Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Der Screenium Composer

Mit dem Composer können die Bildschirmaufnahmen komfortabel bearbeitet werden. Video und Audio können über mehrere Spuren hinweg bearbeitet, geschnitten und umarrangiert werden. Masken erlauben die Einschränkung von Effekten auf bestimmte Bereich, um z. B. Passworteingaben zu verpixeln. Dabei genügt es den Effekt per Drag and Drop auf die entsprechende Spur zu ziehen. Es stehen nicht weniger als 30 Videoeffekte und 14 Audioeffekte zur Verfügung. Übergänge zwischen den Clips werten das Video auf und Kreuzblenden können durch einfache Überlappung zweier Clips erzeugt werden.

Screenium Composer

Apropos Audioeffekte: Da treibt es den Tontechniker schon fast die Freudentränen in die Augen, denn hier ist Screenium wirklich einzigartig. Hier stehen wirklich gut parametrisierte und professionelle Audioeffekte wie z. B. ein Hochpass (um tieffrequentes Rumpeln zu beseitigen), ein parametrischer Equalizer und sogar ein Multibandkompressor und Peaklimiter zur Verfügung, wie man sie sonst nur von guten Audioprogrammen kennt. Damit auch der Audio-Laie damit zurecht kommt, hat man den komplexeren Audioeffekten einige Presets spendiert.

Professionelle Audioeffekte (Kompressor)

Keine Blöße gibt sich Screenium auch beim Thema Animation und Anmerkungen. Formen wie Pfeile, Einrahmungen, Kreise und Rechtecke sind frei skalierbar. Die Auswahl an Formen ist nicht sehr groß, allerdings kann man auch eigene Symbole, Logos und Grafiken verwenden, wenn man diese als 24-bit PNG-Datei mit Transparenz speichert und in Screenium importiert.

Text kann ebenso flexibel mit unterschiedlichen Schriftarten, Farben, und Umrandungen sowie Schatten eingesetzt und animiert werden. Skalieren, verschieben, Deckkraftverändern – alles ist möglich und wird per Keyframes gesteuert.

Exportiert werden die fertigen Screencasts entweder mit eigenen Einstellungen, Vorgaben für die Nutzung auf iPhone und iPad sind bereits vorhanden und auch der direkte Export zu YouTube samt Metadaten und Upload ist möglich.

Screenium ist ein extrem vielseitiges und cleveres Programm für Autoren von anspruchsvollen Videotutorials. Die Audioeffekte machen es in diesem Bereich einzigartig und der Preis ist mehr als fair! Bravo!

iShowU – der leistungshungrige Spezialist

Die Screenrecording Software iShowU ist der Spezialist unter den vorgestellten Lösungen und kommt ohne eingebauten Editor. Dafür kann iShowU nahezu jede Bewegung auf dem Bildschirm einfachen, auch wenn hier ähnliche Anwendungen teilweise streiken, wie z. B. bei der OpenGL Darstellung von 3D Games oder manche Videofenster.

Dabei konvertiert iShowU die Videos in Echtzeit während der Aufzeichnung, was aber gleichzeitig auch der größte Nachteil ist, denn iShowU ist unheimlich leistungshungrig. Während der Aufzeichnung lastet iShowU einen aktuellen Mac Prozessor oft bis an die Grenzen aus. Der früher vorhandene LowCPU Modus ist lt. Hersteller in OSX Lion nicht mehr verfügbar. Das ist besonders störend, wenn man ebenso leistungsintensive Anwendungen aufzeichnen möchte, denn die haben alleine durch iShowU schon keine Luft mehr. Mein Versuch eine Echtzeitanwendung (Cockos‘ Reaper Audiosoftware) mitzufilmen scheiterte daran, dass diese einfach nicht mehr genug Reserven zur Verfügung hatte und die Tonwiedergabe zu stottern begann.

iShowU Konfigurationsmenü

iShowU zeichnet, ebenso wie Screenium, auf Wunsch Mausklicks und Tastenbefehle auf, greift in der Pro-Version auf Core-Audio zu und kann damit mehrere Audio-Streams gleichzeitig aufzeichnen. Die iSight (oder eine kompatible) Kamera kann aufgezeichnet werden und Videoprofis können die Videos direkt an Apple FinalCut übergeben.

Da die Videos fix und fertig konvertiert aufgezeichnet werden, können sie auch sofort ins Netz hochgeladen werden. Auf weitere Bearbeitung, Schnitt, Anmerkungen etc. muss man aber wie eingangs schon erwähnt verzichten und hier auf eine andere Anwendung ausweichen.

25 Responses

  1. Tommy

    Erstmal danke für den Artikel! Es gibt ja mittlerweile ordentliche Weiterentwicklungen von den hier erwähnten Programmen und die sind ja schön und gut.

    Was ich mich aber frage, ist, ob es auch neben den hier genannten Softwarelösungen auch Hardware in Frage kommt. Erfüllen solche Karten zum Aufnehmen ihren Job nicht besser?

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  2. Martin

    Hey ho,

    THX für den Artikel – ich bin auf der Suche nach einer App die mir Mausklicks und Tastenkombis anzeigt. Ich will einige Videotutorials zur Fotobearbeitung erstellen. Ich dachte eigentlich sowas gibt es eventuell auch als egenständige App. Von den genannten Programmen habe ich mir nun einmal das Demo von Screenium heruntergeladen – auch wegen dem Preis. Ich verwende für meinen Schnitt normalerweise Final Cut Pro X… .

