak-Level aus, was bei 24 Bit Wortbreite mehr als genug ist.

QUAD CAPTURE Kontroll Programm Das beste Audiointerface unter 200€ für Musiker und Podcaster

QUAD-CAPTURE Kontroll Programm

Was ist Latenz?

Um ein Audiosignal zu verarbeiten, benötigt der Rechner ein gewisse Zeit um das Signal zu digitalisieren. Je nach Qualität des Interfaces, Leistungsfähigkeit des Rechners und der Treiber kann das mehr oder weniger lange dauern.

Diese Latenz tritt auch auf, wenn der Ton vom digitalen Signal wieder in ein analoges Signal umgewandelt wird. Eine Einganzslatenz von 6 ms kann ein geschulte Ohr schon deutlich als Verzögerung wahrnehmen.

Alle Einstellungen der Kompressoren, die sich für jeden der beiden Analogkanäle getrennt oder zusammen einstellen lassen, aber auch die Gain-Einstellungen, Low-Cut, Phase und sogar das Mix-Verhältnis der Ausgänge lassen sich abspeichern und jederzeit wieder aufrufen. Damit keine Nebengeräusche von Lüftern, Festplatten etc. auf die Aufnahme kommen, gibt es auch noch ein variables Noisegate.

Gerade für Podcaster, Videonachvertonung und Screencasts ist diese Ausstattung allein ein Argument für das Roland Quad-Capture, denn so lassen sich einmal gefundene Einstellungen jederzeit wieder absolut identisch wiederherstellen. Viele Screencast-Lösungen (eine Übersicht zu Screen Recording Programmen für den Mac habe ich übrigens HIER veröffentlicht), verfügen oft nicht über wirklich gute Kompressoren, diese machen aber die Stimme des Sprechers erst angenehm. Mit dem Quad-Capture kann man nun gleich bei der Aufnahme passend komprimieren und zusammen mit einem guten Mikrofon entfällt jede weitere klangliche Nachbearbeitung komplett. So ist zumindest meine Erfahrung.

Als Kompressor-Einstellungen für Sprecher haben sich diese Werte bewährt, die auch ich in meinen (anderen) Screencasts nutze:

Kompressor für Podcasts und Sprachaufnahmen

  • Ratio: 1:4
  • Attack: 40ms
  • Release 300ms
  • Treshhold, je nach Eingangspegel, 4-6 dB Pegelreduktion
  • Gate: gerade so eingestellt, dass es Hintergrundgeräusche unterdrückt und schon beim Atmen öffnet.
  • Low-Cut: ein
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10 Responses

  1. Martha

    Habe schon sehr interessiert deinen Beitrag zu den verschiedenen Screencapture-Anwendungen durchgelesen und nun weiß ich auch welches Interface ich für meine Videos brauche.

    Vielen Dank!

    Martha

    Antworten
  2. Nils

    Hi Marcus,

    nach meinen Recherchen zu einem neuen Audiointerface
    dass eigentlich entweder Motu MicroBook II,NI Komplete Audio6 oder
    Focusrtite… heißen sollte bin ich beim exzessiven Stöbern erst bei Thomann und dann bei Youtube über dein tolles Video auf dieses Teil von Roland gestoßen.
    Ich bin jetzt echt komplett verwirrt denn dass Roland hier mitmischt wusste ich nicht.
    Jetzt bin ich echt am überlegen ob es nicht doch diese Kiste wird!

    Antworten
  3. Nils

    … meinst du es gäbe einen wesentlichen Nachteil zu den anderen (üblichen) Kandidaten?
    Kann ich über den Mix-Regeler direkt die Lautstärke meiner Nahfeldmonitore steuern oder ist das eine Art Überblendregler ?

    Super Seite Übrigens, weiter so

    greetz,Nils

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  4. Harry Mudd

    …leider hat das Quad capture aber ein großes Problem: der Instrumentaneingang ist nahezu unbrauchbar, da er von einem ~60Hz Brummen verseucht ist. Wenn ich z.B. eine Strat über das Interface in eine Ampsimulation im Rechner spiele, wird dieses Brummen so stark hochgezogen, dass das Ergebnis absolut unbrauchbar ist. Selbst mit einem Bass mit leisen Pickups ist das Störsignal noch deutlich zu hören. Schade, denn ich fand das Roland ansonsten wirkich toll.

    Dieses Störgeräusch entsteht im Interface selber. Zum Testen einfach den Schalter für Input 1 auf Instrument stellen und den Sens Regler 2/3 aufdrehen – das Brummen ist deutlich höbar und auf der Pegelanzeige sichtbar. Selbst wenn ich den Eingang kurzschließe ist das Brummen immer noch unverändert da.

