Du kennst das sicher auch: Herkömmliche Kameragurte, also diejenigen, welche die Kamerahersteller mitliefern, sind alles andere als praktisch und ergonomisch. Immer baumelt die Kamera vor einem rum und das Band scheuert am Hals. Auf der Suche nach einem Kameragurt für mich, bin ich auf den Sun Sniper Pro gestoßen.

Dieser Beitrag wurde 2012 veröffentlicht.
Seitdem hat sich viel getan und manche Informationen und Links sind vielleicht nicht mehr aktuell!

Der Kameragurt von Sun Sniper wird nicht wie ein herkömmlicher Gurt um den Hals gehängt, sondern wie eine Umhängetasche getragen. Das verteilt schon einmal das Gewicht der Kamera vom Hals auf die Schultern. Zusätzlich ist im Polster eine Feder integriert, welche die Bewegungen der Kamera beim Laufen dämpft, was man auch deutlich spüren kann – oder eben nicht, denn selbst mit einem großen Objektiv kommt einem die Kamera sehr viel leichter vor.

Das Schulterpolster ist außerdem richtig gut geformt und lässt sich auch in der Position verstellen. Darunter befindet sich die Verstellmöglichkeit für den Gurt, damit man diesen auf die gewünschte Länge justieren kann.

Apropos Gurt: Im Inneren des Gurts läuft ein Stahlseil, das für zusätzliche Sicherheit sorgen soll. Zudem erschwert es das Durchschneiden des Gurts, trägt man die Kamera doch meistens auf dem Rücken.

Sollte sie doch durch das Durchschneiden des Gurts mit einem Messer geklaut werden, ist die Kamera schon mal mit 400€ durch den Hersteller versichert. Besser als nichts!

Der Trick mit dem Kugellager

Dreh- und Angelpunkt – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Befestigung des Sun Sniper an der Kamera. Statt den Gurt an den üblichen und dafür vorgesehenen Gurtösen zu befestigen, haben sich die Jungs von Sun Sniper ein kugelgelagertes System für das Stativgewinde der Kamera ausgedacht.

„Halt!“, wird sich mancher Denken und gleich Gefahr in Verzug mutmaßen: „So eine Schraube kann sich schnell aus dem Stativgewinde lösen, ich kenne das von Platten für Kugelköpfe!“

Das Befestigungssystem des Sun Sniper mit Kugellager

Da kann ich vollkommen beruhigen. Nachdem ich nun schon öfter mit dem Sun Sniper unterwegs war, gab es zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise dieses Problem. Zum einen entlastet das sehr weich laufende Kugellager innerhalb der Befestigung die Schraube, zum anderen wird die Verschraubung durch eine Gummischeibe zwischen dem System und dem Kameraboden gesichert. Wenn die Rändelschraube einmal angezogen wurde, hält das bombenfest.

Der Sun Sniper in der Praxis

Wie schon eingangs erwähnt: Der Sun Sniper trägt sich wirklich prima und man spürt das Kameragewicht deutlich weniger. Die Kamera ist auch nicht ständig im Weg, wenn man sie nicht braucht.

Trageposition

Bei der Nutzung fällt auch ein weiteres Feature positiv auf: Der Gurt ist nicht fest mit den Kugellagersystem verbunden. Vielmehr gleitet dieser durch eine rechteckige Öse. Trägt man die Kamera auf dem Rücken und möchte sie schnell zücken, zieht man einfach daran, ohne dass sich der komplette Gurt mitbewegt. So hat man die Kamera schnell zur Hand und ebenso schnell und komfortabel wieder sicher umhängen.

Möchte man die Kamera auf einem Stativ montieren, ist die Verschrauben auch schnell wieder gelöst. Ein herkömmlicher Kameragurt hängt hingegen immer an der Kamera und damit auch oft im Weg, gerade wenn man mit dem Stativ arbeitet. Zudem sind die klassischen Gurte auch ein prima Windfang im Freien, was zu Erschütterungen der Kamera auf dem Stativ führen kann.

Das gefällt mir gut

  • Sehr guter Tragekomfort
  • Schnelle Handhabung
  • Verstärkter Gurt (Stahlseil)
  • Einfache Montage
  • Versicherung bei Diebstahl

Das gefällt mir nicht so

  • Eine zusätzliche Sicherungsleine würde zusätzliches Vertrauen schaffen
  • Preiswert, aber nicht billig

Fazit

Der Sun Sniper Pro ist für mich der komfortabelste und praktischste Kameragurt, den ich bislang benutzt habe. Die Kamera hängt sicher um komfortabel, ohne den Hals zu belasten. Wenn man sie braucht, hat man sie blitzschnell in der gewünschten Position.