    Was für ne Kombi denkst du wäre für mich am besten?

    Schönen Gruß

    Martin

    Antworten
    • Oli

      @Martin: Hallo Martin, ich suche auch gerade ein guten Programm, habe aber leider kein FCP X für die Nachbearbeitung.
      Ich denke, wenn du ohnehin mit Final Cut schneidest, dann kannst du auch die Boardmittel, also QuickTime benutzen. QuickTime hat in der aktuellen Version auch eine Option mit der Klicks sichtbar gemacht werden können, so dass du sie später nicht mühevoll im Schnitt setzten musst.
      Hätte ich schon ein FCP X zu Hause, dann würde ich jedenfalls nicht mehr suchen. 😉
      Liebe Grüße,

      Oli

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  3. Monjy

    Hi, auch von mir vielen Dank für den spannenden Artikel. Ich brauche eine Software mit der ich während der Aufnahme UND in der Aufnahme den Sound hören kann. Gibt es sowas? Aktuell nutze ich Quicktime und verzichte während des Aufnehmens oder im Video auf Sound … brauche aber beides :-/

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  4. Thomas MH

    Danke für diesen interessanten Artikel.

    Wie würdest du im Vergleich zu den diskutierten Programmen „Screen Capture Studio für Mac“ von Movavi beurteilen? Gibt es da eine Meinung?

    Grüße,

    T.

    Antworten
  5. Andreas Lange

    Hallo,

    ich hatte aufgrund Ihrer Blog-Empfehlung Screenium gekauft und installiert. Die Software funktioniert super, aber es wird kein Audio aufgezeichnet oder wiedergegeben. Dies gilt auch bsp. für Youtube-Videos, die stumm abgespielt werden solange Screenium läuft. Irgendeine Einstellung scheint falsch zu sein.

    Bevor ich ich jetzt an den offiziellen Support wende, wollte ich mal nachfragen, ob bei Ihnen die Installation problemlos war.

    Viele Grüße
    Andreas Lange

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    • nachbelichtet

      Bei meinem Test gab es keine Probleme, da ich die sonst angesprochen hätte. Allerdings ist dieser Beitrag ja schon einige Jahre alt und daher kann es bei einer aktuellen Version durchaus Probleme geben, die der Hersteller sicher lösen kann.

      Antworten
  6. Adrian Wackernah

    Hab jetzt also mal die Testversion von Screenium installiert und der erste Test mit einem Bildausschnitt klappte schon gut. Doch dann probierte ich die Funktion mit dem Mauszeiger folgen und Screenium hängte sich auf. Danach ging gar nichts mehr. Probierte Screenium 2.1.8. Schade.

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  7. Adrian Wackernah

    Da bin ich nun seit 1984 begeisterter Apple User und hatte die Aufnahmefunktion im Quicktime Player noch gar nicht entdeckt. Toll. Damit werde ich bestimmt erst mal ein wenig herumprobieren. Einzig wenn ich viele kleine Einzelfilme machen möchte, die dann später in iMovie oder Final Cut zusammen geschnitten werden sollen, wie krieg ich das hin, dass Browserfenster und deren Inhalte möglichst gleich dimensioniert sind?

    Antworten
      • Gerhard Uhlhorn

        Und wenn man z.B. einen 27″ iMac hat, kann man auch den HiDPI-Modus (per Terminal) aktivieren. Dann ist alles doppelt so groß und damit doppelt so scharf. Gut für das Herunterskalieren. 😉

  8. Erwin

    Dank für den Überblick, bei dem ich davon ausgehe, dass er auch meiner Meinung recht nahe kommt.

    Ich werd mich erstmal mit Quicktime behelfen, aber längerfristig fasse ich Screenium ins Auge,

    nochmals herzlichen Dank, Erwin

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  9. Rollf

    Super, bin begeistert über so eine detaillierte Produktrezension. Das Du jemand vom Fach bist (elearning) macht diesen Beitrag für mich sehr wertvoll. Ich selbst gehe im Januar an den Start…. vielleicht sieht man sich

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  10. Eduard Andrae

    Ich bin gerade erst von Windows auf Mac umgestiegen und daher noch ohne Kenntnisse, was z.B. verfügbare Software betrifft. In Bezug auf Screencast-Programme habe ich hier eine umfassende und ansprechende Informationsquelle gefunden: vielen Dank dafür!

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  11. Mirko Herrmann

    Ich kaufe gerade meinen ersten Mac und bin sehr positiv überrascht, dass Profisoftware hier viel günstiger ist, als in der Windowswelt. Das bezieht sich nicht nur auf Screenrecording, sondern auch auf Vectorgrafik, DTP und Bildbearbeitung. EIn Vorteil, der bisher wenig bekannt ist. Der Vergleich hilft mir – als Windwos Camtasia User – sehr weiter. DANKE!

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  12. Uwe

    Vielen Dank für diesen praxisnahen Vergleich. Ich mache es genauso wie Lichtbildwerkerin: Ich spare mir den Rest und kaufe Screenium. Gibts nämlich gerade in einer Sommeraktion mit 50% Rabatt im Appstore.

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  13. lichtbildwerkerin

    Hi Markus, vielen Dank für diesen Artikel! Ich habe selbst keine Lust mich mit dem Vergleich von Software auseinanderzusetzen und brauche mir jetzt eigentlich nur Screenium anzusehen 😉

    Über deinen Schluss-Satz habe ich geschmunzelt, wie wahr, der Inhalt zählt ;-).

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