    Die Oben genannten Probleme sind dem Roland Vertrieb übrigens bekannt. Bei meinem Anruf wollte man das Problem erst noch herunterspielen von wegen ‘so stark muss man die Verstärkung gar nicht einstellen…’ bei dem Einwand, dass einige Instrumente aber eben leise sind bzw. bei der Verwendung einer Ampsimulation mit Highgainsound das Brummen zu stark in den Vordergrund tritt, wurde der Rolandmann auf einmal sehr still und teilte mir mit, dass das Problem auch in Japan bekannt sei.

    Antworten
  5. DerbyStar

    salut!
    super testbericht. ich habe das interface leider erst entdeckt nachdem ich meins gekauft habe. aber ich bin trotzdem nicht zufrieden und frage dich mal, denn ich suche ein interface, was immer geht.

    ich will quasi mein mixer mit plattenspieler anschließen und wenn ich nur musik höre möchte, soll der rechner ausbleiben trotzdem der sound aus den boxen die am interface hängen rauskommen. wenn ich den rechner anschalte habe ich dann die möglichkeiten, den sound vom mixer zu recorder oder sachen normal vom rechner abzuspielen. das ganze soll natürlich passieren ohne dass ich jedesmal das USB-kabel vom rechner abziehe und “in eine steckdose stecke”. sondern bei einem interface mit extra netzteil.
    das schönste wäre noch wenn das interface direkt einen kompressor drin hätte, dann wahrscheinlich hardware-mässig, so dass der sowohl mit als auch ohne rechner läuft, und ich ihn nicht erst auf recordete sachen legen muss, sondern er on the fly immer läuft, quasi wie eine hardware – nur direkt in ein interface integriert.

    das kann das roland nicht oder?

    Antworten
  6. lxh

    Du schreibst: “Gerade beim Thema Klirrfaktor finde ich es lustig, dass man in der DAW dann wieder mit div. Plugins versucht das Material “anzuwärmen”. Die ganzen Sättigungs-Plugins machen nämlich in der Hauptsache eines: den Klirrfaktor erhöhen, denn nichts anderes ist Sättigung …”

    Seit wann ist Klirrfaktor gleich Sättigung, resp. wie kommst Du zu diesem Irrglauben? Sättigung hat vorwiegend etwas mit Resonanz und daraus resultierenden Obertönen zu tun. Das ist u.A. das schöne an Röhren. Der Klirrfaktor hingegen ist in der Wellenform betrachtet zwar ähnlich, nur leider in den meisten Fällen störend, da er nicht mit dem Audiomaterial “interagiert”. Beispielsweise in leise gespielten Passagen auf einer CD, wodurch bei erhöhter Lautstärke die digitalen “Treppchen” ebenfalls entsprechend “höher” werden. Dabei geraten schlechtere Wandler zwar auch in Resonanz, die durchs Anheben der Lautstärke ebenfalls verstärkt wird, jedoch immer nur analog zur Samplingrate und nicht zur hörbar gemachten Frequenz.

    Aber vielleicht sehe ich das auch zu eng. Zu technoiden Klängen passt es sicherlich ganz gut … :)

    Grüße

    Antworten
    • nachbelichtet

      Klirrfaktor ist gleich Sättigung und hat mit Resonanz rein gar nichts zu tun! Ob es die “schönen” geradzahligen Obertöne sind, die als Produkt der Verzerrung entstehen, oder eben die “harschen” und “digitalen” ungeradzahligen, ist dem Klirrfaktor wurst. Maßgeblich ist die Abweichung von der reinen Sinusform als nichtlineare Verzerrung. Der Klirrfaktor sagt dabei aus, welchen Anteil die Verzerrungen am Ausgang am Signal im Vergleich zum Eingang haben. Das ist kein Irrglauben, sondern Elektro- und Nachrichtentechnik und die habe ich gelernt.

      Zum Studium gehört auch der Messaufbau und die Auswertung und dazu muss man die Theorie erst einmal verstanden haben ;-) Übrigens hatte man damals auch noch Röhrentechnik und lächelt etwas über den heutigen Voodoo um das Thema. Was macht den Übertrager heute so begehrt? Der zusätzliche Klirr. Induktivitäten sind hier ganz besonders komplex, da sie bei niedrigen Frequenzen ganz besonders stark Verzerren, bei hohen Frequenzen aber bedämpfen. In den Tests der Audiomagazine heißt das dann: Runde aber kraftvolle Bässe und Tiefmitten und seidige Höhen. Klar: Die Bässe treten hervor, weil sie durch die Verzerrung Obertöne spendiert bekommen (und die hören wir besser) und die Höhen werden weicher, weil der Übertrage diese einfach bedämpft als wenn man den Höhenregler bei einem EQ runterdreht. Weil er das aber eben ziemlich komplex und nie linear macht, klingt das für uns so interessant und lässt sich auch nicht so einfach mit einem EQ nachbilden etc.