Das Befestigungssystem halte ich für sehr sicher, allerdings würde eine kleine Sicherungsleine zwischen der Befestigungsöse der Kamera und dem Gleitbügel am Befestigungssystem für zusätzliches Vertrauen sorgen, sollte sich die Verschraubung doch einmal lösen, und sei es, dass man sie selbst nicht sorgfältig genug befestigt hat.

Der Preis von gut 50 Euro für die „Pro“ Ausführung, die für bis zu 5kg Kameragewicht ausgelegt ist, geht für mich in Ordnung, ist das doch ein Zubehör, das man meist länger als die Kamera hat und zur essentiellen Kameraausrüstung gehört. Für kleinere Kameras gibt es auch eine günstigere Version, sowie jede Menge Zubehör für die Befestigung an Fotorucksäcken etc.

Ich habe auf jeden Fall meinen Gurt gefunden.

[4 Flammen 4f=““]

14 Responses

  1. webaschtl

    Die Bilder und das Video sind ja hinlänglich bekannt. Will sagen/fragen: keine eigenen Fotos? Würde zudem die Glaubwürdigkeit und Aussagekraft erhöhen — zumal so manch ein Kommentar eine andere Sprache spricht. Den Gurt wirklich getragen oder nur darüber geschrieben?
    Bin leider ob Deiner Lobeshymnen etwas skeptisch. Zumal ich diesen Gurt zufälligerweise auch in einem Fotogeschäft entdeckt und ganz kurz aus-/anprobiert habe. Dieser erste Eindruck war nicht der beste und widerspricht somit Deinem Bericht.

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    • Markus

      ich benutze ihn seit einigen Wochen regelmäßig, allerdings brauche ich nicht nochmal Fotos oder gar Videos machen, wenn ich ohnehin nur das gleiche zeigen würde. Es ist alles auch eine Sache des Aufwands und das Produkt ist ja auch nicht so komplex, dass man hier lange erklären müsste.

      Antworten
      • webaschtl@gmail.com

        Okay, alles klar. Nur sind eben die Bilder und das Video nichts neues. War deshalb ein bisschen enttäuscht, als ich Deinen Blogeintrag erblickte — hatte mich nämlich kürzlich auch für einen solchen Gurt interessiert, da ich, zugegeben, auch den Tipp für dieses Modell bekommen hatte.
        Nebenbei erwähnt (oder auch mittendrin): Als ich den Sniper, wie geschrieben, kurz darauf alias vor kurzem bei einer anderen Kaufabsicht in einem Fotogeschäft gesehen hatte, sprach ich den etwas „sprachlosen“ Verkäufer (war wohl nicht sein Tag) auf das unmittelbare „Konkurrenzprodukt“ von Blackrapid an (das hier leider nicht von Dir, sondern nur von einem Kommentarschreiber wenigstens erwähnt wurde). Doch er zuckte nur mit den Achseln (da braucht er sich nicht wundern, wenn sich potentielle Kunden nicht nur im Internet informieren, sondern dort auch gleich kaufen und erst gar nicht in den Laden gehen).
        Dabei geht’s in den diversen Foren zwischen beiden Herstellern hin & her…
        Hätte mich also gefreut, in Deinem Beitrag auch etwas im Vergleich zwischen beiden Produkten zu finden. Ich kam mir wie in dem Fotogeschäft vor: ein etwas einseitiges Geschäft…

      • Markus

        Das hätte ich gerne gemacht, allerdings war es Blackrapid nicht möglich ein Testexemplar zur Verfügung zu stellen.

        Ich muss gestehen, dass ich Läden und vor allem die Mediamärkte und Saturns auch meide. Das was man sucht ist eh meistens nicht da.

  2. Jens

    Hallo,

    danke für deinen Bericht. Bin selber noch auf der Suche nach einem Gurt. Schade ist eigentlich nur, dass ich meine arcaswiss-Wechselplatte nicht an der Kamera lassen könnte bei diesem Gurt. Vielleicht werde ich ihn aber doch mal ausprobieren, denn zumindest wenn ich kein Stativ dabei habe wäre er eine gute Option.

    Viele Grüße
    Jens

    Antworten
  3. Hans-Helge

    Ich habe den Kameragurt schon länger und ich bin immer noch sehr begeistert. Auf Reisen und natürlich auf Shootings ist es perfekt! Ich kann den Gurt jedem empfehlen.

    Antworten
  4. Gast

    Mag ja ganz nett sein, wenn ich nix weiter zu tragen habe, als eine Cam inklusive Optik. Dazu noch ein Rucksack oder gar eine Schultertasche und man sieht, dass das, was man bisher benutzt hat, so blöd gar nicht war.