      Nichtlineare Verzerrung interagiert immer mit dem Signal, weil es das Signal ist. Egal ob durch Röhren, Transistoren, Übertrager oder sonstwas erzeugt: Technisch sind es immer nichtlineare Verzerrungen, weil etwas dabei herauskommt, das eine andere Signalform als die Quelle hat. Wird ein Signal gekappt, entsteht an den Flanken das Klirrprodukt. Je nach Kennlinie des Bauelements (und dessen Arbeitspunkt), kommen dann eher geradzahlige oder eher ungeradzahlige Obertöne heraus. An “weichen” Kennlinien wie vielen Röhrenschaltungen, Übertragern, Germaniumdioden oder FET-Tranistoren entstehen häufig mehr geradzahlige Obertöne.

      Übrigen: Bei CDs werden auch keine “digitalen Treppchen” höher, weil Wandler in Resonanz geraten. Sorry, das ist leider vollkommener Humbug und zeigt, dass auch du die technischen Grundlagen der Audio- und Digitaltechnik nicht verstanden hast. Such mal bei Google nach “da converter resonance” wie viele Treffer du bekommst, die deine These stützen …

      D/A Wandler (du sprachst ja von CDs und nicht von A/D Wandlung), machen die Treppchen platt und nicht höher. Der Fachmann spricht von Integration. Da ein Wandler nur auf der analogen Seite zur Resonanz neigen könnte, kann er auch keine digitalen Treppchen verändern, denn die hat er da schon längst hinter sich gelassen. Übrigens ist das auch die Krux an der Simulation analoger Filter in Synthesizern. Erst der echte analoge Filter kann organisch resonieren. Digital bleibt das immer nur eine Annäherung. Möchte man das Verhalten einer analogen Schaltung wirklich 1:1 simulieren, müsste man einzelne Elektronen und jede Toleranz, Kapazität, Dämpfung und Nichtlinearität aller Bauteile inkl. Kabel, Leiterplatten, Temperaturdrift, Stromversorgung simulieren.

      Ich wollte dich damit auch nicht angreifen oder bloßstellen, sondern nur etwas mit diesem Halbwissen aufräumen, von dem nicht nur du geplagt wirst …

      Antworten
      • lxh

        Nun, ich sehe es keinesfalls als Bloßstellung oder persönlichen Angriff, zumal mich hier auch niemand kennt. Doch sind meiner bescheidenen Meinung nach durchaus Unterschiede in der von Dir bereits beschriebenen Bemühung, digital harmonische Resonanzen zu erzeugen, und einer unkontrollierbaren wandlerbedingten Verzerrung. Es kommt leider nicht zwangsläufig aufs Selbe hinaus. Beides grundsätzlich und pauschalt als “Sättigung” zu bezeichnen halte ich schlicht für zu subjektiv, um es als “Tatsache” unkommentiert zu lassen. Die digitalen “Treppchen” sind übrigens durchaus ein Grund für Verzerrungen, zumal sie bei beispielsweise 1/10 des digitalen möglichen Pegels (ich hab’s nachgerechnet ;) 10x höher sind .. UND .. bei angepasster Lautstärke(!) auch besagte Verzerrungen um jenen Faktor erhöhen. War vielleicht etwas schlecht formuliert …

        Aber ich will mich hier nicht streiten. Hat wohl jeder eine andere Vorstellung von sattem Klang.

        Grüße

      • nachbelichtet

        Es gibt hier keine Resonanzen, das ist schlichtweg Verzerrung. Du benutzt hier Begriffe, die an dieser Stelle einfach falsch sind. Wir haben auch nicht von Sättigung und sattem Klang gesprochen. Sättigung ist auch ein technischer Begriff, der eine ganz klare Bedeutung und erst einmal absolut nichts mit Klang zu tun hat.

        Resonanz in der E-Technik nennt man Schwingen und das wäre das schlechteste, was einem Verstärker passieren kann.

        Und auch beim Wandler ist deine Aussage praxisfremd, denn gegen den von dir benannten Effekt gibt es zum Glück das Quantisierungsrauschen. Kannst dich ja mal einlesen, Stichwörter: truncation, quantisation noise etc.

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