    Antworten
  5. gurtbeiszer

    ach, ich vergaß: Die Feder – klar die Feder! Der absolute Witz am Gurt. Dazu ist nichts weiter zu sagen, ausser dass sie total unpraktisch ist, dick aufträgt und voll überflüssig ist. Und nutzlos…

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  6. gurtbeiszer

    ich finde den gurt gar nicht so perfekt. Wer immer die Idee dazu hatt? Respekt. So einfach, dass es wunder macht, warum niemand früher darauf gekommen ist. Aber: Die ersten Modelle hatten den von mir bevorzugen Karabiner, um die Schraube mitder Kamera zu verbinden. Die erste Version, hat damit die Kamera zerkratzt. Der zweite Karabiner war besser diesbezgl. Allerdings brachd er Verschluß, ohne dass etwas besonderes damit angestellt wurde. Das neue Kugellagerkonzept ist etwas für Leute, die den Kurt nie abnehmen wollen. Früher konnte man einfach am Karabiner drehen und so leicht die Schraube rausdrehen, wenn man ans Stativ wollte, zb. Heute knallt man diese Schraube dran, hofft dass alles hält, schafft das aber nciht ohne die Zange des Multitools. Anderfalls vertraue ich der zu kurzen Schraube nicht. Und wie bekomme ich das Ding wieder runter, wenn ich auf einem offiellen Anlass bin, wo ich minen Multitool nicht durch den Sicherheitscheck bekomme? Gar nicht, denn man bricht sich eher die Finger, als dass man das Kugellagerding abbekommt. Aussderm ist der Aschluß mit dem Gurt so verbinden, dass man ihn runterschneiden müsste, wenn man die Einzelteile modifizieren wollen würde.
    Diese Drahtnummer gegen Diebstahl finde ich eigentlich einen Witz. Wem hat man denn je eine Kamera vom Leib geschnitten? Wozu benötigt man denn bitte dieses steife und dicke Polster auf der Schulter? Die Hälfte Materialeinsatz hätte vollkommen gereicht. Schon mal mit zwei Kameras gearbeiet mit je einem solchen Gurt? Da kann man sich gar nicht mehr bewegen… Also geniale Idee unpraktisch und leider im egatiben Sinne detailverliebt umgesetzt.

    Antworten
  7. Daniel

    Ich hatte das Glück damals den Sun Sniper The Pro testen zu dürfen bei einer Sunsniper Aktion.
    Vorher habe ich einen ähnlichen DIY Gurt gehabt, den ich lange genutzt habe.
    Vorweg: Der Sunsniper ist nicht schlecht, hat aber ein paar Macken (leider).

    Das Kugellager ist super, ebenfalls die dadurch sehr kompakte Befestigung, da gibt es nix dran zu rütteln. Was ich gerne gesehen hätte, wäre ein etwas längeres Gewinde, ihr glaubt gar nicht wieviel mehr Vertrauen eine einzige Umdrehung mehr schafft.
    Bisher hat sich der Gurt noch nicht ansatzweise gelöst, aber ein etwas „mulmiges“ Gefühl bleibt..

    Für schwerere Kameras / Objektive ist diese „Feder“ im Gurt ein Witz. Viel zu schwach. Wenn man keinen Vergleich hat, wird man es nicht unbedingt merken, allerdings wäre ein strafferes Gummi / Feder dafür echt angebracht.
    Würde noch deutlich mehr an Tragekomfort bringen. Durch das Gewicht (VF Kamera mit BG und 70-200 2.8 / 100-400 z.B.) ist die Feder / Gummi quasi vollkommen gestreckt und kann so nichtsmehr abfedern. Für mehr Komfort wäre es allerdings gut, das noch etwas Federweg da wäre, das macht das Tragen auf Dauer angenehmer!

    Ebenfalls empfinde ich das Schulterpolster als etwas zu starr und inflexibel. Wenn das weicher wäre, würde es ebenfalls dem Komfort gut tun…

    Das sind so meine Erfahrungen mit dem Gurt bisher.
    Schlecht ist er nicht, bitte nicht falsch verstehen, allerdings gibt es hier und da ein paar Kritikpunkte…
    Habe nun übrigens die Kugellagerhalterung an den DIY Gurt gemacht und bin 100% zufrieden 😀

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  8. Arne

    Den Gurt hab dich mit vor meiner letzten Urlaubsreise zugelegt, weil mich der Originale bei längeren herumtragen auch massiv genervt hat. Ich empfinde ihn auch als den (fast) perfekten Kameragurt. Gelockert hat sich bei der Schraube auch nie etwas. Hält wirklich bombenfest.

    Nur lässt sich die Kamera mit dem montierten Gurt schlecht ablegen. Das ist aber auch der einzige Wermutstropfen

    //Arne

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